Ostara-Gelände: „Hier wollen wir bleiben“

Das Ehepaar Olligs fühlt sich in seiner neuen Wohnung auf dem früheren Fabrikgelände wohl. Bald sind die nächsten 100 Wohnungen bezugsfertig.

81 Quadratmeter, großes helles Wohnzimmer mit kleiner Terrasse und Rasen vor der Tür, eine offene Küche, ein schneeweißes Bad, das Schlafzimmer mit Ankleideraum und eine Abstellkammer: Das ist das neue Zuhause von Evelyn (66) und Johann „Hans“ (68) Olligs. Seit September ist ihre neue Adresse die Werkstraße in Osterath. Und für Johann Olligs steht fest: „Hier will ich bleiben.“ Die beiden fühlen sich in dem Neubau so wohl, dass sie glauben, dort alt werden zu können.

Evelyn Olligs, Anwohnerin in der Neubausiedlung am Ostara-Gelände

Drumherum haben sie alles, was sie in ihrem Ruhestand brauchen: Der Bruder von Evelyn Olligs wohnt in der Nähe, sie gehen zweimal in der Woche ins Fitness-Studio, mit den Rädern sind sie schnell überall und — was in einer neuen Wohnung immer wichtig ist: Es stimmt auch mit den Nachbarn. „Wir haben schon Schlüssel untereinander getauscht und kümmern uns, wenn die Nachbarn verreist sind“, sagt Evelyn Olligs.

Ostara-Gelände: „Hier wollen wir bleiben“
Foto: Kronemeyer

Das Ehepaar Olligs hat zwar schon früher mal in Meerbusch gewohnt, ist aber jetzt aus Kaarst hergezogen. Dort hatten sie zuletzt zehn Jahre gelebt. „Wir wollten noch mal eine Veränderung“, sagt Evelyn Olligs. Viele Jahre zuvor war Büderich ihr Wohnsitz, Meerbusch war ihnen also nicht fremd. Zumal Johann Olligs über Jahrzehnte bei Tepack in Büderich gearbeitet hat und dort auch nach wie vor im Schützenverein aktiv ist. Die beiden waren sogar schon mal Minister: Als Michael Laumen 1999 Schützenkönig war. Seine Frau hat zuletzt 15 Jahre in den Küchen von zwei Kindergärten gearbeitet und für die Kinder gekocht.

Die beiden sind seit 1970 verheiratet, lernten sich kennen, als „Hansi“ Olligs bei den damaligen Swinging Fanfares Musik machte und mit dem E-Bass auftrat. Die Goldhochzeit steht in zwei Jahren im Kalender — und die wird mit Sicherheit mitsamt der ganzen Familie gefeiert: zwei erwachsene Kinder und fünf Enkel gehören dazu. Als alle Weihnachten zu Besuch kamen, war die Wohnung gerammelt voll.

Das Ostara-Gelände ist noch nicht komplett fertig, jetzt kann bald der zweite Bauabschnitt bezogen werden. Das Unternehmen Tenbrinke hat das Areal als Investor entwickelt. 103 Einfamilienhäuser wurden gebaut und verkauft. Für die Vermarktung der rund 200 Mietwohnungen ist Böcker-Wohnimmobilien zuständig. Projektleiter ist Robert Ungewitter, er und Leslie Bauer sind die Ansprechpartner. Die Wohnungen sind 39 bis 136 Quadratmeter groß, haben ein bis vier Zimmer und werden zu einem Quadratmeterpreis von unter zehn Euro angeboten.

Keine neuen Informationen gibt es dagegen zum geplanten Gebäuderiegel, der als Lärmschutzwall dienen soll: Auch Ehepaar Olligs hört natürlich die Bahn, die dort regelmäßig vorbei rattert. Das Schlafzimmer der Eheleute geht zur kleinen Straße raus.

Zwischen den Bahngleisen und der neuen Wohnbebauung sollte eigentlich Klein-Handwerk angesiedelt und damit die Geräusche gedämmt werden — die Verhandlungen zwischen Stadt und Investor sind jedoch noch nicht erfolgreich beendet. Die Stadt hat jetzt zugesagt, den Streifen der vorgesehenen Baufläche auf jeden Fall in den nächsten Monaten aufzuräumen.

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