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Meerbusch: Fördermittel könnten Finanzierung des Skate- und Bikeparks retten

Stadtplanung : Fördermittel sollen Skatepark retten

Die Bürgermeisterin ist zuversichtlich, dass die Stadt den Skatepark über Fördermittel finanzieren kann. Nach einer Umfrage wollen 80 Prozent der Jugendlichen den Skatebereich der Anlage nutzen, 45 Prozent den Bikebereich.

Fünf Jahre lang hat eine Gruppe von Meerbuscher Jugendlichen für eine Skate- und Bikeanlage in Strümp gekämpft – mit Höhen und Tiefen. Unter der Regie der Querkopf Akadamie und zuletzt beflügelt durch eine Bürgerinitiative erreichten sie eine Menge: Allen voran eine gut ausgeklügelte Planung, für die sie eine Baugenehmigung beantragt haben. Bereits im September vergangenen Jahres war beschlossen worden, für die Anlage ein rund 3600 Quadratmeter großes Grundstück im Landschaftspark Buschend zur Verfügung zu stellen.

Nicht nur bei der Planung, auch beim Eintreiben von Spenden waren die Jugendlichen erfolgreich. 50 000 Euro konnten sie zusammenbringen, zuletzt beflügelt von einer Bürgerinitiative. Doch spätestens als Corona kam und große Veranstaltungen mit Teilnehmern aus Politik und Wirtschaft abgesagt wurden, schwanden die Hoffnungen, in kurzer Zeit die von der Politik geforderte Summe in Höhe von insgesamt 200 000 Euro einzusammeln.

Doch nun rückt der Bau der Skate- und Bikeanlage in greifbare Nähe. Zum Ausklang ihrer Amtszeit hat Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage das Projekt zur Chefsache erklärt. Als Kopf der Verwaltung hat sie für den Sportausschuss am 23. Juni eine Beschlussvorlage formuliert, die die Fortführung des Projekts zum Ziel hat. Darin werden eine Reihe von Möglichkeiten genannt, wie die Anlage über Fördergelder finanziert werden könnte. Unter dem Vorbehalt, dass diese gewährt werden, stünden weitere städtische Mittel zur Verfügung: „Der Rat ist bereit, aus städtischen Mitteln maximal 175 000 Euro zur Realisierung der Anlage zur Verfügung zu stellen“, heißt es in der Vorlage.

„Den Jugendlichen jetzt – ohne Aussicht auf Verwirklichung – eine Baugenehmigung für die Anlage zu erteilen, wäre nicht in Ordnung“, erklärt Mielke-Westerlage ihren Lösungsvorschlag. „Zudem wäre es für die jungen Leute eine ziemlich frustrierende Erfahrung gewesen, nach langjährigem Einsatz für ein solches Gemeinschaftsprojekt sang- und klanglos aufgeben zu müssen.“ Noch im Dezember hatte der Sportausschuss mit einem Ultimatum signalisiert, dass das Projekt scheitern könnte. Sollte bis Ende Juni die Akademie nicht 200 000 Euro sicherstellen können, würde die Stadt die bereits zugesagten 80 000 Euro für eine städtische Mountain-Bike-Anlage verwenden.

Fördergelder könnten nun die Finanzierung sichern und Mielke-Westerlage scheint optimistisch, die Unterstützung zu bekommen. Sie habe im Gespräch mit NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach über das Thema Förderung gesprochen und diese habe zugesagt, das Projekt positiv zu begleiten, erklärt die Bürgermeisterin in der Vorlage.

Bundesprogramm könnte die Rettung für den Skatepark sein

Eine positive Überraschung erlebte die Stadt zuletzt beim Neubau der Leichtathletikanlage in Osterath „Am Krähenacker“. Über das Programm „Soziale Integration im Quartier“ kommt Meerbusch in den Genuss einer Förderung: 90 Prozent der Kosten in Höhe von 800 000 Euro werden vom Bund übernommen. Noch offen ist, ob das Programm verlängert wird und auf diesem Wege auch die Skateanlage gefördert werden könnte. Bei diesem optimalen Fall wäre das Projekt ohne weitere finanzielle Belastung der Stadt finanziert.

Käme diese Möglichkeit nicht in Betracht, gäbe es zwei weitere Förderwege: Beim Programm für den Städtebau werden Projekte zur Hälfte mitfinanziert. Die Stadt müsste in diesem Fall weitere 73 500 Euro zu den bereits genannten 80 000 Euro tragen. Beim Bundesprogramm zur „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ würde der Zuschuss mit 45 Prozent nur leicht geringer ausfallen.

Da in der Vergangenheit in der Politik angezweifelt wurde, ob für eine Skate- und Bikeanlage in Meerbusch genug Bedarf besteht, hatten die Jugendlichen Ende Mai im Gespräch mit der Bürgermeisterin vereinbart, dazu eine Umfrage an weiterführenden Schulen zu machen. Von 688 befragten Jugendlichen gaben 80 Prozent an, an einer Nutzung des Skaterbereichs interessert zu sein, 45 Prozent am Bikebereich.