Mitmachtag auf dem Eichendorffspielplatz in Meerbusch-Lank

Bürger gestalten Spielplatz in Lank : Lanker gestalten ihren neuen Spielplatz mit

Die Anlage an der Eichendorffstraße wird saniert. Die Anwohner haben sich nun dort getroffen, um Vorschläge zu sammeln, wie der Platz künftig aussehen soll.

Planen, bauen und ihre ganz persönlichen Ideen und Wünsche einbringen: Das möchten die rund 30 Anwohner – Erwachsene und Kinder –, die sich an diesem Vormittag auf dem Spielplatz an der Eichendorffstraße in Lank versammelt haben. Denn der wurde für ein besonderes Projekt ausgewählt: In den vier großen Stadtteilen von Meerbusch soll jeweils ein Spielplatz komplett neu gestaltet werden.

Das Jugendamt hatte dieses Leuchtturmprojekt initiiert und wählte den Platz an der Eichendorffstraße aus. Er ist besonders beliebt und stark besucht, jedoch schon ordentlich in die Jahre gekommen. Für den Umbau stehen 130 000 Euro zur Verfügung. „Es soll es der schönste Spielplatz in Lank werden“, sagt Landschaftsarchitektin Anna Hardenberg, die bei der Stadt Meerbusch für Neubau und Planung der Spielplätze zuständig ist.

Der Platz soll ein
Ort der Begegnung sein

Das Planungsbüro „Kukuk Freiflug“ aus Stuttgart sammelt an diesem Mitmachtag, den die Stadt organisiert hat, die Ideen der Anwohner und will sie dann umsetzen. „Es geht heute darum, andere Wege zu gehen. Es ist wichtig, offen zu sein und sich auf alle Ideen einzulassen“, sagt Hardenberg. Deshalb sammeln sich zunächst die Kinder, Eltern und Großeltern in einem Kreis und schreiben auf, was ihnen am Herzen liegt.

Irmgard Jach wohnt seit 34 Jahren in der Nähe des Spielplatzes. „Für mich ist am wichtigsten, dass der Platz eine grüne Oase bleibt“, sagt sie: „Der Spielplatz sollte sicher sein, so dass die Kinder hier auch alleine spielen können. Es sollte ein Ort für Groß und Klein sein.“

Hardenberg beschreibt den Spielplatz in erster Linie als einen Begegnungsort. Auch an diesem Tag merkt man, dass sich viele Anwohner untereinander kennen und die Gelegenheit nutzen, sich auszutauschen. So sitzen zum Beispiel Gisela Schicker und Rosemarie Hanel zusammen, sehen sich Fotos an und erinnern sich an alte Geschichten. Sie sind vor mehr als 60 Jahren nach Lank gezogen. „Damals gab es noch keinen Spielplatz und kaum Häuser“, erzählen sie: „Der Spielplatz soll ein Ort sein, an dem sich jeder wohlfühlen kann, egal welchen Alters“.

Die Kinder finden ihr Mitspracherecht cool

Bianca Schepmuck, Mutter eines sechsjährigen Sohns, findet das Mitmachprojekt toll. „Es ist eine super Erfahrung für die Kinder, ihre eigenen Ideen einbringen zu dürfen.“ Auch die zwölfjährige Emilia sagt: „Es ist cool, dass wir Kinder entscheiden dürfen.“ Emilia und ihre Schwester Dilara wünschen sich eine Reckstange. Andere Kinder träumen von einer Drehscheibe, einer Rennstrecke für Bobbycars oder von einem Klettergerüst.

Mit roten Stickern dürfen alle da­rüber abstimmen, welche Geräte ihnen am wichtigsten sind. Anschließend teilen sich die Anwohner in Gruppen auf. Eine Gruppe entwickelt Ideen für einen spannenden Kleinkindbereich. Es wird ganz deutlich, dass die Kinder hier die Experten sind. Der vierjährige Jan freut sich am meisten auf einen Tunnel: „Ich hab schon eine tolle Idee, wie der angemalt werden soll – nämlich ganz bunt.“

Es geht an diesem Vormittag hauptsächlich erst einmal darum, ein Gefühl für den Raum zu entwickeln. Deshalb steht viel verschiedenes Material bereit, mit dem die Geräte simuliert werden sollen. Mithilfe von Holz und Seilen überlegen die Kinder, wie hoch ihr Tunnel werden soll, und wo er am besten hinpasst. Eine weitere Gruppe verwendet Kartons, um die gemütlichsten Plätze für neue Sitzgelegenheiten zu entdecken, eine dritte Gruppe entwirft eine Kletterspinne. Dabei packen alle mit an.

„Wir haben hier eine gute und herzliche Gemeinschaft“, findet Bianca Schepmuck. Jugendamtsleiter Peter Annacker freut sich über die positiven Reaktionen der Anwohner. „Die Nachbarn hier sind sehr aktiv und engagiert. Es liegt den Menschen viel daran, mitzumachen, und sie haben viele kreative Ideen.“ Auch Bianca Elgas von der Stuttgarter Firma „Kukuk“ hält es für „sehr wertvoll, dass die Anwohner ein so großes Interesse zeigen und ihr Mitspracherecht nutzen“.

Alle Beteiligten freuen sich sehr, dass der neu gestaltete Spielplatz an der Eichendorffstraße wahrscheinlich schon im nächsten Jahr fertig sein soll. Peter Annacker rechnet damit, dass dann sogar Familien aus anderen Stadtteilen kommen, um Zeit auf dem ersten Leuchtturmspielplatz in Meerbusch zu verbringen.

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