Meerbuscher Mataré-Schüler diskutieren mit Europa-Kennern

Podiumsdiskussion am Mataré : Heiße Diskussionen zur Wahlberechtigung in Europa ab 16 Jahren

Die Festwoche zum zehnjährigen Bestehen der Europaschule schloss das Mataré-Gymnasium in Büderich mit einer Podiumsdiskussion ab.

Am Freitag hat das Mataré-Gymnasium in Büderich eine Podiumsdiskussion unter dem Motto „Europa im Herzen?“ veranstaltet. Anlass war die Festwoche zum zehnjährigen Bestehen der Europaschule. Europa-Kenner aus der Region debattierten unter anderem über die anstehenden Wahlen und ihre persönlichen Visionen. Die Schüler brachten sich mit Fragen ein, wie zum Beispiel: „Warum dürfen wir mit 16 Jahren nicht an der Europawahl teilnehmen, obwohl es doch um unsere Zukunft geht?“

In der Aula des Mataré-Gymnasiums kamen an diesem Vormittag die Stufen neun bis elf als Publikum und Fragesteller zusammen. Die Debattierer auf der Bühne waren Meerbuschs Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage; Christian Lahusen, Professor unter anderem für politische Soziologie Europas an der Uni Siegen; Laura Möllers, Geschäftsführerin der „cives school“, Uni Duisburg-Essen; der Journalist Matthias Beermann; Horst Kraft von Attac Düsseldorf; Wilfried Pahlke, evangelischer Pfarrer in Meerbusch, und Heike Xhonneus, Euregio Rhein-Maas-Nord, Mönchengladbach.

Moderiert und vorbereitet haben die Diskussion Niclas Kempken und Victor Klausmeier aus dem Leistungskurs Sozialwissenschaften von Tobias Petruschkat. Die Eingangsfrage der Q1-ler: Was ist ihre Vision von Europa?

Pfarrer wünscht sich für Europa ein Leben in Würde und Toleranz

„Vision heißt für mich immer in die Zukunft blicken“, sagte Pfarrer Pahlke. Für Europa wünsche er sich ein Leben in Würde und Toleranz. Die Vorstellungen der anderen Gäste waren ähnlich. Es ging um Gleichbehandlung und gerechte Entwicklungen für Mensch und Natur. „Wichtig ist auch die Bereitschaft zuzuhören, auch darauf zu hören, was die jungen Menschen sich wünschen“, ergänzte Christian Lahusen. Damit spielte er auf die Fridays-for-Future-Bewegung an. Er appellierte an die Schüler, sich bei politischen Anliegen zusammenzuschließen. „So kann man etwas bewegen in
Europa.“

Einige Schüler meldeten sich da­rauf zu Wort. „Wieso dürfen wir noch nicht wählen, wenn es doch um unsere Zukunft geht?“, war eine Frage. „Wer von euch würde bei der Europawahl wählen gehen, wenn er dürfte?“, fragte Moderator Niclas. Fast alle Schüler in der Aula standen daraufhin auf.

Die Diskussionsteilnehmer sprachen sich weitestgehend positiv für das Anliegen der Gymnasiasten aus. Auch Bürgermeisterin Mielke-Westerlage würde sich „das für die Zukunft wünschen“. Laura Möllers war auch überzeugt, dass Jugendliche in dem Alter reif genug seien. „Außerdem könnte dadurch das Interesse der Schüler an Politik
wachsen.“

Warum die Schüler sich auch unabhängig von den Wahlen für Europa einsetzen sollten, lautete die Frage zum Abschluss. „Europa ist schützenswert, es lohnt sich, sich einzubringen. Macht Austauschprogramme und Interrail, nehmt mit, was ihr könnt. Nur so können wir zusammenwachsen und Europa verbessern“, meinte Laura Möller.

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