Digitalisierung im Einzelhandel So arbeiten Einzelhändler mit dem Internet

Experten raten Einzelhändlern, das Internet für das Geschäft zu nutzen. Einige Meerbuscher Unternehmer haben soziale Medien fest in die Arbeit integriert.

 Anneke Linden aus Büderich ist bei Instagramm aktiv. Sie hat ein Mode- und Schmuckgeschäft an der Moerser Straße.

Anneke Linden aus Büderich ist bei Instagramm aktiv. Sie hat ein Mode- und Schmuckgeschäft an der Moerser Straße.

Foto: RP/Schellhorn/Stadt Meerbusch

Verdrängt der Online-Handel den Einzelhandel vor Ort? Soweit muss es nicht kommen. Google, Facebook oder Instagram können als Partner den Handel auch positiv beeinflussen. Eine von Alexandra Schellhorn initiierte Veranstaltung unter dem Titel „Online werben – Offline verkaufen“ ist auf große Resonanz gestoßen: „Wir hatten doppelt so viele Teilnehmer, wie zuvor.“ Die Stadtmarketing-Beauftragte erinnert: „Allein die Optimierung der Website bringt sehr viel.“

Immerhin betreiben 80 Prozent der Händler im Rhein-Kreis Neuss einen eigenen Internetauftritt. „Allerdings nutzen nur 26 Prozent das Internet auch als Verkaufskanal. 53 Prozent sind im Social Web unterwegs. Leider werden die Bewertungen auf den Online-Portalen nur von acht Prozent der Händler systematisch genutzt“, bedauert Jürgen Steinmetz. Der Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein weiß um die große Chance, die die Digitalisierung für alle Wirtschaftsbereiche darstellt: „Aber vor allem für den Einzelhandel ist sie auch eine große Herausforderung.“

Büdericher Geschäftsfrau
profitiert von Influencern

Anneke Linden beispielsweise hat sie angenommen. Die Büdericher Geschäftsfrau vertreibt Mode und ihre eigene Schmucklinie stationär im Geschäft an der Moerser Straße und auch über einen Online-Shop. Sie ist bei Instagram aktiv und profitiert von den Influencern, die im Laden aufgenommene Fotos posten: „Da habe ich super verkauft.“ Aber Anneke Linden weiß auch, dass so ein Account, sie hat knapp 10 000 Follower, intensiv gepflegt werden muss: „Zumindest das Foto muss täglich gewechselt werden.“ Sie empfiehlt anderen Einzelhändlern, „wenigstens was Kleines zu machen.“

Effizienter Einsatz
bei kleinem Budget

Dazu rät auch Jürgen Steinmetz: „Schon einfache Maßnahmen helfen. Für jeden Einzelhändler sollte es Standard sein, eine eigene Website mit den Informationen zu Öffnungszeiten, Sortiment, Standort und Kontaktdaten zu betreiben.“ Dorothee Meier zu Verl bestätigt das. Sie ist mit dem Angebot ihres Damenmoden-Fachgeschäfts „Veneziano“ bei Facebook vertreten: „Ich poste jeden Tag ein neues Outfit. Kundinnen rufen an und lassen es sich zurücklegen. Die Resonanz ist gut.“ Bianca Decke, Boutique Gente, berichtet ähnlich positiv. Und auch Simone Libner, Inhaberin des Lanker Bekleidungsgeschäfts „Fräulein“, ist bei Facebook und Instagram vertreten: „Das läuft sehr gut.“ Andrea Rieger von der Rilux GmbH hat erfahren, dass sich die Kunden des Markisen- und Rolladen-Spezialisten vor ihrem Besuch in Büderich im Social Web oder auf der Homepage informieren: „Fotos kommen besonders gut an.“ Eine Optimierung der Internetseiten könne also durchaus hilfreich sein, sagen Experten. Allerdings sei der Bedarf an entsprechenden Informationen groß. Deshalb empfiehlt Alexandra Schellhorn die unter dem Titel „Online erfolgreich“ laufenden Praxis-Workshops der IHK: „Sie sind sehr gut besucht.“ Dabei wird deutlich, dass bereits die Kenntnis über den Zusammenhang zwischen den Google-Seiten und der Homepage und eine anschließende Optimierung helfen. Wann und wo welche Workshops stattfinden, ist bei Tanja Neumann, Tel. 02161/241140, [email protected], zu erfahren. Hilfe gibt es unter anderem auch bei dem Meerbuscher Unternehmen adisfaction AG. Maik Erkelenz, Head of Digital Consulting, ermuntert: „Voraussetzung auf dem Weg zur Digitalisierung sind ein bisschen Fortschrittswille und der Invest im Rahmen der eigenen Möglichkeiten. Gerade bei einem kleinen Budget geht es um effizienten Einsatz. Und da helfen beratende Spezialisten. Aber vorab hilft dem Einzelhändler nur eines: Überwindung.“ IHK-Chef Jürgen Steinmetz dagegen weist auf eine neue IHK-Veranstaltungsreihe hin. Sie nennt sich „Schaufenster der Zukunft“ und gibt Anstöße von Händlern für Händler für neue digitale Wege plus einem persönlichen Austausch über aktuelle Herausforderungen: „Mit dem Projekt ‚Heimat shoppen‘ unterstützen wir den Einzelhandel generell und schärfen das Bewusstsein der Menschen dafür, wie wichtig starker Einzelhandel für die Lebensqualität in Städten wie Meerbusch ist.“ Infos gibt es unter unter Tel. 02161/241137 oder per E-Mail:

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