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Nikolausmärkte: Besucher trotzen Kälte und Regen

Nikolausmärkte: Besucher trotzen Kälte und Regen

Grog und Glühwein waren gestern auf den Nikolausmärkten in Lank und Osterath das Mittel der Wahl gegen Wind und Wasser.

Meerbusch. Nach dem samstäglichen Auftakt in Lank unter zartrosa und blau gestreiftem Himmel lockte die Nieselkälte die Besucher gestern nur zögerlich zum Bummel über die Nikolausmärkte.

Einladend lächeln in Lank die Schnee-Smileys an den Bäumen entlang der Gonellastraße. Wärmer ist es in den offenen Geschäften, in denen man ohne Gedränge nach Geschenken suchen oder auch etwas lernen kann. In der gut beheizten Apotheke etwa zeigen Waldtraut Mende und Ulrike Rieke das Spitzenklöppeln. Ob Rundklöppeln, im Erzgebirge erfunden, oder flämisches Flachklöppeln: Die befreundeten Rentnerinnen können auch die Kinder mit ihrer Kunst begeistern.

Doch gerade ihrer eigenen Altersgruppe empfiehlt die Mittsiebzigerin Waldtraut Mende diese traditionsreiche, wenn auch nicht ganz einfache Handarbeit. „Gut für die Beweglichkeit der Fingergelenke!“ Es erfordere viel Konzentration, nach der so genannten Klöppelschrift zu arbeiten, erzählt Ulrike Rieke, wirke aber trotz der komplexen Finger-Choreografie beruhigend.

Hochprozentiger Slivovic und heimelige Drehorgelklänge von Ferdis fünfköpfigem Orchester aus Duisburg muntern manch verfrorenen Gast soweit auf, dass die Strecke bis zum Markt mit Leichtigkeit zurückgelegt wird.

Nicht alle Händler sind angesichts des Wetters angereist, doch am Brunnen wartet das Reisebüro-Team mit Nutella-Crepes und ein Nikolaus wie aus dem Disney-Studio. Im Kostüm steckt Alois Bossler, der den Markt mit seinem Kinderkarussell bereichert.

Dank des Pendelbusses erreicht man von Lank aus in wenigen Minuten die Winterwelt in Büderich und den Weihnachtsmarkt in Osterath. Die Stände dort konzentrieren sich auf den Kirchplatz, und an vielen Stellen geht es um kommunale Themen. Jörg Kroes vom Vorstand des Werbe- und Interessen-Rings, Albert Lopez als derzeitiger und Manfred Weigand als ehemaliger Chef der Wirtschaftsbetriebe äußern sich zum Doppelkonverter. „Sachlich bleiben.“ Das hält Weigand für optimal und lobt die Osterather für diese bisher kultivierte Fähigkeit.

Wenige Meter entfernt wirbt die Initiative der Barbara-Gerretz-Schule unermüdlich und mit farbigen Infoblättern für die Teilnahme am Bürgerentscheid im Januar: „Scheuen Sie nicht den Weg ins Bürgerbüro und retten Sie unsere Schule mit Ihrer Ja-Stimme!“ Sozusagen im Vorbeilaufen geben Schüler den Passanten Flyer an die Hand, die sich als Appell für den Erhalt der Boverter Grundschule entpuppen: „Sagen Sie Nein zur Gefährdung der einzigen Grundschule in Bovert!“

Frierend, aber gut gelaunt bedienen Karnevalisten und Sportler die Besucher, lenken die Helfer am Eine-Welt- und Tansania-Stand den Blick über Osterath hinaus.

Ganz vorne dabei ist auch Frank Kirsch, Hausmeister im Hospiz Marienheim in Kaarst. Er sammelt ganzjährig heimatliche Früchte und verarbeitet sie zu über 30 süßen Brotaufstrichen. Die heißen dann schon mal Monika oder Iris. „Die Damen haben beim Abschmecken geholfen“, verrät der 48-Jährige, wetterfest mit selbst gestrickter Nikolausmütze ausgestattet, den Hintergrund der Namensgebung. Eine Spezialanfertigung für Sonntag: die Sorte Citro-O für Osterath.