Langst-Kierst: Blutwurst-Graupen für Gourmets und das Fernsehen

Langst-Kierst: Blutwurst-Graupen für Gourmets und das Fernsehen

Fünf Hobbyköche bruzzeln im Hotel Vier Jahreszeiten für eine TV-Sendung.

Langst-Kierst. Die Hektik ist in allen Ecken spürbar, die Temperaturen in der Küche nähern sich denen im Dampfkochtopf an. Und dennoch haben die vier Hobbyköche beste Laune. "Auch das gehört dazu. Man darf nie die Nerven verlieren", sagt Chefkoch Michael Volkmar, der sein Revier für eine Woche dem Fernsehsender Vox zur Verfügung gestellt hat.

Dieser dreht im Hotel Vier Jahreszeiten in Langst-Kierst für seine Vorabendserie "Unter Volldampf": Fünf Kandidaten müssen dem 20-köpfigen Stammpublikum eines Restaurants bei wechselnder Aufgabenzuteilung fünf Tage lang ein viergängiges Menü kochen, es gekonnt servieren und sich der Benotung der Gourmets stellen. Am letzten Abend der kulinarischen Woche im Restaurant Bellevue erhält der Sieger 3000 Euro.

"Sich in einer so großen Küche zurechtzufinden, so viele Portionen auf einmal zu kochen und das alles noch unter Zeitdruck und mit der Kamera im Rücken hinzukriegen, ist für die Kandidaten natürlich Neuland", sagt Volkmar, der Verständnis für leichte Anlaufschwierigkeiten am ersten Tag zeigt. "Das wird aber bestimmt mit jedem Tag besser."

Am zweiten Tag ist Antigone Zeyen für die Vorspeise zuständig. "Ich verbinde gerne die japanische mit der französischen Küche", erzählt die selbstständige Kommunikationsberaterin und drapiert gekonnt ihre Garnelen-Tofuspieße auf den Tellern.

Auf Hemden und Mützen der Teilnehmer prangt ein Schriftzug mit der jeweiligen Tagesaufgabe. "Zwischengericht" ist da bei Claus Marschel zu lesen. "In so einer Großküche geht alles viel schneller, da muss man höllisch aufpassen", sagt der pensionierte Innenarchitekt, bei dem es an diesem Abend geräucherte Makrele mit Blutwurst-Graupen gibt.

Währenddessen schält die "Hauptgericht"-Köchin Martina Hammelstein fleißig Kartoffeln, die später zum glasierten Rinderfilet mit Friseesalat und Roquefortdressing gereicht werden. "Das Rezept ist eigentlich von Lafer. Ich habe es nur etwas verfeinert", lacht die Neusserin.

Kaffeecrème mit Butterstreusel und Orangenfilets - mit diesem Dessert will Achim Kanschik die Jurymitglieder für sich gewinnen. Warum der 50-jährige Friseurmeister in seiner Freizeit so gerne kocht: "Kochen ist wie Haare schneiden. Beides ist eine Kunst."

Patrick Flötmeyer ist an diesem Abend für den Service zuständig. Der 27-jährige Hotelfachmann ist zwar der Benjamin in der Runde, aber durchaus selbstbewusst: "Ich glaube, mein gestriges Zwischengericht ist gut angekommen, die Noten waren auch nicht schlecht. Nachher bin ich mit einigen Gästen sogar ins Gespräch gekommen. Da werde ich das mit dem Service ja wohl auch hinbekommen."

Die Fernsehaufnahmen werden in dieser Woche während der Betriebsferien des Bellevue gemacht. "Das wäre anders auch gar nicht möglich gewesen", so Chefkoch Volkmar, der dem Kameramann und dem Toningenieur in seinem Reich für fünf Tage das Sagen überlassen muss.

Da kann der Ton dann auch schon mal etwas rauer werden: "Das ist doch kein Kochkurs! Wir machen hier eine Fernsehshow", raunzt der Mann mit dem Mikro einen Kandidaten an, der nicht schnell genug den Anweisungen der TV-Profis gefolgt ist.

“ Die Folge wird voraussichtlich in sechs Wochen ausgestrahlt.

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