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Meerbusch: Hier gibt es regionale und hausgemachte Produkte

Meerbuscher Spezialitätenhandel : Ehepaar vertreibt Frisches aus Meerbusch

Julia und Ingo Meyer-Berhorn verarbeiten selbst angebautes Obst und Gemüse zu Produkten wie Marmelade oder Likör. Zudem bieten sie Veranstaltungen für Kinder und Erwachsene an.

Die Fülle der Gurken, die aus wenigen Pflanzen gewachsen sind, haben Julia und Ingo Meyer-Berhorn gezeigt, welche Nahrungsschätze die Natur bietet: „Wir haben an vielen Tagen Gurkensalat gegessen, uns dann an die Kindheit und die eingelegten Gurken unserer Großmütter erinnert – daraus ist die ‚Spree-Gurke‘ entstanden.“ Mit Senf verfeinert im Glas abgefüllt garantiert das Produkt „100 Prozent Meerbusch“ und damit 100 Prozent hausgemacht, 100 Prozent frei von Zusatzstoffen, 100 Prozent lecker.

Mit diesen Privilegien können sich auch andere Produkte von Julia und Ingo Meyer-Berhorn schmücken: „Marmelade, Chutney, Gemüse oder Liköre – die Zutaten werden selbst und ohne jede Chemie angebaut, selbst geerntet und folgen dem Saisonkalender.“ Das ist für die Grafikdesignerin und den Konzeptioner, Texter und Berater ganz wichtig: „Wenn weg, dann weg – ist ein Artikel ausverkauft, gibt es ihn erst wieder im kommenden Jahr.“ Die Produkte für das Hausgemachte bekommen die Meerbuscher aus dem Garten eines Freundes: „In seinem Vierkanthof in Meerbusch haben wir auch alte Obst- und Gemüsesorten entdeckt. Jetzt verwerten wir alles, was dort und in unserem Garten wächst“, erklären die ­Meyer-Berhorns.

Ingo Meyer-Berhorn war früher einmal professioneller Koch

Um unter anderem Zucchini süß-sauer, Zwetschge mit Zimt, Rote-Beete-Ketchup oder Bohnen in Tomatensugo zubereiten zu können, hat sich Ingo Meyer-Berhorn, der früher mal als professioneller Koch unterwegs war, neues Kochgeschirr zugelegt: „Der größte Topf fasst 35 Liter und der passende Mixstab dazu ist zirka einen halben Meter lang.“ Obst und Gemüse werden grundsätzlich selbst geschält, entkernt, geschnippelt und gerührt: „Erst wenn’s so richtig lecker schmeckt wird von Hand abgefüllt.“ Die Etiketten auf den Gläsern hat Julia Meyer-Berhorn entworfen: „Abends sitzen wir zusammen und kleben die Etiketten auf – das ist alles semi-professionell.“ Unter die Verbraucher gebracht werden die Produkte – ein Glas gibt es ab fünf Euro – entweder direkt von den Herstellern in Büderich (nach Anmeldung unter Telefon 0172/3857695 oder per E-Mail an genuss@meyer-berhorn.de) oder über das „Marktschwärmer“-Netzwerk mit einem Standort in Neuss, das auch mit einem eigenen Onlineangebot einen direkten Zugang zu regionalen Lebensmitteln bietet.

Julia und Ingo Meyer-Berhorn verfolgen mit ihrer Produktion und der eingetragenen Marke „Feel your food“ allerdings noch ein weiteres Ziel: „Wir möchten, dass die Menschen wieder mehr Respekt vor der Nahrung haben, die Wertigkeit schätzen und darüber nachdenken, wie viel Arbeit und Liebe auch im Umgang mit Tieren hinter der Nahrungsherstellung steht. Sie sollten bereit sein, mehr Geld für gute Nahrung auszugeben.“

Das Erlebnisangebot „Feel your food“ mit dem Hinweis „Erlebe, was du isst“ steckt noch in den Kinderschuhen. Aber erste Aktionen sind erfolgversprechend verlaufen. Anstatt zum runden Geburtstag oder Firmenjubiläum in ein Restaurant zu gehen, verbringen die Teilnehmer einen halben oder ganzen Tag auf einem Bauernhof mit Käseherstellung oder bei einem Winzer einschließlich körperlichem Einsatz bei der Lese im Weinberg. Auch der Besuch einer Imkerei ist spannend und lehrreich: „Dabei wird drei Kilometer gewandert – diese Entfernung vom Stock legen Bienen zurück.“ Neben einer liebevoll gestalteten Einladung bekommen die Teilnehmer der unterschiedlichen Events eine Rückmeldung: „Entweder nach drei Monaten einen aus selbst gemolkener Milch gereiften Hartkäse oder nach einem Jahr eine Flasche Wein.“

Auch für den Nachwuchs gibt es Events. Julia und Ingo Meyer-Berhorn waren mit einer Kindergartenabschlussgruppe auf einem Erdbeerfeld: „Die Kinder sollen sehen, woher die Produkte kommen.“ Und Erwachsene lernen bei diesen naturverbundenen Events unter dem Motto „vom Ursprung bis auf den Teller“ die Natur intensiv wahrzunehmen: „Die Teilnehmer erleben sehen, riechen, hören, fühlen und schmecken, besinnen sich auf regionale Produkte und traditionelle Werte.“