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Meerbusch: Sprechstunde von Bürgermeister Christian Bommers ist gefragt

100 Tag nach Amtsantritt : „Habe hoch motiviertes Team“

Bis Mitte März sind die Sprechstunden bei Bürgermeister Christian Bommers schon ausgebucht.

Genau vor drei Monaten trat Christian Bommers sein neues Amt als Bürgermeister an: mit Maske, Abstand und jeder Menge Videokonferenzen. Wir haben mit ihm darüber gesprochen, wie er die Zeit bisher erlebt hat.

Wo erreichen wir Sie gerade?

Christian Bommers: … an meinem Schreibtisch im Büro auf der Dorfstraße.

Wie gehen Sie für sich mit der Frage Homeoffice oder Rathausbüro um? Kann ein Bürgermeister – zumindest zeitweise – aus dem Homeoffice agieren?

Bommers: Zum überwiegenden Teil bin ich schon in meinem Büro. Da ich aber auch alleine im Raum sitze und die restliche Rathausmannschaft zu großen Teilen, wechselnd im Homeoffice ist, kann ich das vertreten. Die ein oder andere Videokonferenz, entweder früh am Morgen oder am Abend verfolge ich aber auch von zu Hause.

Mehr Bürgernähe war ein wichtiger Punkt in Ihrem Wahlkampf. Was haben Sie da schon umsetzen können?

Bommers: Viele persönliche Treffen sind durch die coronabedingten Kontaktbeschränkungen natürlich nicht möglich gewesen. Ein zentrales Versprechen aus dem Wahlkampf habe ich allerdings in der letzten Woche umgesetzt: Jeden Dienstag von 17 bis 19 Uhr können sich die Meerbuscherinnen und Meerbuscher im Rahmen der neuen Bürgersprechstunde an mich wenden. Bis wir uns wieder persönlich treffen können – wechselnd in Büderich, Osterath und Lank-Latum – läuft die Bürgersprechstunde entweder telefonisch oder als Videokonferenz. Das Angebot kommt bestens an, bis Mitte März sind schon alle Termine ausgebucht. Es würde mich freuen, wenn das Interesse so hoch bleibt.

Sie hatten sich auch vorgenommen, gleich zu Beginn Ihrer Amtszeit möglichst viele Mitarbeiter der Verwaltung persönlich kennenzulernen. Ist das trotz Corona gelungen?

Bommers: Nein, leider nicht. Die geplanten Kennenlerntreffen, die ich an jedem Standort der Stadtverwaltung geplant hatte, konnten natürlich nicht stattfinden. Dennoch habe ich zwischenzeitlich schon viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch persönlich in Vier-Augen-Gesprächen, in Telefonaten oder eben in Videokonferenzen kennenlernen können. Bei aller Herausforderung und Komplexität der vor uns liegenden Aufgaben – ich bin froh und erleichtert, ein hochmotiviertes Team an meiner Seite zu wissen.

Zumindest mit Ihren engsten Mitarbeitern – etwa Kämmerer Christian Volmerich und Erster Beigeordneter Frank Maatz – scheinen Sie bereits sehr vertraut. Im Ausschuss konnten wir beobachten, dass Sie sich duzen. Das ist ein Kulturwandel. Wie wichtig ist Ihnen das?

Bommers: Ich sitze mit dem Verwaltungsvorstand jede Woche am Dienstagvormittag zusammen (derzeit natürlich per Videokonferenz). In diesem Kreis besprechen wir alle aktuellen, bereichsübergreifenden Themen und arbeiten an der Ausrichtung für die kommenden Jahre. Mir war gleich in der ersten Sitzung des Verwaltungsvorstandes an meinem ersten Arbeitstag wichtig, dass wir in ein vertrauensvolles Miteinander finden. Da gehört für mich das kollegiale „Du“ einfach mit dazu. Es freut mich, dass alle gleich darauf eingestiegen sind und wir schnell in eine gute Arbeitsatmosphäre gefunden haben.

Mitten in der Corona-Krise ein solches Amt anzutreten, ist eine besondere Herausforderung. Wenn Sie Ihre ersten drei Monate im Amt mit drei Worten beschreiben müssten. Welche wären das?

Bommers: Anspruchsvoll – Verantwortung – Zusammenhalt.

Welche Begegnungen oder Erlebnisse haben Sie in den ersten drei Monaten als Bürgermeister besonders beeindruckt?

Bommers: Als Quereinsteiger und frisch im Amt ist mir natürlich viel Neues begegnet. Somit gab es auch viele besondere Erlebnisse. Insgesamt fasziniert mich die Vielschichtigkeit dieser Aufgabe, die Fülle an unterschiedlichsten Themen, die häufig nur ein Arbeitstag bringt.Besonders motivieren mich Gespräche mit Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die sich wirtschaftlich, sozial oder ehrenamtlich für die Stadtgesellschaft einsetzen. Hier hat es in meiner Amtszeit auch schon einige anregende Begegnungen gegeben.

Bereits kurz nach der Amtseinführung haben Sie Ihren ersten Haushalt eingebracht. Wie war das für Sie – auch in Anbetracht der Corona-Pandemie?

Bommers: Wirtschaftlich auf soliden Füßen zu stehen ist die Grundlage für unsere gesamte Arbeit in Politik und Verwaltung. Das ist mir immens wichtig. Um tatkräftig zum Wohle der Stadt und der Menschen hier bei uns arbeiten zu können, brauchen wir politische Beschlüsse und Weichenstellungen, die von einer stabilen Mehrheit getragen sind – vor allem brauchen wir einen tragfähigen Haushalt. Wir wollen Meerbusch in Sachen Klimaschutz, Mobilität, Digitalisierung, Siedlungsentwicklung oder auch Kinderbetreuung weiter nach vorn bringen und nachhaltig für die Zukunft rüsten. Die Einschränkungen, die Corona uns beschert, dürfen diesen wichtigen Aufgaben nicht im Wege stehen.

Bleiben durch die Pandemie wichtige Projekte auf der Strecke oder verzögern sich?

Bommers: Natürlich müssen wir das ein oder andere Projekt neu priorisieren und gegebenenfalls etwas nach hinten schieben. Grundsätzlich aber verfolgen wir die Maßgabe, den Verwaltungsbetrieb und die anstehenden Projekte trotz der Hemmnisse, die uns Corona täglich beschert, wie gewohnt weiter voranzutreiben.

Worauf freuen Sie sich eigentlich als Bürgermeister besonders, wenn die Pandemie denn endlich vorüber ist?

Bommers: Darauf, dass das gesellschaftliche Leben in der Stadt wieder in Schwung kommt. Auf die Begegnungen im Handel, der Gastronomie und auf den unterschiedlichen Festen im Stadtgebiet. Natürlich aber auch darauf, dass wieder andere Themen in den Vordergrund rücken, die derzeit von der Pandemie überlagert werden. Damit wir wieder dahin kommen, gilt es sich an die Regeln zu halten und wir brauchen eine große Impfbereitschaft, um den entscheidenden Schritt voran zu kommen.

Letzte Frage: Schon bei Ihrer Bewerbung fanden Sie die Vorstellung reizvoll, mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Haben Sie das schon gemacht?

Bommers: Ja klar! Insbesondere der November hatte viele schöne Tage, die zum Radfahren eingeladen haben. Jetzt freue mich auf das Frühjahr und werde Rad fahren.