Brauchtum in Meerbusch Ralf Höterkes ist Schützenkönig von Büderich

Büderich · Der 59-jährige Malermeister ist Kompanieführer des Matrosencorps. Unter den Jungschützen setzte sich Jonas Meisenberg durch.

Mit einem gekonnten Schuss auf die Königsplatte sicherte sich Ralf Höterkes vom Matrosencorps den Titel und wurde dann bejubelt.

Mit einem gekonnten Schuss auf die Königsplatte sicherte sich Ralf Höterkes vom Matrosencorps den Titel und wurde dann bejubelt.

Foto: Hans-Juergen Bauer (hjba)

Meerbuschs größter Stadtteil hat wieder einen König! Nachdem im Vorjahr mit Monique I. Schuchardt zum ersten Mal eine Frau auf dem Schützenthron saß, nimmt mit Ralf Höterkes vom Matrosencorps nun wieder ein männlicher Schütze dort Platz. Mit einem gekonnten Schuss auf die Königsplatte konnte der 59-jährige Malermeister am Samstag im Hallenbadpark seinen persönlichen Schützentraum pünktlich zum
25. Jubiläum der beruflichen Selbstständigkeit wahrmachen. An seiner Seite strahlte schon kurz nach dem Königsschuss Ehefrau Michaela als angehende Schützenkönigin – offiziell gekrönt werden die Büdericher Königinnen immer erst auf dem Schützenfest selbst. Höterkes ist seit 41 Jahren Mitglied der St. Sebastianus-Bruderschaft von 1567 und seit über zweieinhalb Jahrzehnten Kompanieführer des Matrosencorps. Der dreifache Familienvater engagiert sich außerdem im Kirchenvorstand der Gemeinde St. Mauritius und Heilig Geist.

Das Matrosen Corps ist 1999 gegründet worden und aus der Marine-Kompanie 1925 hervorgegangen. Mittbegründer Höterkes ist nach Michael Bödefeld der zweite Regimentskönig aus den Reihen der sehr familiären Kompanie. Höterkes war übrigens schon 2014 Minister bei dem damaligen König Michael Bödefeld. Der Malermeister weiß also genau, was jetzt alles auf ihn zukommt. Ein gutgehütetes Geheimnis ist allerdings noch, wen der Schützenkönig ins Kabinett berufen wird. Für gewöhnlich werden in Büderich beim Ehrenabend zwei Wochen vor dem Schützenfest vier Minister für spezielle Ressorts ernannt. In der Regel haben sie mit dem beruflichen Hintergrund der Amtsträger oder Eigenarten des Schützenwesens zu tun – man darf also gespannt sein.

Zwei weitere Majestäten vervollständigen traditionell das Büdericher Königshaus: Unter den Jungschützen setzte sich Jonas Meisenberg vom Bundestambourcorps Rheintreue durch. Der junge Kfz-Mechatroniker wird von Julia Devaux begleitet. Bei den Jungschützen gibt es in Büderich seit einigen Jahren die Möglichkeit, eine Königin oder einen Prinzgemahl zu erwählen oder mit zwei Ministern durch die Regentschaft zu gehen.

Daniel Thywissen hat die Bruderschaft stark gefördert

Am Ehrenvogel war schließlich Daniel Thywissen erfolgreich. Natürlich fragt sich nun jeder, ob die Tatsache, dass der Hubertusschütze Mitgesellschafter des Footballclubs Rheinefire ist, auch Auswirkungen auf die Gestaltung des Schützenfestes haben wird. Der Unternehmer ist außerdem Ratsherr der CDU und weiß mit Ehefrau Daniela eine begeisterte Schützin an seiner Seite. Schließlich ist sie beim Artillerieverein Büderich aktiv. Thywissen hat sich in den vergangenen Jahren an vielen Stellen als Förderer der Bruderschaft und der Jungschützen hervorgetan, ist aber auch seit Jahrzehnten Schützenbruder mit Herz und Seele.

Aber das bunte Treiben am Hallenbadpark ist auch immer die Kulisse für das Pfänderschießen. In langen Reihen warten die Schützen vor drei Vögeln darauf, eines der begehrten Pfänder zu ergattern. Nur mit einem glücklichen Treffer, der die Vögel einzelner Teile beraubt, können die Schützen die beliebten Orden erringen, die dann die Uniform zieren und von der Treffsicherheit des Trägers künden.

Bei den Schützen am Hauptvogel traf als erstes Michael Bödefeld vom Matrosencorps den Kopf, was sich als gutes Omen erweisen sollte. Den rechten und linken Flügel errangen Jörg Hassels (Jägerlust) und Christina Höfling (Eintracht). Der Matrose Michael Münsters konnte den Schwanz ergattern und Tim Freitagsmüller (Heiderös’chen) den Rumpf.

Bei den Jungschützen war zuerst Celina Bödefeld von den Matrosen erfolgreich, die wie ihr Vater den Kopf erringen konnte. Die beiden Flügel gingen an Sofia Brors von den Börker Rös’chen und Janik Schmiebusch von den Armbrustschützen.

Ruben Herweck (Hubertus-Kompanie) erlegte den Schwanz, unter den Ehrengästen taten sich Regimentsarzt Bernd Schumacher-Adams (Kopf), Ratsherr Felix Nieberding und die scheidende Ministerin Lisa Vogels (Flügel) sowie der Blaue Husar Marcel Hermes (Schwanz) als Vertreter der örtlichen Karnevalsgesellschaft Blau-Weiß hervor.

In Büderich beginnt jetzt die relativ kurze Vorbereitungszeit von nur drei Wochen für das Schützenfest. Bis zu den Pfingsttagen müssen Rosen gedreht und Kleider gekauft werden, der Thron gezimmert und die Straßen geschmückt sein, bevor es losgeht. In den Kompanien und vor allem bei den Königshäusern herrscht bis dahin rege Betriebsamkeit.

Übrigens zum Abschluss der Regentschaft wird Ralf Höterkes dem von der Bruderschaft gestalteten Pfad der Jahresbäume am Eisenbrand die Mehlbeere hinzufügen. Dort erinnern nämlich die Bäume des Jahres seit einigen Jahren an die Büdericher Schützenmajestäten.