Kleine Paradiese Meerbusch zeichnet „Vorgärten des Jahres“ aus

Meerbusch · Zum dritten Mal wurden Meerbuschs „Vorgärten des Jahres“ ausgezeichnet. Dabei war der ökologische Wert das wichtigste Kriterium.

 Mit diesem Foto hat sich Doris Kunnen um die schönsten Vorgärten 2023 beworben.

Mit diesem Foto hat sich Doris Kunnen um die schönsten Vorgärten 2023 beworben.

Foto: kunnen

Die Stadt Meerbusch hat ihre schönsten Vorgärten ausgezeichnet: Christiane Fullert aus Osterath, Doris Kunnen und Brigitte Först aus Lank-Latum, Alexander Hilpert aus Ilverich sowie Sofia Sarigiannis und Farina Herbring aus Strümp sind stolze Besitzer von „Meerbuschs Vorgärten des Jahres 2023“. Den Wettbewerb hatte die Stadt im Mai zum dritten Mal ausgeschrieben, um Vorgärten auszuzeichnen, die zur heimischen Artenvielfalt beitragen. Zugleich soll beispielhaft gezeigt werden, wie viel im eigenen Vorgarten möglich ist – und somit auch ein Zeichen gegen wenig attraktive und nicht umweltfreundliche Steingärten gesetzt werden. Diese dürfen bereits seit 2018 in NRW nicht mehr angelegt werden, in diesem Jahr wurden die Regelungen verschärft und präzisiert. Auch bei bestehenden Schottergärten kann der Besitzer aufgefordert werden, diese zurückzubauen.

Die Meerbuscher zeigen, wie es besser geht: Bis Mitte September hatten die Bewerber in diesem Jahr Gelegenheit, in verschiedensten Blühphasen Fotos zu schießen. Über 30 Bewerbungen sind im Rathaus eingegangen. Was die Organisatoren besonders freut: Unter den Hauptgewinnern sind gleich mehrere Hobbygärtner, die ihre Vorgärten für den Wettbewerb von Grund auf zu einem kleinen Naturparadies umgestaltet haben. Die Stadt hofft, dass weiterhin Meerbuscher diesem Beispiel folgen.

Bürgermeister Christian Bommers hat jetzt im Rathaus die Gewinner ausgezeichnet. 15 weitere Einsender waren schon im Vorfeld mit Buchpreisen zum Thema belohnt worden. Bommers‘ Dank galt auch den Sponsoren Martin Bogie, Robert Selders, Anouschka Jentjens, Anja Schubert, Hendrik Bogie und Ulrich Wantikow: „Unsere heimischen Gartencenter und Gartenbaubetriebe sind die idealen Promoter unserer Initiative, weil sie Ihre Kunden am besten beraten können.“ So konnten die sechs Preisträger neben der Urkunde der Stadt auch je einen Einkaufsgutschein im Wert von jeweils 250 Euro entgegennehmen. Michael Betsch, als Fachbereichsleiter unter anderem für die städtischen Grünflächen verantwortlich, und seine Kollegin Anna Hardenberg hatten als Jury über die eingesendeten Bilder entschieden. „Dabei ging es nicht einfach um den schönsten Vorgarten, sondern um eine naturnahe Gestaltung mit heimischer Artenvielfalt“, so Bommers.

Den eigenen Vorgarten in diesem Sinne aufzuwerten, ist offenbar auch in Meerbusch noch nicht jedermanns Sache, wie ein Blick in die Straßen zeigt. „Am Anfang unseres Projektes wurde ich von einigen Nachbarn als Unkrautzüchter belächelt“, berichtete Preisträger Alexander Hilpert schmunzelnd. „Ich bin aber standhaft geblieben und habe ein großes Schild im Vorgarten aufgestellt, das unsere Idee erklärte. Das half.“ Brigitte Först, ebenfalls für ihren Vorgarten ausgezeichnet, hatte sich notgedrungen von fünf großen, von Schädlingen zerfressenen Buchsbaumkugeln und einem „Schneeball“ trennen müssen. Stattdessen säte und pflanzte sie ein kleines Insektenparadies. Bereut hat sie ihren Entschluss nie: „Wir sind sehr glücklich und freuen uns den ganzen Sommer über Farbenpracht und Gesumm vor unserer Haustür.“ Farina Herbring aus Strümp hat während der Corona-Zeit ihre  Familie für einen naturnahen Vorgarten begeistert. Blühstauden ersetzten kranke Mini-Kiefern, ein Stück Rasen wurde mit Wildblumensamen aufgewertet. „Vor allem unsere Kinder haben dabei viel über Pflanzen, Insekten und die heimische Vogelwelt gelernt“, sagt sie. Doris Kunnen aus Lank setzt schon seit vielen Jahren auf größtmögliche Vielfalt vor ihrer Haustür, was auch die Passanten erfreue.

„Der Klimawandel löst schnell das ungute Gefühl aus, persönlich machtlos zu sein“, so Christian Bommers bei der Siegerehrung. „Man kann aber schon mit relativ geringem Aufwand vieles erreichen. Lokaler Klimaschutz beginnt bei jedem Einzelnen und unmittelbar vor der Haustür.“

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