Meerbuscher Karnevalsprinz startet in die Session

Karnevalssession startet : Robert Daniels regiert bald die Jecken

Heute startet die Karnevalssession. Auch Meerbusch hat einen Karnevalsprinzen.

Ein Leben ohne den Karneval könnte sich Robert Daniels kaum vorstellen. Die Tradition wird seit Generationen in der Familie Daniels begangen. „Bereits meine Eltern haben sich im Zelt beim Karneval kennengelernt“, sagt der 55-Jährige. Das war vor mehr als 60 Jahren. Auch Daniels selbst lernte seine Frau Birgit so kennen.

Gemeinsam betreiben sie in Nierst eine Pferdepension, rund 45 Pferde haben sie aktuell in ihrer Ophut. „Ich bin ein wahrer Ur-Nierster“, sagt Daniels und lacht. Seit vielen Generationen betreibt die Familie auf dem 22 Hektar großen Hof klassische Landwirtschaft, jahrzehntelang hielten sie vor allem Schweine. „Vor gut 25 Jahren sind wir dann aber nach und nach vollständig auf Pferde umgestiegen“, erzählt er. Die Pferde werden von Daniels, seiner Frau und einer Mitarbeiterin rundum versorgt, das heißt gefüttert, auf die Wiesen gebracht, und es werden die Ställe ausgemistet – ein sehr zeitintensiver Job.

Bereits als Jugendlicher
engagierte er sich für Karneval

„Deswegen habe ich auch lange gezögert, als es um die Entscheidung ging, Prinz zu werden“, sagt Daniels. Doch als sich bei der ersten Vereinsversammlung der Nierster Karnevalsgesellschaft „Kött on Kleen“ für diese Saison niemand gefunden habe, hätten am nächsten Tag einige Vereinsmitglieder bei ihm vor der Tür gestanden und ihn gebeten, das Amt zu übernehmen. „Ich habe mir dann eine Woche Bedenkzeit geben lassen“, so der Landwirt, der seit 1982 im Verein aktiv ist.

Schon als Jugendlicher engagierte er sich dort und beteiligte sich am Wagenbau für den Rosenmontagszug. In Rücksprache mit seiner Frau entschied er sich schließlich dazu, die Position anzunehmen. Auf der nächsten Vereinssitzung wurde er dann zum Prinzen gewählt. „Ich werde viele Auswärtsauftritte haben, in Nierst und Umgebung, und dort Ansprachen oder Reden halten“, erklärt der Prinz und seine Frau ergänzt: „Aber dann natürlich auch mitfeiern!“

Die ganze Familie Daniels liebt die Karnevalstradition. Auch die Töchter des Ehepaars, die beide noch auf dem Hof wohnen und eine Ausbildung absolvieren, gehen am Rosenmontag zum Nierster Umzug, der als längster in Nordrhein-Westfalen gilt. „Um 9 Uhr fangen wir an und enden dann am Abend im Festzelt“, erzählt Birgit Daniels.

Ihr Mann beteiligt sich seit mehr als 20 Jahren an dem Wurstwagen, einem von insgesamt elf Wagen. Mit ihm zieht er Rosenmontag von Haus zu Haus und sammelt Würste ein, die am Abend im Zelt ausgegeben werden. „Man muss das in Nierst mal mitgemacht haben“, so Daniels über die besondere Karnevalstradition. „Das ganze Dorf macht mit, es gibt einen wahnsinnigen Zusammenhalt.“

Dabei ist die Karnevalsgesellschaft „Kött on Kleen“, die 1905 gegründet wurde, ein reiner Männerverein. „Ganz am Anfang war es ein Junggesellenverein“, erklärt Daniels.

Viel Zeit für andere Hobbys bleibt Robert Daniels neben Karneval und Beruf nicht. „Der Hof nimmt uns voll in Anspruch“, so der 55-Jährige. Wenn er Zeit hat, fährt Daniels gerne Rad, gemeinsam mit seiner Frau auf andere Dorffeste in der Umgebung oder beschäftigt sich mit seinen Hunden und Hühnern. „Die ursprüngliche Landwirtschaft steckt noch in mir“, so der Karnevalsprinz.

Ein Handy hat er nicht. „Das würde ich immer verlieren“, so Daniels, „und ich habe gerne meine Ruhe.“ Mit seinen Ministern Karl Schmelzer, Rainer Roos, Thomas Aretz, Tobias Bölte, Thomas Rössler und Friedhelm Haefs hat er allerdings eine WhatsApp-Gruppe, über die seine Frau ihn auf dem Laufenden hält.

Offiziell zum Prinz ernannt wird Daniels am nächsten Samstag, 16. November. An diesem Tag werden der Noch-Prinz Andreas Mertens sowie das Kinderprinzenpaar im Festzelt auf dem Nierster Schulhof, Stratumer Straße, verabschiedet und Daniels und das neue Kinderprinzenpaar Marie Neukirchen und Julian Vetten den jecken Nierstern vorgestellt. Der Einlass für die Feierlichkeiten ist um 19 Uhr, der Beginn traditionsgemäß um 20.11 (Eintritt: sieben Euro).