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Langst-Kierst: Arbeiten bis in den späten Abend

Langst-Kierst: Arbeiten bis in den späten Abend

Die Sanierung ist wegen des regnerischen Augusts in Verzug, die Schichten werden ausgedehnt.

Langst-Kierst. "Wir können den Anwohnern leider noch keine Hoffnung auf ein vorzeitiges Ende der Sanierungsmaßnahmen machen. Es wird weiter laut und staubig bleiben." Deichgräf Friedrich von der Leyen warb am Freitag bei den Anwohnern um Verständnis. Zu nass sei der August gewesen, zu sehr hätte der Fortgang der Arbeiten gelitten.

Aufgrund der erheblichen Regenfälle sei der Bauablauf so behindert worden, dass der Verzug nur durch Verlängerung der Arbeitszeiten auf die Zeit zwischen 6 und 22 Uhr aufgeholt werden könne. Von der Leyen: "Bis zur Hochwasser gefährdeten Zeit im November muss der Deich geschlossen sein. Wir müssen diesen Termin um jeden Preis einhalten."

Bürgermeister Dieter Spindler informierte sich am Freitag über den Fortgang der Sanierung des Rheindeichs von Langst-Kierst bis Nierst. Seit dem Auftakt im April in Langst-Kierst wurden 5,4 Millionen Euro ausgegeben: 350.000 Kubikmeter Erdreich wurden umgewälzt, ein eigener Anleger für Frachtschiffe bis zu einer Länge von 110 Metern gebaut, Baustellenwege asphaltiert und Zäune gezogen. "Die Anlieferung per Schiff ersetzt die Lkw-Anfahrt und schont so die Umwelt und die Nerven der Anwohner", sagt Matthias Unzeitig, der Verbandstechniker des Deichverbands Meerbusch-Lank.

Pro Tag kommen 7.500 Tonnen Erdreich, Kies und Sand in dem Hafen an. Eine Masse, die 35.000 Schubkarrenladungen entspricht. Von der Leyen: "Wir brauchen vor allem Flutlehm, der als Dichtschürze dient. Da es diesen hier nur im begrenzten Maße gibt, müssen wir ihn herbringen."

Durch eine ausgeklügelte Umschichtung werden Teile des alten Deichs als Sockel für den Deichweg verwendet, alle Baumaschinen, darunter eine Raupe von 60 Tonnen Gewicht und mehrere bis zu 30 Tonnen schwere Radlader, funktionieren mit GPS. Unzeitig: "Daher sieht man nirgends Markierungspflöcke."

Von der Leyen lobt die Zusammenarbeit mit den Anwohnern. In allen Häusern seien Baugutachter gewesen, um eventuelle Schäden zu dokumentieren. "Es ist uns wichtig, dass das auch so bleibt." Sogar einen archäologischen Fund konnte er Spindler präsentieren. Aus Metall und von einigem Gewicht: Eine Kanonenkugel.