Ausstellung im Meerbusch-Gymnasium Schülerkunst vermittelt Integration und Nachhaltigkeit

Meerbusch · Im Meerbusch-Gymnasium wurde die Ausstellung „Vielfalt Kunst“ eröffnet. Neben einem Elefanten aus Gips ist auch eine Neuinterpretation der Mona Lisa dabei. Bei den Projekten geht es auch um Integration und Nachhaltigkeit.

 Nach der Eröffnung ist die Ausstellung noch bis zum 24. Juni im Gymnasium am Mönkesweg zu sehen.

Nach der Eröffnung ist die Ausstellung noch bis zum 24. Juni im Gymnasium am Mönkesweg zu sehen.

Foto: Bretz, Andreas (abr)

Wenn man das Foyer des Städtischen Meerbusch-Gymnasiums betritt, sieht man in diesen Tagen einen Fuchs mit bunten Federn am Kopf, eine Mona Lisa mit Sonnenbrille und einen blauen Elefanten.

Das alles sind Kunstwerke von Schülern des Gymnasiums, die im Rahmen der Ausstellung „Vielfalt Kunst“ ausgestellt werden. Dafür verantwortlich ist Michaela Kura. Die Künstlerin leitet in der Schule zwei Kunst-AGs und versucht Kindern, die Deutsch nicht als Muttersprache haben, Kunst zu vermitteln.

In der Trash-Art-AG wird
Müll zu Kunstwerken

Eine der Kunst-AGs ist die Trash-Art-AG, die immer donnerstags stattfindet. In dieser AG versuchen die Schüler, Kunst aus Müll herzustellen. „Wir schauen, was man von den Dingen, die wir tagtäglich wegwerfen, vielleicht doch noch verwenden kann“, sagt Michaela Kura. In diesem Jahr hat die Gruppe unter dem Motto „Konsumästhetik“ zum Beispiel Plastikmüll und Metallreste wiederverwendet. Kunstvoll drapiert und vom Nahen fotografiert ist dieser ehemalige Müll zu Kunst geworden. Diese Fotos hat die AG dann beim Deutschen Jugendfotowettbewerb eingereicht. Ein Bild hat es sogar bis in die Endausscheidung geschafft. Darüber haben sich die Kinder und auch Michaela Kura sehr gefreut.

Und so hüpfen die Kinder bei der Eröffnung der Ausstellung aufgeregt umher und zeigen den Eltern stolz ihre Ergebnisse. Unter ihnen ist auch Julia Linten. Die dreizehnjährige ist Teil der Werkstatt „Vielfalt Kunst“. Das ist die zweite Kunst AG, die Michaela Kura leitet. Ein Projekt dieser Gruppe war das Erstellen von Plakaten für den Wettbewerb „Bunt statt Blau“ der Krankenkasse DAK. Der Wettbewerb möchte erreichen Jugendliche für Alkoholmissbrauch zu sensibilisieren. „Wir haben es geschafft zwölf Plakate einzureichen“, sagt Kura. Mit diesen zwölf Plakaten war die AG ziemlich erfolgreich. Ein Plakat hat es zum Beispiel bei den Landessiegern in NRW auf Platz neun geschafft. Und das Plakat von Julia schaffte es sogar auf Platz sechs. „Ich war total überrascht und habe mich gefreut“, erzählt sie.

Auf ihrem Plakat ist eine Frau mit dunklen Haaren und einem dunkelblauem Kleid zu sehen. „Ich habe mir gedacht, dass die Frau sozusagen ein Teufel des Alkohols ist“, erklärt Julia. Über dem Kopf der Frau schwebt die Spielkarte Bube. „Der Bube ist ein Zeichen für Freiheit und eben ein Joker, dass man wieder ins Leben zurück kommen kann“, sagt die Schülerin.

Gegenüber von den Plakaten steht der blaue Elefant und der Fuchs mit den Federn im Haar. Die Skulpturen sind ein Gemeinschaftsprojekt der beiden Kunst AGs. „Die Idee dahinter war, dass alle Menschen gleich sind“, sagt Michaela Kura. Und so haben alle Kinder die gleichen Materialien bekommen, aus denen dann ganz unterschiedliche Kunstwerke entstanden sind. Denn neben dem Fuchs und dem Elefanten ist zum Beispiel auch eine Giraffe oder ein Fliegenpilz aus Gips zu sehen.

Die dritte Gruppe, die an der Ausstellung mitgewirkt hat, stammt aus dem DAZ Unterricht, an dem Kinder teilnehmen, die Deutsch nicht als Muttersprache haben. In dem Kunstprojekt mit Michaela Kura lernen die Schüler dann anhand von Kunst Deutsch. „Wir haben ein Konzept, dass wir uns Künstler erst mal anschauen“, erklärt Kura. Der zweite Schritt ist dann zu überlegen, wie man solche Werke hinbekommen kann. So entstand zum Beispiel eine Neuinterpretation der Mona Lisa. Statt einem schwarzbraunen Umhang trägt die berühmte Frau jetzt ein lilafarbenes Nike T-shirt und eine Sonnenbrille. Deutsch über Kunst lernen „ist auch eine gewisse Herausforderung, erzählt Kura. Denn manchmal versinken die Kinder so in ihrer Kunst, dass sie gar nicht miteinander reden oder sie unterhalten sich in ihrer Muttersprache. „Dann gibt es noch Kinder, die nicht so kunstaffin sind und einfach schnell fertig werden wollen“, erzählt die Künstlerin.

Trotz allen Herausforderungen ist am Ende diese Ausstellung entstanden. Die zeigt wie vielfältig Kunst und Künstler sein können.