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Meerbusch: Neues Geschäft verkauft Hanf-Produkte für Menschen und Tiere

Einzelhandel in Meerbusch : Kosmetik, Öle und Snacks auf Hanfbasis

Seit Anfang Dezember hat das Hempiness in Büderich geöffnet. An der Dorfstraße 32a gehen dort seitdem Kosmetik, Tees und Lebensmittel auf Hanfbasis über die Theke – ganz ohne Rausch. Vom Lockdown ist der Laden nicht betroffen.

Der kleine Laden an der Dorfstraße 32a in Büderich hat an diesem verregneten Morgen soeben seine Türen geöffnet, da strömen bereits die ersten Kunden herein. So geht es seit der Öffnung des Hanf- und CBD-Store Hempiness täglich. „Die Resonanz ist bislang sehr gut. Unser Shop wurde hervorragend angenommen“, berichtet Geschäftsführer Marco Bernsdorf. Auf rund 60 Quadratmetern bietet Hempiness seinen Kunden seit rund vier Wochen ein breites Sortiment an Ölen, Kosmetik, Kaffee- und Teesorten und weiteren Lebensmitteln auf Hanfbasis. Auch Futterzusatz, Snacks und Tropfen für Haustiere sind dort zu finden. Was die Produkte allesamt verbindet, zeigt das Logo auf dem Schaufenster: ein großes Hanfblatt.

Marihuana oder Wasserpfeifen suchen die Kunden in dem Laden allerdings vergeblich. Alle Produkte, die angeboten werden, enthalten weniger als 0,2 Prozent des psychoaktiven Wirkstoffes Tetrahydrocannabinol (THC) und sind deswegen legal. Statt THC wird Cannabidiol (CBD) verwendet, das aus der weiblichen Hanfpflanze gewonnen wird. Erzeugnisse wie Aromablüten und Öle machen also weder high noch süchtig, „sie sollen stattdessen Ängste lösen und Schmerzen lindern“, sagt Bernsdorf.

Zwar trägt Hempiness das Hanfblatt sowohl im Namen (Hempiness setzt sich aus den beiden englischen Wörtern Hemp für Hanf und Happiness für Glücklichsein zusammen) als auch im Logo, doch statt auf Rauschmittel setzt Bernsdorf auf die natürliche Sinnlichkeit der Hanfpflanze, in all ihren kosmetischen und sogar medizinischen Facetten. „Cannabis ist die älteste Nutzpflanze der Welt und wird bereits seit mehr als 10 000 Jahren zur Schmerzlinderung genutzt. Leider hat sie aber durch die Nähe zur Droge einen schlechten Ruf“, weiß Bernsdorf.

CBD-Öl kann beispielsweise als Einschlafhilfe genutzt werden

Umso wichtiger sei es, dass die Leute in seinen Landen kommen, um sich aufklären zu lassen. „Aktuell gibt es einen regelgerechten Hype um Cannabis-Waren. Es gibt jedoch viele Trittbrettfahrer, die nur schnelles Geld verdienen möchten, ohne sich mit den Produkten auszukennen“, warnt Bernsdorf. CBD-Öl könne beispielsweise als Einschlafhilfe genutzt werden, auch bei Beschwerden einer chronischen Krankheit kann es helfen. „Unsere Produkte sind eine Alternative zu den herkömmlichen Schmerzmitteln“, sagt der 34-Jährige. Ein medizinisches Heilversprechen gebe es nicht, dennoch sei das Feedback der meisten Kunden überwiegend positiv.

Peter Schwanitz ist einer von ihnen. Er deckt sich in Büderich regelmäßig mit CBD-Produkten ein. Der 49-Jährige leidet seit Monaten unter chronischen Kopfschmerzen. Die Ärzte verordneten ihm Ibuprofen. Doch das wollte er seinen Körper nicht über Monate täglich zuführen. Als er von den gängigen Schmerzmitteln genug hatte, probiert er pflanzliche Alternativen aus und landete beim Cannabis. Bevor er schlafen geht, träufelt sich der Osterather fünf Tropfen eines CBD-Öls unter die Zunge. Die Kopfschmerzen seien deutlich gelindert: „Zudem fühle ich mich sortierter und entspannter.“