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Meerbusch: Aufbruchstimmung im neuen Areal Böhler Park

Gastronomie : Eine Oase am Rande der Stadt

Zu dem Café Böhler und dem Magazindrei kommt im September das Les Halles - La Piscine dazu. Im Spätherbst eröffnet eine Rösterei. Rund um die vier neue Gastronomien soll eine ruhige Oase in der Stadt geschaffen werden.

Morgens um neun schmatzt der gut gewässerte Rasen noch bei jedem Schritt. Wie auf einem weichen grünen Teppich wandelt man zum Tisch unter den Schatten von Sonnenschirmen oder einem Baum. Die ersten Frühstücksgäste haben sich schon im Café Böhler niedergelassen. Patrick Gellenbeck, Standortleiter auf dem Areal Böhler, sitzt mit Sonnenbrille entspannt vor einer Apfelschorle. „Bis jetzt läuft es gut“, sagt er und nickt zufrieden, in Coronavirus-Zeiten alles andere als selbstverständlich, aber auch eine Frage von realistischen Erwartungen. Vor allem am Wochenende bei gutem Wetter würden sich hier bereits Freunde und Familien treffen zu Kaffee und Kuchen oder abends zu einem Glas Wein mit Flammkuchen im Magazindrei, sagt Gellenbeck.

Ehemaliges Kultlokal aus Güterbahnhof kommt

Und der nächste Anziehungspunkt kündigt sich bereits an. Die Nachricht, dass im umgebauten ehemaligen Schwimmbad der früheren Böhler Werke das „Les Halles - La Piscine“ einzieht, hat bei vielen für Aufmerksamkeit gesorgt, berichtet Gellenbeck. Das ehemalige Kultlokal aus dem Derendorfer Güterbahnhof passt auch gut auf das Gelände mit dem Ambiente der alten Werkshallen. Zwanzig Jahre lang stand das Schwimmbad leer. Nun sind dort noch die Handwerker mit den Arbeiten zum Innenausbau beschäftigt. „Das Schwimmbad steht nicht unter Denkmalschutz, aber wir behandeln es wie ein Denkmal“, sagt Patrick Gellenbeck.

So wurden die alten türkisen Kacheln, wo es möglich war, erhalten. „Wir haben sie nur sauber gemacht.“ Das Schwimmbecken wurde aufgefüllt, die Einstiegsleiter, die Überlaufbecken und der Aussichtsstand des Bademeisters wurden erhalten. Die alte nicht mehr benötigte Pumpanlage steht nun als Schmuckstück an einer Wand. Für die Küche und die Sanitäranlagen wurde ein Anbau geschaffen. Zum 500 Quadratmeter großen Restaurant gehört auch eine Terrasse. Auf dem Areal Böhler herrscht tatsächlich Aufbruchsstimmung. Ja, er sei „echt happy“, sagt Gellenbeck. In den Park sollen später auch Händler und kleine Manufakturen ziehen. „Nicht zwanghaft als gemachtes Produkt, das soll natürlich wachsen.“ Die Kombination der gastronomischen Betriebe sorge für Publikum und Belebung. „Je mehr man hat, umso mehr kommen“, lautet seine Überzeugung.

Auf dem Gelände allerdings ist nur ein Bruchteil der bis zu 1500 Mitarbeiter zurückgekehrt. Momentan seien es 400. „Viele sind im Homeoffice.“ Von den Mietern – vor allem kleinere Firmen, Start-ups, Handwerksbetriebe und Künstler – sei keiner ausgefallen, die Lage sei dort stabil. Beim Veranstaltungsgeschäft hat Gellenbeck sich darauf eingerichtet, dass in den nächsten anderthalb bis zwei Jahren es nicht wie vor Corona laufen wird.

Immerhin findet am ersten Septemberwochenende die Shoes und Fashion Gallery statt. Auch die Baumesse, die Eat und Style und der Düsseldorfer Karrieretag stehen im Kalender, für andere Veranstaltungen gebe es Anfragen.

Wie plant man als Veranstalter in diesen Zeiten? „Das Stichwort heißt kurzfristig“, sagt Gellenbeck. Von einem
Plan B als Zwischenlösung hält er nichts. „Krisen vergehen,
Strategien bleiben.“