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Neue Stadtbahn soll Meerbusch mit dem Düsseldorfer Norden verbinden

Verkehr in Meerbusch : U 81: Sechs Trassen noch im Rennen

Zur Diskussion standen 55 Trassenvarianten. Politik und Verwaltung beraten am 21. Mai im Hinblick auf Kosten und Eignung der verbliebenen Strecken.

(Red/stz) 30 Vertreter aus Politik und Verwaltung der Städte Düsseldorf, Meerbusch, Krefeld und Neuss sind übereingekommen: Sechs von 55 Trassenvarianten für den zweiten Bauabschnitt der U 81 (Rheinquerung) werden einander in einer nächsten Bewertungsstufe im Detail gegenübergestellt. Ziel ist es, eine umsetzbare und rechtssichere Trassenvariante zu finden, die deutlich kürzere Reisezeiten als heutige Verbindungen von Meerbusch, Krefeld und Neuss sowie den linksrheinischen Düsseldorfer Stadtteilen in den Düsseldorfer Norden bietet.

Die Vertreter der Städte hatten Mitte April über die Eignung der Trassenvorschläge für die Rheinquerung der neuen Stadtbahnlinie U 81 diskutiert. Die 55 Varianten waren im Planungsdialog in den vorangegangenen zwei Werkstätten der Bürgerschaft und der Interessenvertretung vorgeschlagen worden. Im ersten Termin der Werkstatt mit Vertretern aus Politik und Verwaltung wurde nun deren grundsätzliche Eignung geprüft.

„Ich sehe die U 81 als nachbarschaftliches Projekt. Mobilität muss auch regional über die Stadtgrenzen hinaus gedacht und geplant werden“, betonte die Düsseldorfer Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke in der Online-Veranstaltung. In der fast sechsstündigen virtuellen Sitzung wurden alle 55 Trassenvarianten besprochen.

Werner Damblon (CDU), Vorsitzender des Meerbuscher Planungsausschusses, berichtet: „Es waren sehr fantasievolle Trassen dabei, von denen viele ausgeschieden sind.“ Neu hinzugekommen sei eine Variante, die statt über die Böhlerstraße über das Feld Richtung Landsknecht fährt, so dass dort die Haltestelle von der U81 angefahren würde. Da der Weg deutlich länger, deshalb mit mehr Kosten und Fahrzeit verbunden sei, rechnet Damblon nicht mit einer Realisierung dieser
Idee.

Sowohl Brücken- als auch
Tunnellösungen sind möglich

Die sechs Trassenvarianten, die in die nächste Bewertungsstufe aufgenommen worden sind, umfassen sowohl Brücken- als auch Tunnellösungen für die Rheinquerung. Zudem gehören Trassen mit südlichem Verlauf über den Seestern genauso in die engere Auswahl wie weiter nördliche Vorschläge über Büderich. Diese Varianten werden einander in der nächsten Bewertungsstufe gegenübergestellt. Dabei werden Kostenschätzungen ebenso eine Rolle spielen wie die mögliche Nutzung der neuen Rheinquerung für den Radverkehr. Zur Kostenfrage erklärte Damblon, die Investitionen in einen Tunnel seien zwei- bis dreimal so hoch wie die in den Bau einer Brücke. Außerdem eigne sich eine Brücke auch als Verbindung für Radfahrer. Der zweite von drei geplanten Terminen der Werkstatt für Politik und Verwaltung findet, erneut online, am Freitag, 21. Mai, statt.

Hintergrund: Mit der U 81 bekommt die Landeshauptstadt eine neue Stadtbahnlinie. Bereits im Bau befindet sich der erste Abschnitt zwischen Düsseldorfer Flughafen und Freiligrathplatz. Beim zweiten Bauabschnitt gilt es, die bestmögliche Trassenvariante der Querverbindung zwischen Messe und Handweiser zu finden. Dabei sollen auch die Bürger mitwirken. Bereits bei der Auftaktveranstaltung am 10. September 2020 nahmen rund 200 Interessierte aus Düsseldorf, Krefeld, Meerbusch und Neuss im Congress Center Düsseldorf teil. Online verfolgten weitere rund 180 Menschen die Diskussion.

Alle Ergebnisse und Dokumentationen der Werkstätten werden auf der Projektwebseite veröffentlicht:

www.duesseldorf.de/
verkehrsmanagement/
mit-bus-und-bahn/
stadtbahnstrecke-u81/
2-ba-rheinquerung/
buergerdialog.html