Nur ein Kfz-Diebstahl aufgeklärt

Nur ein Kfz-Diebstahl aufgeklärt

Von Januar bis Juni 2014 wurden in Meerbusch 26 Autos gestohlen. Die Aufklärungsquote liegt bei 3,8 Prozent.

Meerbusch. Es ist der Horror jedes Fahrzeugbesitzers: Der Wagen wurde ordnungsgemäß am Straßenrand geparkt und verschlossen — doch Stunden später ist das Auto weg. Gestohlen von Unbekannt, niemand hat etwas gesehen. Solche Kfz-Diebstähle sind in Meerbusch zwischen Januar und Ende Juni 2014 insgesamt 26 Mal vorgekommen, im gleichen Zeitraum von 2013 gab es in der Stadt 23 solcher Fälle.

Im Rhein-Kreis Neuss wurden im ersten Halbjahr von 2014 insgesamt 122 Fahrzeuge gestohlen gegenüber 129 Kfz-Diebstählen in den ersten sechs Monaten von 2013. „Zahlen für das Gesamtjahr 2014 insgesamt liegen derzeit noch nicht vor“, sagt Daniela Dässel von der Pressestelle der Kreispolizei in Neuss. Nach ihren Angaben haben es die Langfinger vor allem auf hochpreisige Pkw abgesehen — „mit einem Wert von 50 000 Euro plus“. Vor allem Fahrzeuge der Marken BMW, Audi, Landrover und Mercedes seien im Fokus der Täter.

Egal, ob Alarmanlagen oder Wegfahrsperren: Selbst Sicherungssysteme der neuesten Fahrzeuggenerationen stellen für die Kfz-Diebe oft kein Hindernis dar. Die Täter sind nach Expertenangaben technisch derart gut ausgerüstet, dass sie es schafften, unbemerkt die Tür des Wagens zu öffnen. Sie nehmen Platz, starten den Motor, geben Gas — und fahren davon.

Oft sehen die rechtmäßigen Eigentümer ihr Fahrzeug nie wieder. „Häufig werden gestohlene Autos über die Grenzen ins Ausland geschoben“, berichtet Dässel.

Die Aufklärungsquote bei den gestohlenen Autos lag nach Polizeiangaben in Meerbusch im ersten Halbjahr 2014 bei 3,8 Prozent gegenüber 8,7 Prozent im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Nur einer der 26 Diebstähle wurde aufgeklärt. Kreisweit wurden zwischen Januar und Ende Juni 2014 rund 18,6 Prozent der Kfz-Diebstähle aufgeklärt. 2013 waren es 17,1 Prozent.

Immer wieder ist zu hören, dass viele Autobesitzer zu leichtfertig mit ihren Wagen umgehen. Auch wenn das Fahrzeug nur kurzzeitig verlassen wird — etwa um einen Kontoauszug zu holen: Der Zündschlüssel sollte niemals steckenbleiben. Fenster, Türen und Schiebedach sollten beim Verlassen des Fahrzeugs zu sein.

In Meerbusch war indes ein unbekümmerter Umgang mit dem eigenen Fahrzeug nicht der Grund für den Diebstahl: „Alle Fahrzeuge, die gestohlen wurden, waren gut gesichert“, erklärt Dässel.

Dann und wann, berichtet sie, komme es vor, dass Bürger völlig aufgelöst die Polizei anrufen und mitteilen, dass ihr Auto gestohlen worden sei. Ein Blick in den Polizei-PC zeigt dann, dass das vermeintliche Diebesgut am Haken eines Abschleppwagens gehangen hat. Wegen Falschparkens.