Meerbusch: Kulturkreis wählt sechs Werke für den Kunstpfad am Latumer See aus

Kultur : Kunstpfad am Latumer See nimmt Form an

Der Kulturkreis hat sechs Werke ausgewählt, das erste soll im kommenden Jahr auf dem Wasser installiert werden.

Kunst inmitten der Natur, das ist eine Kombination, an der viele ihre Freude haben. Als vor über einem Jahr der Meerbuscher Kulturkreis Künstler aufgerufen hatte, Ideen für die Gestaltung des Kunstpfads Latumer See einzureichen, war das Interesse daher auch groß. 40 Vorschläge mit Werken wurden daraufhin eingereicht. Im Kulturausschuss stellte der Kulturkreis nun die sechs ausgewählten Werke für den 1,5 Kilometer langen Rundweg am Latumer See vor.

Von der Künstlerin Matre stammt die Arbeit „Erdantenne“. Foto: Matre

Bei der Auswahl der Arbeiten hatte sich der Kulturkreis von einem vierköpfigen Beirat beraten lassen. Ihm gehören Ute Canaris, Margot Klütsch, Bernd Meyer und Isabelle von Rundstedt an. „Neben dem künstlerischen Wert der Arbeit wurde auch der Bezug zum Gesamtprojekt und zu dem Standort Latumer See berücksichtigt“, erklärte Thomas Cieslik vom Kulturkreis.

„Inside out“ heißt diese Arbeit von Sven Rünger. Foto: Sven Rünger

Eines der sechs Werke ist eine Skulptur, die auf dem Wasser installiert werden soll: das Werk von Morio Nishimura. Der 1960 in Tokyo geborene Künstler lebt in Meerbusch und nennt sein Werk „Süßer Regen auf dem Latumer See“. Die Skulptur aus Stahl hat einen Durchmesser von 2,20 Meter und ist einem Lotusblatt nachempfunden. „Ich suche, wie der Mensch mit der Natur verwoben ist, wie wir die Beziehung zwischen Mensch und Natur befreien können und wie der Mensch sich selbst darin versteht“, schreibt Nishimura über die Lotusblätter als sein Hauptmotiv. Da der Meerbuscher als renommierter Künstler gilt, hofft der Kunstkreis, dass das Werk bei der Sponsorensuche als eine Art Türöffner wirkt. Deshalb soll das Werk als erstes realisiert werden und zwar im kommenden Jahr.

Von dem Bildhauer Günther Oeller stammt diese Figur. Foto: Oellers

In welcher Reihenfolge die weiteren Werke installiert werden sollen, wurde noch nicht festgelegt. Von Tristan Ulysses Hutgens, einem jüngeren Künstler und Meisterschüler von Didier Vermeiren an der Düsseldorfer Kunstakademie, stammt eine Skulptur aus Stahl und Sandstein-Beton, die ebenfalls auf dem Kunstpfad stehen soll. Das ein Meter hohe und zwei Meter breite Werk spielt mit dem Titel Phoibos auf den Gott des Lichts in der griechischen Mythologie an. Von der Meerbuscher Künstlerin Matre wurde die Arbeit „Erdantenne“ ausgewählt, eine 3,50 Meter hohe Skulptur. Sie stehe „mit beiden Füßen fest in der Erde verwurzelt, den Kopf hoch oben in der Luft“, sagt die Künstlerin.

„Phoibos“ von Tristan Ulysses Hutgens. Foto: Hutgens

Oellers Objekte verwachsen
im Laufe der Zeit mit der Natur

„Süßer Regen“ von Morio Nishimura ist das erste Werk, das noch im kommenden Jahr realisiert werden soll. Foto: RP/Nishimura/Mkk/Veranstalter

Die Familie des verstorbenen Düsseldorfer Bildhauer Günther Oellers hat angeboten, ein Werk aus seinem Nachlass für den Kunstpfad auszuwählen. Oellers Objekte sind aus Stein gehauene geometrische Figuren, die im Laufe der Zeit mit der Natur verwachsen. Arbeiten von ihm sind unter anderem in Bonn im Umfeld prominenter Gebäude zu
sehen.

Der Düsseldorfer Künstler Sven Rünger ist in Meerbusch auch durch seine Kurse bei der Sommerakademie bekannt. Seine Bronzearbeit „Inside out“ möchte der Kulturkreis in dunkler Ausführung auf dem Boden realisieren in einer Größe, die nicht so schnell im hohen Gras verschwindet.

Eine Skulptur, die am Rand des Ufers auf Höhe des Wasserspiegels stehen soll, ist die Arbeit „Der Stern von Latum“ von Suzi Zimmermann. Die Berlinerin mit Meerbuscher Wurzeln hat eine zwei Meter hohe Edelstahl-Arbeit konzipiert. Der Stern wird dabei so platziert, dass die zweite Hälfte durch die Reflexion auf der Wasseroberfläche ergänzt wird. Dies verspricht eine technische Herausforderung. Nach Auskunft von Fachleuten schwankt die Wassertiefe um bis zu 1,50 Meter.

Für die Umsetzung sorgt allein der Kulturkreis. Der Stadt kommt die Aufgabe zu, das Gelände zur Verfügung zu stellen. Im Kulturausschuss stieß das Konzept auf großen Anklang, es wurde einstimmig
beschlossen.