Meerbuscher wehren sich gegen Lastwagen und Raser auf der Römerstraße

Anwohner hoffen auf weniger Verkehr : Politiker stimmen für Tempo 30 auf der Römerstraße

Die Anwohner haben mit ihrem Bürgerantrag Erfolg gehabt.

Lärm, Dreck und Raserei: Die Anwohner der Römerstraße in Büderich klagen seit Jahren über den Verkehr vor ihrer Haustür. „Obwohl es sich um eine Wohnstraße handelt, mussten wir steigende Lärm- und Luftbelastungen hinnehmen. Seit dem Ausbau des Gewerbegebiets Bataverstraße in Neuss fahren immer mehr Lastwagen durch unsere Straße“, klagt Klaus Bästlein, Initiator der „Verkehrsberuhigung Römerstraße“, die von nahezu sämtlichen Anwohnern unterstützt wird.

In den verschiedenen politischen Gremien stand die Römerstraße regelmäßig auf der Tagesordnung. „Aber so richtig passiert ist nichts“, sagt Bästlein. Bis jetzt: Im Bau- und Umweltausschuss wurde beschlossen, dass auf dem Abschnitt von der Düsseldorfer Straße bis zur Stadtgrenze Tempo 30 gilt. „Wir freuen uns, dass die Verwaltung Wort gehalten hat“, sagt Bästlein: „Nun erwarten wir aber auch die sinnvolle Umsetzung, im Idealfall noch vor den Sommerferien.“

Zu einer „sinnvollen Umsetzung“ gehört nach Meinung der Anwohner auch, dass Gespräche mit der Stadt Neuss geführt werden, damit bereits auf Neusser Stadtgebiet entsprechende Schilder aufgestellt werden. „Es bringt ja nichts, wenn weiterhin Lastwagen aus Richtung Neuss über die Römerstraße fahren“, sagt Bästlein. Außerdem müsse es regelmäßige Kontrollen geben. „Und es wäre schön, wenn zusätzlich zu den Schildern Tempo-30-Hinweise auf die Fahrbahn gemalt würden.“

Ursprünglich ging es im Bauausschuss darum, ein Lkw-Verbot für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen – ausgenommen Lieferverkehr – für diesen Abschnitt der Römerstraße zu beschließen. Grundlage war ein Antrag der SPD-Fraktion, die die Verwaltung beauftragt hatte, zu prüfen, welche Möglichkeiten es gebe, um die Verkehrssituation auf der Römerstraße zu verbessern. Hierbei sollte auch das Umfeld (Laacher Weg, Bataverstraße, Deutsches Eck, Düsseldorfer Straße und Neusser Straße) berücksichtigt werden.

Der Beschluss
erfolgte einstimmig

„Wir sehen das Lkw-Verbot als ersten Vorschlag“, betonte Heidemarie Niegeloh (SPD): „Aber der Brennpunkt Römerstraße muss auch unbedingt im Mobilitätskonzept Thema sein.“ Langfristig müsse zudem eine gemeinsame Lösung mit den Nachbarstädten Düsseldorf und Neuss gefunden werden. „Denn der Verkehr Richtung Gewerbegebiet Bataverstraße muss anders geführt werden als durch den Büdericher Süden“, sagte Dirk Banse (SPD).

Der Technische Beigeordnete Michael Assenmacher berichtete im Ausschuss, dass die Verwaltung mit Anwohnern der Römerstraße gesprochen habe. Die hätten einen Bürgerantrag auf Tempo 30 gestellt. Er erklärte: „Wir als Verwaltung würden das begrüßen.“ Sämtliche Fraktionen gingen sofort auf den Vorschlag ein und formulierten einen entsprechenden gemeinsamen Fraktionsantrag auf Tempo 30, der einstimmig beschlossen wurde.

Die Anwohner hatten Tempo 30 zusätzlich als eine Art Absicherung für ein Lkw-Verbot gefordert. „Denn es ist nur bedingt zu erwarten, dass das Fahrverbot eingehalten wird“, sagt Bästlein. Mit Tempo 30 wolle man die Attraktivität für Lkw-Durchfahrten verringern und weniger Lärm und Bodenerschütterungen erreichen.

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