Pfingstfest: Schützen nehmen Büderich fest in die Hand

Pfingstfest: Schützen nehmen Büderich fest in die Hand

Am Samstag eröffnet die St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft das viertägige Pfingstfest mit einem zwanglosen Rockmusikabend im Zelt.

Büderich. Der Dr.-Franz-Schütz-Platz ist seit Wochenbeginn gesperrt: ein untrüglicher Hinweis auf das bevorstehende Schützenfest. Das beginnt am Samstag locker mit dem Rock im Zelt ab 19.00 Uhr. Die Sugarpops mit ihrer stimmgewaltigen Sängerin Katrin Schmitt und die Band Der letzte Schrei machen live Musik.

Am Sonntag wird das Schützenfest um 18.0 Uhr mit dem großen Zapfensteich vor der Königsresidenz förmlich eröffnet. Ab 19.30 Uhr treffen sich alle zum großen Tanzabend im Zelt. Für die passende Musik sorgt Jokebox.

Eine unvorhergesehene Ehre wird der St.-Sebastianus-Bruderschaft am Pfingstmontag in der Festmesse zuteil. Die Jungschützen, die den Gottesdienst vorbereitet haben, hatten den Jungschützenpräses im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, Monsignore Robert Kleine, als Hauptzelebrant eingeladen. Der sagte zu — ist aber seit 1. Juni Bundespräses und somit das geistliche Oberhaupt von rund 470 000 Schützen. So haben die Büdericher Schützen die Ehre, den neuen Bundespräses als erste bei einem Schützenfest zu begrüßen.

Nach Gottesdienst, Festversammlung und der ersten großen Schützenparade (16 Uhr vor dem Rathaus) ist das Festzelt am Abend in Jungschützenhand. Die Band West Life begleitet deren Fest- und Krönungsball. Nach Biwak und dem Ball der Kompaniekönigspaare sowie dem großen Feuerwerk am Dienstag (gegen 22.15 Uhr) enden die Festtage am Mittwoch ab 19.30 Uhr mit dem Krönungsball der Schützenkönigin.

Für Nina Bödefeld geht an der Seite von Schützenkönig Michael Bödefeld Pfingsten ein Traum in Erfüllung. Vor 15 Jahren erlebte das junge Paar mit, wie Bürgermeister Dieter Spindler zum ersten Mal eine Büdericher Schützenkönigin krönte. Seit damals stand für Nina fest: „Der Dieter soll mich auch mal krönen!“ „Der Dieter“ war zuvor schon Schützenkamerad des angehenden Bruderschaftskönigs gewesen, denn dessen Matrosencorps ist 1999 aus der Marinekompanie hervorgegangen.

Spindlers Amtszeit als Bürgermeister endet am 26. Juni, und es ist deshalb kein Geheimnis, dass die charmante Königin die treibende Kraft hinter dem 35-jährigen Schützenkönig war.

Doch auch für den selbstständigen Schreinermeister ist der Zeitpunkt gut gewählt: Als Junior regiert er genau 25 Jahre nach seinen Eltern Martin und Hildegard Bödefeld, die beide aktive Schützen sind. Zwar sind die Töchter Celina (7) und Alicia (5) noch zu klein, um Hofdamen zu werden, werden aber als Blumenmädchen mitten im Geschehen sein. Nur Sohn Moritz ist mit knapp zwei Jahren zu jung.

Neben Familie und Beruf widmet sich der Monarch dem Kochen und dem Schießen. Besonders die Pistolendisziplinen bis zur Großkaliberpistole haben es dem hervorragenden Schützen angetan. Beim Bund der historischen deutschen Schützenbruderschaften ist der Schießleiter der Bruderschaft der beste Schütze im Bezirk. Seine Schießkünste haben dem Mitglied des Matrosencorps aber auch schon andere Würden eingetragen.

Nach dem Ministerjahr bei König Werner Andreer folgte kurz vor der Hochzeit 2005 der Ehrenkönigstitel der Bruderschaft. Natürlich war der begeisterte Schützenbruder auch schon Kompaniekönig. Immer an seiner Seite Nina, die nicht nur als leidenschaftliche Kirchenchorsängerin in St. Mauritius den richtigen Ton trifft.

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