OSV Meerbusch: Sportverein mit sozialem Anspruch

OSV Meerbusch: Sportverein mit sozialem Anspruch

Der OSV Meerbusch hat schon viele Hilfsprojekte angestoßen.

Osterath. Dem OSV Meerbusch geht es gut. Der Osterather Fußballverein hat eine schmucke Anlage am Krähenacker und stellt neben den Seniorenteams 19 Jugendmannschaften. Darunter sind allein fünf Mädchenteams — einzigartig in Meerbusch.

Nicole Fichter war es jedoch ein Anliegen, hervorzuheben, dass es eben nicht allen Kindern auf dieser Welt gut geht. „Das betrifft afrikanische oder asiatische Länder genauso wie Deutschland“, sagt die Osteratherin.

Sie stieß 2005 zum OSV, als ihre Tochter anfing, Fußball zu spielen. Anfangs kümmerte sie sich nur um die Homepage der Frauen- und Mädchenfußballer. Als dann einige Jahre später der Jugend-Vorstand mit Herbert Höffges an der Spitze neu gebildet wurde, wollte Fichter sich einbringen. Sie übernahm die Leitung der Öffentlichkeitsarbeit.

Aber das reichte Nicole Fichter nicht. „Mir war wichtig, dass der Verein sich nicht allein auf das Sportliche konzentriert, sondern den Kindern und Jugendlichen vermittelt wird, dass es nicht allen so gut wie ihnen geht. Sie sollen auch in der Lage sein, über den Tellerrand hinauszublicken“, sagt Fichter.

Vor zwei Jahren initiierte sie die erste Hilfsaktion des OSV: Bei „Tore für Thailand“ bot sich die Fußballmutter an, die erzielten Treffer der Mädchen- und Frauenmannschaften im wahrsten Sinne des Wortes in Geld aufzuwiegen. Die so erzielte Summe wurde aufgeteilt: Die eine Hälfte floss in die Jugendkasse, die andere übergaben Nicole Fichter und ihre Tochter Juliana während eines Urlaubs persönlich an einen Vertreter des Tsunami Memorial Centers im thailändischen Phuket, einem Fußballzentrum, in dem Waisen leben und trainieren.

Das war der Startschuss für zahlreiche weitere Projekte, und inzwischen ziert die Leiste der Homepage der Jugendkicker einen Link, der ausschließlich auf das soziale Engagement des OSV verweist — wohl auch das dürfte bei einem Fußballverein nicht so oft zu finden sein.

Für das Marianum-Kinderheim in Krefeld wurde ausrangierte, aber noch gut erhaltene Fußballkleidung gesammelt. Unter dem Motto „Grenzenlos aktiv“ schickten die Osterather Kicker ganze Trikotsätze an ein Waisenhaus in Kenia. Auch der Aktion „Brillen für Afrika“ schloss sich der Klub an.

Das bisher größte Projekt ist jedoch das im WM-Jahr 2010 erstmals durchgeführte Turnier „Kids kicken für Kinderhospiz“, bei dem rund 700 Kinder an drei Tagen ihre Sieger ermittelten und der Erlös an das Kinderhospiz Regenbogenland in Düsseldorf geht. „Kein Geld der Welt kann diesen Kindern helfen, aber es unterstützt die vielen Mitarbeiter und Ehrenamtler in ihrem Bemühen“, erklärt Nicole Fichter, die bereits an der Planung des Turniers im Juni des nächsten Jahres bastelt. „Alles wird noch größer, bis jetzt haben sich schon 108 Mannschaften angemeldet.“

Fichter wählt in der Regel aus, welches Projekt für den Verein am besten geeignet ist und macht sich dafür auf der Internetplattform betterplace.org schlau. „Es sollte sich nach Möglichkeit immer um Hilfsprojekte handeln, bei denen Kinder etwas für Kinder tun können“, erklärt die Osteratherin.

Mit einer Idee ist sie jedoch auch schon mal gescheitert. Die Aktion „Wir gemeinsam“, bei der elf Sponsoren ein Team bilden sollten, das eine Patenschaft für ein benachteiligtes Kind in Afrika, Asien oder Lateinamerika übernimmt, wurde mangels Interesse der Meerbuscher Wirtschaft wieder eingestellt. „Es kann nicht alles gelingen, aber mit dem, was der Verein bisher so nebenbei alles auf die Beine gestellt hat, können wir uns durchaus sehen lassen“, sagt Fichter.

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