Meerbusch Verein Meerbusch hilft stellt sich im Forum Wasserturm vor

Verein „Meerbusch hilft“ stellt sich vor : Verein sucht Bürger, die mit anpacken

„Meerbusch hilft“ stellt sich am 2. Februar erstmals öffentlich mit seinen Projekten vor.

Sellerieknollen liegen neben Lauchstangen, Körnerbrötchen neben Donuts, Joghurt neben Mais-Konserven. Die Lebensmittel für die aktuelle Ausgabe der Meerbuscher Tafel in der Büdericher Heilig-Geist-Kirche sind drapiert, Sabine Wimmer und Jochen Petzold haben ihre Schürzen geschnürt und warten nun auf ihre Kunden: alte und junge Menschen, allein erziehende Mütter, Meerbuscher und Geflüchtete. In der Büdericher Tafel-Ausgabe sind alle 120 Kundenkarten vergeben, in Osterath sind es aktuell 80. Für zwei Euro können sich deren Inhaber bei der Tafel mit frischen und haltbaren Lebensmitteln eindecken.

 „Die Arbeit bei der Tafel erfüllt mich mit Glück“, sagt Wimmer, die sich dort seit knapp einem Jahr ehrenamtlich engagiert. Ebenso wie Jochen Petzold, der schon seit der Gründung der Meerbuscher Tafel im Jahr 2017 dabei ist. Er sagt: „Ich hatte schon lange die Idee, in Meerbusch eine Tafel zu gründen.“ Unter dem Dach des Vereins „Meerbusch hilft“ als Träger der Tafel sei es dann endlich gelungen. Wimmer und Petzold bilden auch das Team, das am Samstag, 2. Februar, beim ersten Markt der Möglichkeiten im Forum Wasserturm die Tafel vorstellen wird.

„Die Tafel ist aber nur eine von vielen Abteilungen von ‚Meerbusch hilft’, die sich bei dieser Veranstaltung präsentieren werden“, sagt Dirk Thorand, Vorsitzender des Vereins. „Wer überlegt, wie, wo und wann er sich ehrenamtlich engagieren kann oder sich einfach nur über unsere Arbeit informieren möchte, der wird auf dem Markt der Möglichkeiten mit Sicherheit fündig.“ Das Angebot richtet sich aber auch an die, die sich bislang nicht getraut haben, eines der Hilfsangebote zu nutzen. Oder an Bürger, die den Verein mit einer Spende unterstützen möchten.

Auf der vergangenen Mitgliederversammlung von „Meerbusch hilft“ kam die Idee auf, sich auf einer Art Messe zu präsentieren. „Rund drei Monate waren wir mit der Vorbereitung beschäftigt“, sagt Koordinator Ulli Dackweiler. „Jetzt sind wir gespannt, wer kommt. Das Ganze wird ein Experiment, aber wir hoffen natürlich auf ein volles Haus.“

Der Verein präsentiert seine
Arbeit an acht Ständen

An acht Ständen werden sich die „Meerbusch-hilft“-„Gewerke“ vorstellen. Neben der Tafel ist das etwa das Team vom Begegnungsabend im JuCa (dienstags 19 bis 22 Uhr). Dort kümmert sich jeweils eine Gruppe um die Kinder, eine andere bestückt das Buffet, und eine Person überlegt sich ein Thema für den sogenannten Sprachstammtisch. „Dieses Angebot richtet sich besonders an Geflüchtete“, sagt Thorand. „Und es bietet sich besonders an für solche Helfer, die nur abends, nach dem Job, Zeit für ein Ehrenamt haben.“ Ebenfalls dabei ist das Brückenprojekt, eine Art Kindergarten in den Flüchtlingsunterkünften in Büderich und Osterath. „Die dort zuständigen Fachkräfte freuen sich über Helfer, die beispielsweise mit den Kleinen basteln, ihnen Geschichten vorlesen oder mit ihnen spielen“, sagt Ulli Dackweiler.

Am vierten Stand präsentiert sich das Sachspendenlager, in dem Kleidung und Gegenstände für die Kleiderkammern entgegen genommen und sortiert werden. „Dort werden dringend Helfer gesucht.“ Außerdem dabei ist die Fahrradwerkstatt, in der sich Bastler engagieren können, die Lust haben, defekte Räder wieder fit für den Straßenverkehr zu machen. Die sechste Gruppe präsentiert das Nähprojekt und das Frauen-Café, das beispielsweise Ausflüge mit Flüchtlingsfrauen macht, aber auch Sport und Kosmetiktreffs anbietet.

An den Ständen sieben und acht informieren Diplom-Sozialpädagoge Bernd Wilhelmus und der Vorstand von Meerbusch hilft über ihre Arbeit. Wilhelmus bietet Hilfe in Alltagsfragen und bei Behördengängen an. Außerdem unterstützt er Menschen, „die in Arbeit gehen“. Dirk Thorand kümmert sich um zahlreiche Orga-Aufgaben, plant Events und vernetzt die verschiedenen Abteilungen. „Das ist schon ein bisschen wie in einer kleinen Firma“, sagt er. „Ich wünschte mir manchmal, mein Tag hätte 26 Stunden.“ Und obwohl er schon so manche Stunde in sein Ehrenamt investiert hat, betont er: „Mir macht es unbedingte Freude.“

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