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Künstlerin Anastasia May: Bilder erzählen kleine Geschichten

Künstlerin Anastasia May: Bilder erzählen kleine Geschichten

Die Malerin Anastasia May hat ihren eigenen individuellen Stil entwickelt.

Strümp. Ihre Bilder erinnern ein wenig an Pop Art, aber auch an den Surrealismus eines Dalí. Und doch ist es eine ganz eigene Handschrift, eine Bildsprache, die durch Leichtigkeit und Übermut geprägt ist, aufgrund derer die Werke von Anastasia May so einzigartig sind.

Die junge Künstlerin kann selbst nicht so recht erklären, durch was sie inspiriert wird. „Es ist ein Zusammenspiel aus vielen Erlebnissen und Eindrücken“, sagt sie. Die Reisen spielen sicherlich eine Rolle — nach Mexiko, Spanien, Griechenland oder Frankreich. Aber auch ihre Kindheit in St. Petersburg, die Mythen und Märchen, die May schon mit sechs Jahren dazu animierten, erste Zeichnungen anzufertigen.

Die Schule beendete sie in Prag, mit 16 Jahren folgte dort auch die erste Ausstellung. Momentan studiert die in Strümp wohnhafte 27-Jährige noch in Krefeld Grafikdesign mit dem Schwerpunkt Illustration. Doch ihr Entschluss, sich als freischaffende Künstlerin einen Namen machen zu wollen, steht fest: „Ich fühle auch so, wie ich male. Daher ist die Kunst ein zwingendes Bedürfnis, mich auszudrücken. Ohne fehlt etwas.“

Anastasia May beschäftigt sich parallel mit Drucktechniken, Fotografie, Buchprojekten oder Skulpturen. Doch es sind vor allem ihre großen, farbintensiven Acrylbilder, die faszinieren. Sie erzählen mit den vielen Details, den tanzenden Häusern, Blumen, Windmühlen und lächelnden Vögeln kleine Geschichten.

Im Mittelpunkt stehen jedoch stets Frauen, deren überdimensional gemalte Kussmünder zwar cartoonhafte Züge haben, die aber dennoch eine gewisse Eleganz ausstrahlen. „Diesen Entenmund hat meine Nichte mal gemacht und davon Bilder über ihr Handy verschickt. Das habe ich mir aus irgendeinem Grund eingeprägt und übernommen“, erzählt May.

Die Künstlerin zeichnet zumeist mit Bleistift skizzenhaft vor, das Gesamtensemble entsteht aber erst im Verlauf des Malprozesses. „Ich fange in der Regel in der Mitte an, dann entwickelt sich alles von selbst — nicht selten bis in die Nacht hinein“, erzählt May.

Auch ihre Schwester Ekaterina Moré malt, ähnlich individuell und doch ganz anders, in einer eher introvertierten, bedächtigen Machart. Die Bilder von Anastasia May sprühen dagegen über vor Lebensfreude und ironischen Anspielungen. Die Schwestern hatten Ende vergangenen Jahres gemeinsam eine Ausstellung in einer Versicherung in München. „Wir ergänzen uns optimal, pflegen haben aber jeweils unseren eigenen Stil“, sagt Anastasia May.