Krefelder Hafen: SPD fühlt sich übergangen

Krefelder Hafen: SPD fühlt sich übergangen

Zwischen Meerbuschs Sozialdemokraten und den Krefelder Genossen liegt Streit in der Luft.

Zwischen der Meerbuscher und der Krefelder SPD bahnt sich ein Konflikt an: Die Meerbuscher SPD-Fraktionschefin Nicole Niederdellmann-Siemes kritisierte am Wochenende die Planung einer neuen Straße durch einen Altrheinarm im Bereich der Naturschutzgebiete Latumer Bruch und Buersbach zur Erschließung des Krefelder Hafens.

Dazu hat der Regionalrat ein Umweltgutachten in Auftrag gegeben, das seit wenigen Tagen der Meerbuscher Politik vorliegt. Die Politik und die Meerbuscher Stadtverwaltung waren von dem Gutachten überrascht worden. „Man muss davon ausgehen, dass Meerbusch absichtlich nicht informiert wurde, weil die Bezirksregierung und die Mitglieder des Regionalrates die ablehnende Haltung der Meerbuscher Verwaltung und Politik kannten und kennen. So baut man kein Vertrauen auf“, sagt die SPD Fraktionsvorsitzende.

Die Straße soll an der neu zu bauenden Raststätte Geismühle an die Autobahn 57 angeschlossen werden. Dies könnte bedeuten, dass Bürger aus dem Meerbuscher Norden auch schneller auf die Autobahn fahren können.

Nicole Niederdellmann-Siemes weist darauf hin, dass die neuen Pläne für den Ausbau der Autobahnraststätte bereits im Planungsausschuss vorgestellt worden sind, dort der Vertreter der Bezirksplanungsbehörde den Ausschussmitgliedern mitgeteilt habe, dass eine Auf- und Abfahrt einer möglichen Südanbindung des Hafens weder vorgesehen ist noch für realisierbar gehalten wird. „Für die SPD-Fraktion Meerbusch steht fest, dass eine solche Anbindung über die Ratsstätte nicht realisierbar ist. Im Rahmen der Planung wurde seitens der Bezirksregierung darauf hingewiesen, dass die Abwicklung der Verkehre über eine Ratsstätte enorme Probleme mit sich bringt.“ sagt Nicole Niederdellmann-Siemes. Am Freitag hatte Jürgen Hengst, Krefelder Vertreter im Regionalrat, in einer Pressekonferenz im Krefelder Rathaus mitgeteilt, dass die Straße „auf politischen Druck“ hin, nicht aber auf Initiative der Stadt Krefeld hin entstanden sei.

Die politischen Krefelder Vertreter im Regionalrat haben ein vitales Interesse daran, dass der Hafen mit einer Südanbindung angeschlossen wird. Bisher wird der Hafen durch Uerdingen über die Nordanbindung über die Bundesstraße 288 in Uerdingen. Bezirksvorsteher in Uerdingen ist Jürgen Hengst.

Zuvor hatten schon FDP und UWG Kritik an der Planung geübt. „Alle Meerbuscher Parteien haben sich eindeutig und wiederholt gegen eine Südanbindung des Krefelder Hafens über Meerbuscher Stadtgebiet positioniert - warum wird das nicht akzeptiert?“, fragt FDP-Fraktionschef Klaus Rettig. „Der Vorgang ist völlig inakzeptabel. Wir sind gespannt, wie sich die Dinge beim geplanten interkommunalen Gewerbegebiet Krefeld-Meerbusch an der A44 entwickeln.

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