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Lotumer Buretheater - eine lange Familientradition

Lotumer Buretheater - eine lange Familientradition

Lotumer Buretheater macht im neuen Stück die Bühne im Wasserturm zur Backstube.

Lank-Latum. Die Lanker Bäckerei Wieler hat eine lange Familientradition. Im Jahr 1898 von Hubert Wieler gegründet, führt Jochen Wieler heute in der vierten Generation die Geschäfte an der Hauptstraße. Diverse weitere Filialen in Meerbusch und am Niederrhein sind im Verlauf der Zeit hinzugekommen.

„Dabei reicht die Beziehung zum Brot, oder besser zum Korn, bei Wieler noch viel weiter zurück. Lange vor der Gründung der Bäckerei betrieb Hubert Wieler eine Drescherei, in der dank der Erfindung der Dampfmaschine das mühsame Dreschen von Hand überflüssig wurde“, berichtet Karl Schmalbach von seinen Recherchen.

Nur zu gerne wühlt der Mundartautor in der Heimatgeschichte, bevor er ein neues Stück seines Lotumer Buretheaters auf die Bühne bringt. Das hat dann zwar allenfalls peripher mit den historisch verbürgten Ereignissen zu tun. Einen Abriss der Geschichte bekommt der Zuschauer aber stets im Programmheft mitgeliefert. So auch diesmal.

In der Bäckerei von Heinrich Petermann, Ort der neuen Inszenierung „Ne echte Kähl“, läuft nämlich längst nicht alles rund. Der Meister hat keinen männlichen Erben und will daher die Tochter mit dem Gesellen verheiraten. Die findet aber einen weltgewandten Finanzbeamten viel anziehender, mit dem sie Tennis spielt. Als ausgerechnet der als Betriebsprüfer ihrem Vater die Backstube auf den Kopf stellt, ist Zunder unter dem Dach.

Karl Schmalbach hat das Original „Ein Mann mit Charakter“ von Wilfried Wroost übersetzt und auf lokale Verhältnisse umgeschrieben. Die Regie überlässt der 84-Jährige inzwischen Barbara Skerhut. „Sie macht das gut, und weiß die Schauspieler zu nehmen. Ich schaue nur hin und wieder noch bei den Proben vorbei“, erzählt der Theatergründer.

Seit 30 Jahren besteht das Laientheater bereits, und dass ausgerechnet das Jubiläumsjahr im Vorfeld von Querelen überschattet wurde, schmeckt Karl Schmalbach nicht. Friedhelm Engels hatte nach Streitereien mit dem Ensemble die Gruppe verlassen, mit ihm kehrten auch einige Familienmitglieder dem Buretheater den Rücken.

Dass nun ab dem 5. Oktober nur acht Schauspieler auf der Bühne stehen werden, hält Schmalbach jedoch nicht für einen Nachteil. „Das hat es in den 30 Jahren immer wieder mal gegeben, das muss keinen Niveauverlust bedeuten.“

Viel lieber schwelgt der Stückeschreiber aber sowieso in Erinnerungen. Als Kind sei er freitags immer mit einem Klumpen Teig zur Bäckerei geschickt worden, am Samstagmittag konnte er dann für 20 Pfennige den Wochenendwecken abholen. „Es gab natürlich auch fertige Brote zu kaufen, aber das konnten wir uns nicht leisten.“

“ Premiere: 5. Oktober, 20 Uhr, im Forum Wasserturm; danach folgen 19 weitere Aufführungen bis zum 11. November; Kartenvorverkauf (12 Euro) ab dem 3. September unter anderem bei Mrs. Books, Hauptstraße 35, in Lank.