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Meerbusch: Fahrradständer und ein Hochbeet für den Schulhof des Mataré

Umwelt in Meerbusch : Mataré-Gymnasium powert Klimaschutz

Die Stadt hat auf dem Schulhof 600 Quadratmeter Pflasterfläche entsiegelt und zum Teil bepflanzt. Zusätzlich wurde ein Flachdach begrünt und es wurden neue Fahrradständer aufgestellt. Die Schule plant weitere Klimaschutz-Projekte.

Die beiden Siebtklässler Mathilda und Florian fahren täglich mit dem Rad zur Schule – auch bei Kälte und wenn es regnet. So wie viele andere Schüler am Mataré-Gymnasium in Büderich. Für sie hat die Stadt nun auf dem Schulhof fast tausend neue, stabile Fahrradständer aufgestellt. „Weniger hätten es tatsächlich nicht sein dürfen“, sagt Schulleiter Christian Dölls, der sich freut, dass auch an diesem Morgen an nahezu jedem Bügel ein Rad befestigt ist. Die Vorteile der neuen Anlagen beschreibt Mathilda so: „Sie sind viel stabiler, und man kann die Räder daran einfacher befestigen.“

Die neuen Fahrradständer wurden zum Teil mit Fördermitteln aus dem NRW-Landesprogramm „Klimaresilienz in Städten“ im Rahmen des Meerbuscher Radwegekonzeptes finanziert. Die Realschule Osterath hat ebenfalls aus diesem Fördertopf 200 Fahrradständer bekommen, die Maria-Montessori-Gesamtschule 350, und auch auf dem Schulhof des Städtischen Meerbusch-Gymnasiums werden derzeit 850 neue Bügel installiert. „Bei Bedarf können auch die Grundschulen Fahrradständer bekommen, die dann entsprechend kleiner sind“, berichtet Dana Frey, Stabsstellenleiterin Umwelt und Klimaschutz.

600 Quadratmeter Pflasterfläche wurde entsiegelt und bepflanzt

 Dana Frey, Stabsstellenleiterin Umwelt und Klimaschutz, und Landschaftsarchitekt Markus Weidemann sitzen auf der Hochbeet-Umrandung. Schulleiter Christian Dölls (v.l.) steht am neuen Ahorn-Baum.
Dana Frey, Stabsstellenleiterin Umwelt und Klimaschutz, und Landschaftsarchitekt Markus Weidemann sitzen auf der Hochbeet-Umrandung. Schulleiter Christian Dölls (v.l.) steht am neuen Ahorn-Baum. Foto: RP/ena

Auf dem Außengelände des Mataré-Gymnasiums ist in den vergangenen Wochen und Monaten aber noch mehr passiert: „Im Rahmen des Meerbuscher Klimafolgen-Anpassungskonzeptes hat die Stadt auf dem Schulhof rund 600 Quadratmeter Pflasterfläche entsiegelt, teils bepflanzt und teils mit wasserdurchlässiger Oberfläche belegt. Zusätzlich wurden bereits vor den Sommerferien 1400 Quadratmeter Flachdach vom Naturwissenschaftstrakt begrünt“, berichtet Stadtsprecher Michael Gorgs. Beides soll Hitze-Spots entschärfen und so das lokale Mikro-Klima verbessern.

Gorgs weiter: „Wie gut das Radwegekonzept und das Klimafolgen-Anpassungskonzept ineinander greifen, sieht man an diesem Beispiel hier besonders gut.“ Auch auf dem Dr.-Franz-Schütz-Platz werden seit Mitte November große, gepflasterte Flächen entsiegelt und begrünt: Arbeiten, die ebenfalls zu hundert Prozent aus dem Landesprogramm „Klimaresilienz in Kommunen“ gefördert werden. Insgesamt 418 000 Euro hat das Land NRW für die Dachbegrünung am Mataré und das Entsiegeln sowohl auf dem Dr.-Franz-Schütz-Platz als auch auf dem Schulhof des Büdericher Gymnasiums nach Meerbusch überwiesen. Einzige Bedingung: Die Arbeiten mussten unbedingt noch in diesem Jahr begonnen werden.

Landschaftsarchitekt Markus Weidemann vom städtischen Servicebereich Grünflächen erklärt: „Problematisch war, dass wir die meisten Arbeiten nur während der Schulferien erledigen konnten.“ Durch Corona verursachte Lieferschwierigkeiten hätten den gut durchdachten Zeitplan dann zeitweise ein wenig durcheinander gebracht. Nun aber sind die Fahrradbügel installiert und ist auch das Hochbeet mit zahlreichen insektenfreundlichen Stauden und Kräutern angelegt, außerdem wurden vier zusätzliche Ahorn-Bäume gepflanzt. Weidemann kündigt an: „Das Hochbeet soll wahrscheinlich noch eine Umrandung zum Sitzen bekommen.“

Startschuss für weitere Klimaschutz-Aktionen

Für das Mataré-Gymnasium sind die städtischen Arbeiten gleichzeitig Startschuss für weitere, eigene Klimaschutz-Aktionen: „Wir sind nun auch Mitglied im Netzwerk coole Schulhöfe, das vom Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NRW ins Leben gerufen wurde“, berichtet Schulleiter Christian Dölls. Dort tauschen sich bislang zehn Schulen aus NRW darüber aus, wie klimaresiliente Schulhöfe entstehen können. „Unterstützt werden wir dabei vom Büdericher Landschaftsgärtner Hendrik Bogie, der uns in Sachen Schulgarten, Gewächshaus und möglicherweise auch beim Thema Wandbegrünung beraten wird“, erzählt Dölls. Außerdem will der Jung-Unternehmer, der vor rund einem Jahr seine Firma Terra Viridis am Apelter Feld gegründet hat, der Schule einen weiteren Baum schenken. Der Förderverein am Mataré plant außerdem, Sitzgelegenheiten und vielleicht auch Tischtennisplatten für den neu gestalteten Schulhof zu besorgen. Die Garten-AG will weitere Klimaprojekte voranbringen, und drei Lehrer wollen sich eigens um das Thema Klimaschutz kümmern. Dölls: „Wir sind sehr glücklich, wie sich der Klimaschutz an unserer Schule entwickelt.“ Ziel sei es, den Aspekt klimaresiliente Schule künftig auch ins Schulprogramm zu übernehmen.