Nicolas Starck: Neuer Chef der Altenheime

Nicolas Starck will in die Einrichtungen in Strümp frischen Wind bringen.

Strümp. Die ersten zehn Tage als Chef der beiden im September wegen Pflegemängeln für vier Wochen geschlossenen Altenheime in Strümp hat Nicolas Starck hinter sich. Über mangelnde Arbeit kann er sich nicht beklagen, der Neuanfang kostet Zeit und Energie. Aktuell ist er vor allem mit Einstellungen beschäftigt. Zwar hat die Kreisheimaufsicht den Aufnahmestopp für neue Bewohner wieder aufgehoben, „aber wir wollen den Dezember erst einmal dazu nutzen, das Personal aufzustocken und das Niveau in der Pflege zu stabilisieren“, kündigt der 39-Jährige an.

Das sei in den vergangenen vier Wochen, in denen die Übergabe von den Marseille-Kliniken an die neu gegründete Meridias GmbH abgewickelt wurde, bereits gelungen, wie auch der MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung) bestätigt habe.

Die beiden zuvor getrennten Häuser an der Helen-Keller-Straße, Seniorenwohnpark und Pflegeheim, werden jetzt zusammen unter dem etwas sperrigen Namen Meridias Rheinstadtpflegehaus Meerbusch betrieben.

Doch der Wechsel bedeute mehr als nur eine Namensänderung, bekräftigt Starck, der viele Pläne hat. „Wir brauchen hier unbedingt wieder ein Kiosk“, nennt er eine Idee. „Gerade für in ihrer Mobilität eingeschränkte Bewohner ist der Weg in den Ort zu weit. Für die kleinen Dinge des Alltags bleibt nur die Tankstelle, und die ist teuer.“

Darüber hinaus soll sich die Einrichtung den Strümpern gegenüber in jeder Hinsicht aufgeschlossen zeigen. Starck will Kultur ins Haus holen, Info-Veranstaltungen durchführen, eine Ehrenamtlichen-Gruppe ins Leben rufen und einmal im Quartal zu einem Tag der offenen Tür einladen. „Wir haben nichts zu verbergen. Das Haus ist für alle offen“, sagt er.

Mit diesem Anspruch sind vor fünf Jahren auch seine Vorgänger gestartet. Dass nicht zuletzt der Kreis davon überzeugt ist, bei der Meridias werde es anders laufen, liegt vor allem daran, dass das Unternehmen mit der Tochtergesellschaft Ruhrstadtpflegehaus in Bochum 2010 bereits einmal eine Einrichtung unter ähnlichen Umständen vor dem Aus gerettet hat. „Ruf, Pflege und Auslastung waren schlecht. Es war ein langwieriger Prozess, aber es hat sich gelohnt“, erklärt der Geschäftsführer.

Einiges lasse sich auf Meerbusch übertragen — Mitarbeiterschulungen, Abrechnungssystem, Beschwerdemanagement oder die Einführung von regelmäßigen Sprechstunden und Newslettern — anderes wiederum nicht. „Bochum liegt zentral in der Innenstadt mit Läden und U-Bahn-Anschluss. Das gibt es in Strümp alles nicht“, sagt Starck.

Dass die neue Firma klein und überschaubar ist, sei dagegen für das geforderte Krisenmanagement nur förderlich. „Ich werde erst einmal zwischen Bochum und Meerbusch pendeln, viermal die Woche in Strümp und daher für alle Probleme kurzfristig erreichbar sein.“ Dass Starck es ernst meint, beweist seine Ankündigung, dass alle Angehörigen seine Handynummer bekommen werden. „Der Feierabend dürfte in den nächsten Monaten dann wahrscheinlich etwas später beginnen“, seufzt Starck.

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