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Pilotprojekt: Windkraft im Kleinformat

Pilotprojekt: Windkraft im Kleinformat

Stadt denkt im Rahmen des Klimaschutzes über Pilotprojekt mit Mini-Anlage nach.

Meerbusch. Der Hinweis von Just Gérard im Umweltausschuss zielte in die falsche Richtung. Der Technische Dezernent hatte gewarnt, dass die Vorrangflächen für Windkrafträder in Meerbusch ausgeschöpft seien und somit der Planungsauschuss erst eine neue Fläche festlegen müsste.

Die Aufstellung neuer Großanlagen war aber gar nicht der Hintergrund eines Antrags der FDP, den Klaus Brennecke erläuterte: „Es geht hier um einen neuen Typus mit einer Leistungsstärke zwischen einem und 40 Kilowatt, bei dem der Strom nicht ins öffentliche Netz gespeist werden soll, sondern für den Eigenverbrauch gedacht ist.“

Bei diesen Anlagen, die wenig Platz benötigten und sogar auf Privatgrundstücken denkbar seien, würden sich senkrechte Rotorblätter getriebelos um eine vertikale Achse drehen und so mit einem integrierten Generator Energie erzeugen, der im Winter auch zum Heizen genutzt werden könnte, erklärte Brennecke. Die Verwaltung solle prüfen, wo eine Aufstellung möglich wäre.

Heiko Bechert, Leiter des Fachbereichs Umwelt, sind derartige Mini-Windkraftanlagen durchaus bekannt. Genehmigungspflichtig seien sie nur, wenn eine Nabenhöhe von 50 Metern überschritten werde. Bei den Produkten des Herstellers, den die FDP zurate gezogen hat, beträgt die Maximal-Nabenhöhe der größten 40-Kilowatt-Anlage 25 Meter. Darüber hinaus müsse die Anlage aber auch die Voraussetzungen einer so genannten Nebenanlage erfüllen. Bechert: „Das ist dann gegeben, wenn 50 Prozent plus x des erzeugten Stroms selbst verbraucht werden.“

Doch auch wenn diese Maßgaben erfüllt seien, gebe es bei der Technik noch viele Fragezeichen, schränkte Bechert ein. „Die Wirtschaftlichkeit ist ungewiss, der Lärm kann ebenfalls zu einem Problem werden. Außerdem benötigt auch der vertikale Rotor vergleichsweise viel Platz. Das ist also nichts für ein Reihenhausgrundstück.“

Dennoch findet Bechert die Technologie interessant: „Im Einzelfall, etwa am Ortsrand, kann uns das durchaus weiterbringen. Der Windenergie gehört ja ohnehin die Zukunft.“ Denn man solle nicht vergessen, dass 60 Prozent des regenerativ genutzten Stroms in Meerbusch allein von drei Windrädern erzeugt würde. „Wir haben daher bereits über ein Pilotprojekt mit einer dieser Mini-Windkraftanlagen nachgedacht“, berichtete der Umweltexperte der Stadt.

Im Rahmen der Diskussionen über das Klimaschutzkonzept der Stadt soll das Thema demnächst vertieft werden.