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Meerbusch: Ökomarkt in Lank mit neuen Ideen zum Klimaschutz

Veranstaltungen in Meebusch : Viele Neuzugänge auf dem Ökomarkt

Rund 80 Aussteller präsentierten ihr Angebot zum nachhaltigen Leben in der Lanker Innenstadt. Angel Bikes kooperiert mit Start-up.

Sonniges trockenes Wetter, viele gut gestimmte Besucher und ein bunt gemischtes Angebot von ökologischen und regionalen Produkten gab es gestern beim Ökomarkt in der Lanker Innenstadt. Einige frühere Anbieter hätten die Corona-Krise nicht überstanden, berichtet Wolf Meyer-Ricks vom Veranstalter Nabu, dafür gebe es aber Neuzugänge. Dazu zählt das Düsseldorfer Start-up „Glasbote“, das Lebensmittel im Mehrwegglas ausliefert. An ihrem Stand präsentieren die beiden Gründer Julia Riensche und Florin Kütten ihr Angebot. Als Kooperationspartner mit dabei ist der Strümper Sascha Plewka mit seinem Lieferdienst Angel Bikes. „Wir beliefern schon Kunden in Büderich. Der Ökomarkt ist eine gute Gelegenheit, um das Angebot zu pushen und auch in den anderen Stadtteilen publik zu machen“, sagt Sascha Plewka. „Seit März liefern wir auch Gemüse und Obst vom Carlsplatz“, sagt Julia Riensche. Eine Lanker Dame mit Hund ist beeindruckt: „Das ist ja toll, das muss ich mir mal durch den Kopf gehen lassen.“

Neu auf dem Markt ist auch die „Mehlkiste“, ein Marktwagen aus Grevenbroich mit Backzutaten, und ein weiterer Bio-Winzer. Am Stand der Mitarbeiter des Bereichs Umwelt der Stadt nutzen Besucher die Gelegenheit, sich über die Auswirkungen des Klimawandels auf ihren Wohnort zu informieren. Dazu hat die Stadt große Karten mit der Temperaturverteilung im Stadtgebiet aufgehängt. „Wir wohnen genau hier“, zeigt ein Lanker auf eine rot markierte Fläche, mit der Hitzeinseln in den Sommermonaten gekennzeichnet sind. In Kalverdonk, wo ein neues Wohngebiet entstehen soll, ist die Fläche noch mit kühlem Blau markiert. „Das ändert sich dann. Aber man braucht ja auch Wohnungen“, sagt er.

1993 hatte der Naturschutzverband Nabu den Ökomarkt in Lank zusammen mit der Stadt initiiert. „Ich wollte keine Nischenveranstaltung machen nach dem Motto ,da tauschen die Ökos ihre Rezepte aus‘. Deshalb waren von Anfang an Kunsthandwerk und die Vereine mit dabei, so dass es eine runde Geschichte ist“, sagt Meyer-Ricks über das Konzept, das auch heute noch aufgeht.

Beim Fahrradclub ADFC können die Besucher gebrauchte Räder kaufen und an dem Vormittag sogar ein schickes Designrad erstehen, das bei der Vorbesitzerin nicht zum Einsatz kam. 1720 Euro soll es neu gekostet haben, nun noch 670 Euro.

Auf dem Kindertrödelmarkt verkaufen Mädchen ihre rosa Gardrobe, Jungen Armeen von gesammelten Fantasiefiguren, Familien den ausgedienten Tripp-Trapp-Stuhl. Im Umfeld von Mrs Books werden gebrauchte Bücher angeboten. „Das ist der Gedanke der Kreislaufwirtschaft, dass nicht mehr benötigte Gegenstände von anderen weiterverwendet werden“, sagt Andrea Blaum von der Meerbuscher Ortsgruppe des BUND. Sie lobt: „Der Markt entwickelt sich in die richtige Richtung.“ Dabei freut sie sich auch, dass nun Gruppen wie die neu gegründeten Meerbuscher Landfrauen dabei sind.

In den Cafés sitzen Gäste und verfolgen beim Getränk und einen Snack das Treiben. Frisch gebackenen Kuchen auf der Hand bietet der Stand von drei Abiturienten der Maria-Montessori-Gesamtschule an. „Wir bessern unsere Kasse für die Abiparty auf. Wegen Corona kam noch nicht genug zusammen“, sagt Vincent Naal.