Müllverbrennung für Zement

Müllverbrennung für Zement

Unmittelbar an der Stadtgrenze zu Nierst ist im Krefelder Hafen ein Betonwerk geplant.

Meerbusch. Ungeliebte Projekte werden gerne möglichst weit weg vom Zentrum an den Stadtrand geplant. Um ein solches Vorhaben handelt es sich gewiss bei dem geplanten Bau eines Zementwerks. Das plant die Firma Rheinmineral Gesellschaft für Rohstoffgewinnung Kempen an der Bataverstraße im Hafen und damit zwar am Krefelder Stadtrand, aber genau vor der Nase der Nierster.

Entsprechend wird die Stadt Meerbusch nun im Rahmen des Genehmigungsverfahrens um eine Stellungnahme gebeten, und die fällt - folgt der Planungsausschuss heute der Verwaltung und bestätigt der Rat sie - negativ aus.

Auch wenn die Produktionsstätte nach neustem technischen Standard gebaut werden soll und alle Grenzwerte eingehalten werden, fürchten die Experten des Fachbereichs Umwelt der Stadt die Belastung der Umgebung mit Staub. Auch der Verkehr werde nicht unerheblich sein - trotz der Inanspruchnahme des Wasser- und Schienenwegs.

Mit etwa 200Fahrten pro Tag wird gerechnet. Diese, so unterstreicht die Verwaltung in ihrer Stellungnahme, könnten nicht auf Meerbuscher Straßen abgewickelt werden. "Nierst ist für den Schwerlastverkehr ebenso gesperrt wie Lank", erinnert Umweltfachbereichsleiter Heiko Bechert. Die schweren Transporte müssten ihre Route über Krefelder Stadtgebiet wählen.

Unangenehm stößt den Meerbuschern auch der hohe Prozentsatz an Müll als Brennmaterial auf. Bis zu 90Prozent des Energiebedarfs soll aus Abfall gewonnen werden. Angesichts dieser Menge nimmt Bürgermeister Dieter Spindler in der Ausschuss-Vorlage kein Blatt vor den Mund: Bei dem Zementwerk handele es sich "um eine besondere Art der Müllverbrennungsanlage".

Die sei ohne Mülltourismus kaum zu füttern und dies führe "zwangsweise zu deutlich steigender Luftbelastung mit Schadstoffen über den ,eigenen’ Abfall hinaus".

Größte Hoffnungen, dass ihr Protest Wirkung zeigt, setzt die Stadt allerdings in den Gebietsänderungsvertrag, in dem die Städte Meerbusch und Krefeld die Nutzung des Hafens eingeschränkt hatten.

Innerhalb eines 500 Meter-Abstands zur Stadtgrenze seien keine Betriebe zulässig, die unzumutbare Immissionen verursachten. Diese Festlegung und damit ihre Rechte sieht die Stadt Meerbusch verletzt, sollte das Betonwerk an der Bataverstraße gebaut werden.

“ Der Planungsausschuss der Stadt Meerbusch beschäftigt sich heute um kurz nach 17Uhr mit diesem Thema. Getagt wird im Mataré-Gymnasium, Niederdonker Straße 32, in Büderich.