Digitalisierung der Abfallwirtschaft Neue Technik für die Bio-Tonnen in Meerbusch

Meerbusch · Die Meerbuscher Bio-Tonnen werden mit einem Ident-System ausgestattet. Dies soll die Leerung falscher Tonnen verhindern und den Kundenservice verbessern.

 Die Biotonnen werden mit Ident-Technologie ausgestattet.

Die Biotonnen werden mit Ident-Technologie ausgestattet.

Foto: dpa/Sina Schuldt

(dsch) Mehr als 31 000 Bio-Abfalltonnen gibt es im Meerbuscher Stadtgebiet. Um diese künftig effizienter verwalten zu können, soll ab dem Jahr 2025 ein neues, digitales System zum Einsatz kommen. Das sogenannte Ident-System soll unter anderem die Leerungen einzelner Tonnen automatisch registrieren und so die logistischen Abläufe optimieren.

Dazu wird an jedem Abfallbehälter ein Transponder angebracht. Dabei handelt es sich um ein Gerät, das Funksignale empfangen und automatisch beantworten kann. Auf diese Weise können die Adresse des Grundstücks, zu dem die jeweilige Tonne gehört, sowie Art, Größe und Leerungsintervalle abgefragt werden – persönliche Daten wie der Name des Gebührenzahlers sind jedoch nicht gespeichert.

Das zugehörige Lesegerät für die vom Transponder übermittelten Informationen befindet sich an Bord der Abfallentsorgungsfahrzeuge. Beim Kippen der Tonne werden die entsprechenden Daten ausgelesen und vom Bordcomputer gespeichert. Auf diesem Wege soll vermieden werden, dass falsch abgestellte oder nicht angemeldete Tonnen entleert werden oder Leerung an den falschen Abfuhrtagen stattfindet.

Denn jedes Fahrzeug hat eine elektronische Abfuhrliste, Tonnen, die nicht darauf stehen, werden erkannt und entsprechend nicht entleert – das gilt dann künftig auch für Behälter ohne Transponder. Aktuell schätzt die Verwaltung, dass es rund 1,5 bis zwei Prozent sogenannter „Schwarztonnen“ gibt, die künftig nicht mehr geleert werden. Auch verlorene oder entwendete Bio-Tonnen können auf diese Weise leichter aufgefunden und ihren dazugehörigen Grundstücken zugeordnet werden.

Mindestens genauso wichtig ist die Unterstützung des Ident-Systems für die Verbesserung des Kundenservices: Die Leerungsdaten werden in einem zentralen Behälterverwaltungsprogramm erfasst und beim Entsorgungsdienstleister sowie der Stadtverwaltung vorgehalten. Auf diese Weise wird es durch den Einsatz der Ident-Technologie auch möglich sein, Rückfragen, Reklamationen und Beschwerden von Bürgern besser zu bearbeiten, da die Leerungen genau dokumentiert sind.

Viele kleine und große Gemeinden haben ihre Abfallwirtschaft bereits mit dem Ident-System ausgestattet. Im Rhein-Kreis Neuss setzt die Stadt Kaarst diese Technologie etwa für ihre Rest- und Biotonne ein, Grevenbroich und Rommerskirchen haben ihre Restabfallbehälter mit dieser Technologie ausgestattet. Auch die Verantwortlichen in Meerbusch erhoffen sich davon nicht nur einen besseren Bürgerservice und ein einfacheres Beschwerdemanagement, sondern auch die Müllentsorgung wird effizienter gestaltet, indem nur noch die entsprechend angemeldeten Tonnen geleert werden.

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