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OBV Meerbusch betreut Grundschüler in den Ferien

Betreuung : Eltern haben nun Gewissheit

Der OBV Meerbusch ist Trägerverein der acht Offenen Ganztagsgrundschulen in Meerbusch. Theoretisch kann in jedem Stadtteil jedes Grundschulkind in den Ferien sechs Wochen lang betreut werden.

Die ersten Tage im neuen Grundschul-Normalbetrieb sind geschafft. Schulhöfe wurden in Spielzonen unterteilt, Platznummern verteilt und Laufwege markiert. Auch die Betreuung der Kinder nach Schulschluss war nach wochenlangem reduziertem Notbetrieb für die Verantwortlichen eine echte Herausforderung. Denn auch dort muss auf strikte Trennung geachtet werden. Das Fazit des OBV Meerbusch als Trägerverein der Offenen Ganztagsgrundschulen in Meerbusch: „Bis auf eine Mitarbeiterin ist unser komplettes Personal an Bord, es ist gut gelaufen“, sagt Jürgen Eimer, OBV-Vorstand.

Hatte er sich anfangs noch auf „totales Chaos“ eingestellt, weil es hieß, dass pro Klasse eine OGS-Gruppe gebildet werden müsste, kam pünktlich zum Wochenende die veränderte Vorgabe: In der Nachmittagsbetreuung dürfen eigene Gruppen gebildet werden. „Anders hätten wir das auch gar nicht stemmen können, alleine schon wegen zu wenig Personal“, so Eimer. Der OBV Meerbusch ist mit der Offenen Ganztagsschule (OGS) oder der Verlässlichen Ganztagsschule (VGS) für die Betreuung an allen acht Grundschulen zuständig. Eimer: „Bei einer ersten Abfrage der Zahlen am Montag haben wir festgestellt, dass viele ihre Kinder doch noch nicht in die Betreuung schicken.“

Aktuell nähmen nur ein Drittel bis die Hälfte der Kinder, die sonst kommen, das Angebot wahr. Einzig an der Adam-Riese-Schule in Büderich liege der Anteil höher als 50 Prozent. Dort werden seit Montag 86 von 135 Kindern nach Schulschluss betreut. An den beiden Lanker Grundschulen sind es bedeutend weniger: An der Pastor-Jacobs-Schule etwa 61 von sonst 196 Kindern und an der Theodor-Fliedner-Schule 63 statt sonst 191 Kinder. Jürgen Eimer erklärt sich das so: „Ich denke, dass viele Eltern verunsichert sind und nichts riskieren wollen. Viele Eltern sind außerdem noch im Homeoffice und können die Betreuung ab mittags irgendwie alleine stemmen. Denen ist mit den paar Stunden Unterricht am Vormittag schon geholfen.“

Eltern schicken ihre Kinder noch nicht zu Nachtmittagsangeboten

Der OBV blickt auch schon auf die Zeit in den Sommerferien. Die Stadtranderholung Meerbusch wurde wegen Corona abgesagt, viele Familien verzichten in diesem Jahr auf ihren Urlaub. Dennoch sind die Anmeldungen beim OBV bislang rückläufig. Haben 2019 noch 544 Kinder an der Ferienbetreuung in den Meerbuscher Grundschulen teilgenommen, sind es bislang nur 332. „Stand der Anmeldungen jetzt sind wir bei 61 Prozent des Vorjahresbedarfs“, sagt Eimer. Die Frist ist am Montag abgelaufen. „Allerdings hatten die Eltern diesmal auch nur eine Woche Zeit, um sich anzumelden.“ Der OBV will deshalb kulant sein.

So könnte die Betreuung in den Grundschulen während der Ferien ablaufen, genaue Regelungen und Abläufe folgen noch: Ausflüge wird es nicht geben; das Programm wird in den Gruppen in der Schule angeboten. Wenn möglich sollen die Kinder in denselben Bezugsgruppen bleiben wie zu Unterrichtszeiten. „Unser eigenes Hygienekonzept war immer schon extrem anspruchsvoll, deshalb haben und hatten wir in dieser Hinsicht nie Probleme“, betont Eimer. „Bei allen anderen Dingen versuchen unsere Mitarbeiter flexibel zu reagieren.“

Theoretisch könne sogar jedes Grundschulkind während der Ferien sechs Wochen betreut werden, so Eimer. „Das bieten wir in allen Ortsteilen an.“ In Osterath teilen sich die Nikolaus-Schule und die Eichendorff-Schule die sechs Wochen untereinander auf, in Lank die Pastor-Jacobs-Schule und die Theodor-Fliedner-Schule, in Büderich übernimmt die Adam-Riese-Schule die eine Ferienhälfte, für die andere sind gemeinsam die Brüder-Grimm-Schule und die St. Mauritius-Schule zuständig. Die Martinus-Schule als einzige Grundschule in Strümp kooperiert in der Ferienbetreuung ebenfalls mit der Pastor-Jacobs-Schule.

Einzige Einschränkung: Die Kinder sind dann drei Wochen lang nicht an „ihrer“ Schule. „Es könnten sich in der aktuellen Situation auch Nicht-OGS-Kinder in den Ferien an ihrer jeweiligen Schule anmelden“, sagt Eimer. „Das haben wir während der Notbetreuung auch so gemacht; etwa eine Hand voll Kinder hat das genutzt.“

Was der OBV aber selbst in der Corona-Krise nicht leisten könne: Ältere Schüler in den Ferien zu betreuen. Eimer: „Das wäre in Sachen Infektionsgefahr, aber auch pädagogisch nicht sinnvoll.“

Dazu teilt die Stadt mit, dass auch sie mittlerweile ein Konzept für ein alternatives Ferienprogramm erstellt hat. Denn die beliebte Stadtranderholung auf dem Sportplatz „Pappelallee“ in Lank-Latum wurde bereits im April wegen Corona abgesagt.