Meerbusch: Versteigerung bringt Rekordergebnis

Meerbusch: Versteigerung bringt Rekordergebnis

67 Räder und 50 weitere Fundsachen kommen in Lank unter den Hammer.

Lank. "Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten!" Fast 130-mal erklingt diese Schlussformel bei der Versteigerung, die der Fachbereich Ordnung an der Gonellastraße organisiert hat. Es gibt ein breites Angebot, das die etwa 80Besuchern schon eine halbe Stunde vor Beginn der Auktion intensiv begutachten können.

67 Fahrräder und etwa 50 weitere Fundsachen von der Armbanduhr bis zum Handy werden unter die Leute gebracht und sorgen schlussendlich für ein Rekordergebnis: 2009 Euro können als Einnahme im städtischen Haushalt verbucht werden.

Hochzufrieden zeigt sich Heiko Bechert, der Leiter des Ordnungsbereichs bei der Stadt, über das besten Halbjahresergebnis, das er je erreicht habe. Sein Auftritt als Auktionator lässt beim Besucher nicht den kleinsten Verdacht aufkommen, dass Bechert nur zweimal pro Jahr diese Rolle übernimmt: Souverän, witzig und unterhaltsam motiviert er die Zurückhaltenden und versucht, auch die rostigsten und fahruntüchtigsten Drahtesel meistbietend zu veräußern.

Nur sein abschließender Schlag mit dem kleinen Zimmermannshammer auf die nächstgelegene weichgepolsterte Sattelfläche verpufft zart und ungehört und hat nichts von der Eindeutigkeit, die ein schwerer Holzhammer in einem der traditionsreichen britischen Auktionshäuser erzeugt.

Das günstigste Rad geht für einen Euro weg und befindet sich jetzt, wie Heiko Bechert erfuhr, auf dem Weg nach Gambia, wo es sicherlich noch lange Zeit genutzt werde.

Die teuersten Objekte sind ein edles 28er Damen-Hollandrad, das für 115Euro ersteigert wurde, und ein Mountainbike aus kanadischer Produktion - Neupreis etwa 1500Euro - das für 160Euro einen neuen Besitzer findet.

Als störend empfinden manche Besucher das Mitbieten von vier professionellen Händlern, die bei den interessanten Rädern kräftig mitsteigern und damit den finanziellen Rahmen manch eines Schnäppchenjägers weit übertreffen. Bechert sieht aber auch einen Vorteil in der Anwesenheit gewerblicher Bieter: Der Besucher solle sich einfach an den Geboten der Profis orientieren, liefern diese doch einen guten Anhaltspunkt für den tatsächlichen Wert eines Fahrrads.

Die Versteigerung war die letzte auf dem Hof des Verwaltungsgebäudes an der Gonellastraße in Lank-Latum. Die Villa Löwenburg und das Nebengebäude werden verkauft. Bechert und sein Fachbereich ziehen noch in diesem Jahr in das Verwaltungsgebäude an die Wittenberger Straße um. Die Fahrräder werden künftig in Osterath gelagert. Die nächste Fundsachenversteigerung wird am 14.September am neuen Standort stattfinden.

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