Zweitägige Ausstellung in der Teloy-Mühle : Erste Ideen für Kunstpfad am See liegen vor

Unter dem Motto „Kunst trifft auf Natur“ reichten Künstler ihre Arbeiten ein. Sie werden jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt.

Sven Rünger aus Düsseldorf stellt sich eine goldene Skulptur vor, die am Ufer des Sees liegt. Man könnte denken, dort liegt eine zusammengerollte Schlange – Ähnlichkeiten mit der Anakonda vom Latumer See sind vermutlich rein zufällig. Eri Krippner, Künstlerin aus Meerbusch, stellt sich ein farbenfrohes Windspiel am See vor. Jörg Wiele, wieder aus Düsseldorf, geht mit einer kinetischen Plastik ins Rennen. Alle gemeinsam – und mit ihnen weitere knapp 30 Künstler – bewerben sich mit ihren Kunstwerken für den Kunstpfad rund um den Latumer See.

Der hat bereits eine Geschichte: Denn fast zwei Jahre ist es schon her, seit das Projekt auf dem Tisch liegt. „Kunst trifft auf Natur“ heißt der Wettbewerb, den der Meerbuscher Kulturkreis (MKK) ins Leben gerufen hat. Kooperationspartner sind die Stadt Meerbusch und der Heimatkreis Lank. Bevor der Kulturausschuss Anfang 2020 das weitere Vorgehen entscheidet, wird jetzt an diesem Wochenende mit einer Foto-Ausstellung in der Teloy-Mühle die Öffentlichkeit informiert.

27 Künstler mit fast 50 Werken zeigen anhand von Fotos oder Skizzen, wie sie die Idylle rund um den See mit ihrer Kunst gestalten wollen. Sie schlagen Werke aus verschiedenen Materialien vor – der eine baut eine Skulptur aus Robinie, der andere benutzt Walzblei, andere Plexiglas, Granit, Ton, Bronze, Tuffstein, Holz oder Edelstahl.

Bei der Motivwahl spielt auch die lokale Bedeutung, die Geschichte des Latumer Sees eine Rolle. „Wir waren überzeugt, dass sich Natur und Kultur wunderbar verbinden lassen. Die Auswertung der Arbeiten hat das bestätigt“, sagt Lothar Beseler. Der MKK-Vorsitzende ist Leiter der Projektgruppe, zu der außerdem vom MKK auch Heribert Schween und Georg Neuhausen (zudem Kulturausschuss-Vorsitzender) sowie Heimatkreis-Vorsitzender Franz Jürgens und sein Vorgänger Franz-Josef Radmacher gehören. Die Stadt Meerbusch ist mit Ute Piegeler, Fachbereichsleiterin Kultur, und Michael Betsch, Bereichsleiter Grünflächen, vertreten. Ebenfalls an der Projektentwicklung beteiligt waren Andrea Blaum (BUND), Wolf D. Meyer-Ricks (Nabu) und Thomas Cieslik als Schriftführer sowie Rainer Füssen und Robert Mertens, Vorstand Fischereisportverein (FSV Lank 1934) Lank.

„Vielleicht wird im Verlauf des Projekts auch Kunst im oder auf dem See zu sehen sein,“ so Lothar Beseler. So hat zum Beispiel Suzi Zimmermann aus Berlin ein Kunstwerk mit dem Namen „Stern von Latum“ eingereicht. Sie zeigt einen Stern, der wie eine Sonne im See versinkt. Und Klaus Niewöhner aus Meerbusch hat eine Skulptur mit dem passenden Namen „Undine“, eine große, liegende Form, die sich bewegt, eingereicht. Michael Franke aus Erkelenz bewirbt sich unter anderem mit einer Figur aus Bronze und Edelstahl, die einen „Seiltanz am See“ darstellt.

Neben der Projektgruppe hat auch ein Gestaltungsbeirat bei der Auswahl der Kunstwerke beraten. Ihm gehören Ute Canaris, die Kunsthistorikerinnen Margot Klütsch und Isabelle von Rundstedt sowie Kurator Bernd R. Meyer und der Künstler Christian Forsen an.

Wo die Kunstwerke letztendlich stehen sollen, werden die Projektgruppe und der Gestaltungsbeirat noch bekannt geben. Es wurde schon mal festgelegt, die große Wiese neben dem kleinen Teich für Kunstevents zu nutzen.

Die Ausstellung jetzt am Wochenende soll dazu dienen, alle Kunstwerke und das Projekt der Öffentlichkeit vorzustellen und erste Reaktionen einzuholen. Danach geht es ums Geld, muss die Finanzierung für die Ankäufe der Kunstwerke geklärt werden. „Wir wünschen uns ein Projekt als Aktion der Bürgerschaft“, sagt Lothar Beseler. Zum Start ist die Installation von vier bis fünf Kunstwerken rund um den Latumer See vorgesehen. Das gesamte Projekt soll schließlich einen Zeitraum von zehn bis 20 Jahren einnehmen.

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