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Marcel Winter kandidiert für das Bürgermeisteramt in Meerbusch

Serie 5 Lieblingsorte : Spaß am Training auf dem Sportplatz

Mit Unterstützung der Grünen möchte der parteilose Marcel Winter Bürgermeister werden. Seit 14 Jahren lebt er mit Familie in Nierst.

Marcel Winter, parteiloser Bürgermeisterkandidat „auf dem Ticket“ der Grünen, ist auf dem Lande groß geworden: in Pasewalk in Mecklenburg-Vorpommern. Deshalb fühlte er sich im dörflichen Nierst gleich wohl, als er die Heimat seiner Frau Sarah, eine Ur-Niersterin, besuchte.

Beide lernten sich an der Universität Duisburg-Essen kennen, wo Winter Politikwissenschaft, Geschichte und Öffentliches Recht studierte. Seine Diplomarbeit beschäftigte sich mit dem Wahlkampf der Grünen in Meck-Pom, den er als Pressesprecher begleitete. Das war seine erste Berührung mit der Öko-Partei, nachdem er mit 18 Jahren bei der SPD ein- und wieder ausgetreten war und auch schon bei der CDU reingeschnuppert hatte. Näheren Kontakt zu den Meerbuscher Grünen bekam er über seine Frau, die sich seit vielen Jahre dort engagiert und bei der Kommunalwahl erneut in einem Bezirk antritt.

Der 38-Jährige arbeitet seit 2017 als Pressesprecher bei der Deutschen Bahn, nachdem er verschiedene Aufgaben im PR-Bereich inne hatte. Als er von den Grünen gefragt wurde, ob er mit ihrer Unterstützung kandidieren wolle, schlug er ein. „Ich kann mich gut mit vielen Positionen der Meerbuscher Grünen identifizieren.“

Sportplatz Adler

Nierst „Ich verbringe viel von meiner Freizeit auf dem schönen Sportplatz von Adler Nierst“, erzählt Winter, dessen beide Söhne, acht und elf Jahre alt, im Verein kicken. Winter ist im Vorstand des Vereins, ist Torwarttrainer der ersten Mannschaft, Co-Trainer bei der E-Jugend und spielt bei den Alten Herren. „Bei uns kann jeder mitmachen, Hauptsache, es macht Spaß. Unnötiger Ehrgeiz ist uns fremd.“ Wichtig ist ihm auch das Beisammensein nach Spiel oder Training, um zu klönen und sich über andere Themen auszutauschen. Da stoßen dann auch mal die Mitglieder der anderen Abteilungen, die Läufer und Boulespieler, dazu. Er freut sich an dem regen Leben auf dem Sportplatz, den seinerzeit der Großvater seiner Frau mit-initiiert hatte.

Zentrum Lank-Latum

Wie ein kleiner Urlaub sei es, über die beiden historischen Plätze von Lank, den Alten Schulhof und den Marktplatz, zu schlendern, einzukaufen und einen Kaffee zu trinken. „Immer trifft man jemanden, den man kennt, und hält ein Schwätzchen. Das finde ich toll“, sagt Winter, der bevorzugt seine Einkäufe in heimischen Geschäften tätigt. „Oft stöbere ich bei Mrs. Books, da ich sehr viel lese.“ Das Stammlokal der Familie ist Pronto Salvatore, wo besonders die Kinder gerne Pizza essen. Winter selber schätzt auch das La Pähd, ein „wunderbares Café in einem schönen alten Fachwerkhaus“. Wenn die Einkäufe nicht zu umfangreich sind, fährt Winter gerne mit dem Rad nach Lank, etwa zum Brötchen holen. „Das einzige Manko von Nierst ist, dass es zu wenig Möglichkeiten zum Einkauf gibt“, bedauert er.

Felder

Zwar kein konkreter Ort, aber eine Landschaft, die ihm viel bedeutet, seien die Felder zwischen den einzelnen Ortsteilen, sagt Winter. Das kennt er von seiner Heimat. Felder, die nach Korn riechen, Kartoffeln und Möhrenpflanzen, die aus dem Boden sprießen. „Ich finde es wichtig, dass Kinder sehen, wie Nahrung wächst“, erklärt er. Besonders schön seien die Blühstreifen, in denen Hummeln, Bienen und Schmetterlinge zuhause sind. Er selber ist auch ein Meerbuscher Blühpate. Zusammen mit seinen Söhnen gehe er im Herbst Kartoffeln „stoppeln“, nachdem er bei dem Landwirt um Erlaubnis gefragt hat. Zuhause habe aber eher seine Frau den grünen Daumen und baue Kräuter und Obst an.

Bibliothek Büderich

Schon als Kind sei er nach der Schule in die Bücherei gegangen, um sich Bücher auszuleihen, erzählt der grüne Kandidat. Geschichte und Biografien seien schon damals eine spannende Lektüre für ihn gewesen. „Heute gehe ich meistens in die Büdericher Ausleihstelle, weil es dort eine große Auswahl gibt“, berichtet er. Besonders Sach-
bücher über Politik und Geschichte finden sein Interesse. Außerdem könne man dort in Ruhe die Tageszeitungen durchblättern. Auch seine Kinder hält er dazu an, neben digitalen Medien auch Bücher auszuleihen, die Fantasie und Wissensdurst anregen. Die Büdericher Bibliothek, aber auch die anderen Ausleihstellen im Stadtgebiet, sieht Winter als eine gute Investition in die Zukunft.

Herrenbusch

Um abzuschalten und die Natur zu genießen, gehen die Winters gerne in den Wald, bevorzugt in den Herrenbusch zwischen Lank und Strümp. „Im Mischwald nehme ich den Geruch meiner Kindheit wahr“, erzählt der Familienvater. Während seine Söhne Stöcke sammeln oder durch Büsche kriechen, könne er in Ruhe mit seiner Frau „Erwachsenengespräche“ führen. Entspannung pur würde der Wald bieten, dazu Vogelgezwitscher und das Rauschen der Blätter.