Meerbusch: Noch keine Kandidaten für den Integrationsrat

Meerbusch: Noch keine Kandidaten für den Integrationsrat

Am 7. Februar soll der Integrationsrat gewählt werden, doch noch gibt es keine Bewerber. Die Frist endet am 13. Januar.

Meerbusch. Am 7. Februar soll der erste Integrationsrat in Meerbusch gewählt werden. Bis zum kommenden Mittwoch müssen die Kandidaten ihre Unterlagen im Wahlamt einreichen. "Noch liegt uns keine Bewerbung vor", sagt Michael Marschall, der Leiter des Wahlamtes an der Gonellastraße in Lank.

Doch die Möglichkeit, dass in Meerbusch lebende Ausländer aus einem eigenen Gremium heraus Einfluss auf die Kommunalpolitik nehmen, Stellung nehmen und Themen anstoßen, stößt offenbar auf Interesse. Bei einem Besuch im Büro und auch telefonisch hätten sich Meerbuscher erkundigt; Türken, eine Kanadierin, Belgier, Niederländer oder auch "gerade eben eine Frau aus der Ukraine", erzählt Marschall.

Dass die Zahl konkreter Interessenten überschaubar ist, lässt ihn noch kein Scheitern der Wahl mangels Bewerber fürchten. "2004 hatten wir nur zwei oder drei Anfragen und gar keine Formularanforderung", sagt er. "Ich harre jetzt der Dinge, die da kommen werden."

Zehn Kandidaten - also in Meerbusch lebende Ausländer, die mindestens 16Jahre alt sind - müssen sich zur Wahl stellen, damit diese am 7.Februar stattfinden kann. Das könnte gelingen, denn laut Marschall haben die türkischen Interessenten von einer Liste mit 15 Bewerbern gesprochen. Die übrigen seien Einzelkandidaten, "die hatten keine Streitmacht hinter sich".

Vor allem technische Fragen hat er in den vergangenen Wochen beantwortet: Welche Funktion hat der Integrationsrat, wie kann man sich engagieren, wie ist seine finanzielle Ausstattung und wie hoch ist der zeitliche Aufwand?

Die Antworten darauf sind nicht einfach. "Ich habe grundsätzlich auch auf die Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Migrantenvertretung verwiesen, die über die Inhalte der Arbeit Auskunft geben kann", sagt Marschall.

Klar ist: Der Integrationsrat in Meerbusch wird auf jeden Fall mit einem Budget für Sachmittel ausgestattet, seine Mitglieder werden mit einer Aufwandsentschädigung bedacht, doch im wesentlichen sind ihre Arbeit und ihr Engagement ehrenamtlich.

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