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Meerbuscher Jahresabschluss - Eine Lücke in der Bilanz

Meerbuscher Jahresabschluss - Eine Lücke in der Bilanz

Jahresabschluss 2010 wird nur eingeschränkt bestätigt.

Meerbusch. Im Jahresabschluss 2010 der Stadt Meerbusch gibt es eine Differenz: Um 44 360,16 Euro weichen Aktiva und Passiva in der Bilanz voneinander ab. Das hat das städtische Rechnungsprüfungsamt vor Monaten festgestellt. Doch trotz intensiver Suche der Kämmerei unter Leitung von Helmut Fiebig, der ITK Rheinland als technischem Dienstleister sowie Experten des Rechnungsprüfungsausschusses: Der Fehler ist nicht zu finden.

Meerbuschs Stadtsprecher nimmt das mit Bedauern und schwarzem Humor zur Kenntnis: „Gott sei Dank sind es nur 45 000 Euro“, sagt Michael Gorgs, und betont im gleichen Atemzug: „Es hat niemand in die Kasse gegriffen.“

Im Gegenteil: Auf der Aktivaseite des Abschlusses waren die 44 360,16 Euro ausgewiesen, weshalb Kämmerer Helmut Fiebig, um die Bilanz am Ende auszugleichen, das Eigenkapital der Stadt um diese Summe erhöhte. „Richtig ist das nicht“, kommentiert Fiebig die Notlösung ehrlich. Aber eine Alternative habe er nicht gesehen.

Mehr als vier Monate lang habe man „gewühlt und gesucht“ und vergeblich alle verdächtigen Positionen der Bilanz geprüft. „Wir haben allerdings nicht alle hunderttausend Buchungen kontrolliert“, sagt Fiebig. „Das geht nicht.“ Ehrenamtliche externe Prüfer habe er hinzugezogen, Steuerprüfer und Ratsherr Wolfgang Müller sowie Uwe Wehrspohn, doch auch sie hätten das Problem nicht gefunden.

In einer Woche wird der Rechnungsprüfungsausschuss nun sein Urteil über den 195 Seiten starken Jahresabschluss 2010 fällen. Geht alles nach Vorlage, wird sich der Rechnungsprüfungsausschuss den differenzierten Bericht des Arbeitskreises zu eigen machen und dem Jahresabschluss nur einen eingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilen, denn: „Die Ordnungsmäßigkeit der Buchführung ist nicht gegeben.“ Trotz dieser Einschränkung soll Bürgermeister Dieter Spindler entlastet werden.

Wie geht die Arbeit für Fiebig weiter? „Ich sehe keine Möglichkeiten mehr, den Fehler zu finden, es gibt keinen Hinweis, an welcher Stelle er stecken könnte.“

Neue Aufgaben warten auf sein Team: Für 2010 muss erstmals ein Konzernabschluss vorgelegt werden. Auch wenn die Stadt mit WBM und WNO nur an überschaubar wenigen Betrieben beteiligt ist, ist die Rechnung aufwändig und „noch nicht fertig, wie in nahezu 396 anderen NRW-Kommunen auch“, sagt Fiebig.