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Planung wird Denkmal nicht gerecht

Planung wird Denkmal nicht gerecht

Auch die Initiative „Rettet Haus Meer“ weist den überarbeiteten Entwurf zurück.

Büderich. Die überarbeiteten Hotelpläne der Regent-Gruppe für das Areal von Haus Meer finden einfach keinen Anklang. Nach dem Förderverein Haus Meer und dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege hat nun auch die Aktionsgemeinschaft „Rettet Haus Meer“ Stellung bezogen — und die Pläne scharf kritisiert.

Knackpunkt ist den Augen der Sprecherinnen Irmtraut Richter und Elisabeth Jansen vor allem das nach wie vor überdimensionierte Bauvolumen, obwohl in den politischen Ausschüssen der Stadt und im Werkstattverfahren 2003 bereits festgelegt worden sei, dass ein Neubau sich in seinen Ausmaßen auf die Fläche des ehemaligen Schlossgrundrisses und die Remise beschränken solle.

Die vom Rheinischen Amt für Denkmalpflege im Vorjahr geäußerte Kritik, die Planung sei inakzeptabel, da sie weder wie gefordert rücksichtsvoll und bescheiden ausfalle noch sich am Substanzerhalt orientiere, werde erneut ignoriert.

Richter und Jansen gehen in ihrer Kritik aber noch mehr ins Detail: Das Gartendenkmal werde im gesamten Norden durch die Tiefgarage, die Zuwegung und die großzügige Erweiterung des Hotelbaukörpers zerstört. Darüber hinaus werde alter Baumbestand unwiederbringlich vernichtet. Die ökologische Bedeutung des nördlichen Parkteils als Schutz- und Pufferzone für das unmittelbar angrenzende Flora-Fauna-Habitat-Gebiet Ilvericher Altrheinschlinge werde missachtet.

„Dabei handelt es sich um die einzige vollständig geschlossene alte Rheinstromschlinge in unveränderter Geomorphologie am Niederrhein, die auch von großer Bedeutung als Lebensraum für bedrohte Tiere und Pflanzen ist“, erklären die Sprecherinnen.

Weitere Fragen würden zudem unbeantwortet bleiben. Was geschieht mit den Baudenkmälern Teehäuschen, Eiskeller und Immunitätsmauer? Was ist mit dem Naturschutz im Park? Unter welchen Bedingungen bleibt der Park auf Dauer öffentlich?

Dieser Ort eigne sich wie kein anderer zur Identifikation, Integration und als kultureller Mittelpunkt von Meerbusch. „Wir hoffen, dass dieser Geist des besonderen Ortes eine denkmalgerechte Bebauung erfährt“, so Richter und Jansen. Die aktuelle Planung werde jedenfalls in keiner Weise dem Gesamtdenkmal gerecht.