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Konverter: Standort muss sich gut eignen

Konverter: Standort muss sich gut eignen

Netzbetreiber Amprion sieht Osterath nicht mehr „alternativlos“.

Meerbusch. Nein, Osterath ist nicht die einzig mögliche Wahl, wenn der Netzbetreiber Amprion einen Standort auf seiner geplanten Nord-Süd-Stromautobahn für seinen Konverter benennt. Zu dieser Aussage haben sich die Unternehmensvertreter Armin Braun und Marian Rappl im Kreis-Planungsausschuss durchgerungen.

In seiner jüngsten Sitzung hat der sich mit Stimmen von CDU und FDP in einer Resolution gegen den Konverter-Standort Osterath ausgesprochen. Die Kreis-SPD hatte sich wegen Formulierungsvorbehalten enthalten, die Grünen waren nicht zugegen, weil die Sitzung vorverlegt worden war.

Auch aus der Landespolitik erhält die breite Front der Konvertergegner in Meerbusch Unterstützung: So fordern die Grünen im Landtag, den Knotenpunkt der Nord-Süd-Verbindung im Braunkohlerevier zu errichten. Der grüne Fraktionsvorsitzende Reiner Priggen fordert Amprion auf, Alternativen zu dem Konverterstandort unmittelbar in Nähe der Wohnbebauung zu finden.

„Da Amprion die Trasse durch das Rheinische Braunkohlenrevier plant, ist es sinnvoll, vorhandene großtechnische Standorte zu nutzen“, betont Priggen. 30 Kilometer „Umweg“ seien wohl zu verkraften.

Der Verband Wohneigentum Nordrhein-Westfalen schließt sich ausdrücklich Priggens Forderung an. Er äußert „erhebliche Bedenken“, dass der Konverter in der etwa 20 000 Quadratmeter groß geplanten Halle Auswirkungen auf die Gesundheit der Anwohner habe. „So eine Anlage kann unmöglich in unmittelbarer Nachbarschaft von Wohnsiedlungen errichtet werden“, erklärt Verbandsjustiziar Detlef Erm. Infraschall und seine Auswirkungen auf die Gesundheit müssten zwingend untersucht werden, die Unbedenklichkeit der Großanlage nachgewiesen werden.

Das Landesverkehrsministerium betont derweil in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage des Meerbuscher Landtagsabgeordneten Lutz Lienenkämper (CDU), dass mit dem Netzentwicklungsplan keine Trassenkorridore, geschweige denn konkrete Projekte beschrieben werden, sondern „lediglich der Bedarf für Übertragungskapazitäten zwischen bestimmten Netzpunkten untersucht“ werde. „Dementsprechend sind detaillierte Angaben zur Bauausführung und zur Größe der Konverterstation selbst nicht im Netzentwicklungsplan enthalten.“

Welchen Anforderungen Netzausbau und Konverterstandort genügen müssen, ergibt sich aus dem Umweltbericht zum Bundesbedarfsplan-Entwurf.

Darin wird festgehalten, dass ein Netzverknüpfungspunkt (Osterath) „nicht zwingend identisch“ mit dem Konverterstandort sein müsse. Stichleitungen seien möglich, die zu einem Standort in zehn oder mehr Kilometern Entfernung führen könnten.

Sobald sich dessen Lage abzeichne, müssten die Umweltauswirkungen geprüft werden. Im Verfahren werde darauf geachtet, dass gesetzliche Anforderungen an Lärmschutz nicht nur durch technische Eingriffe (Schallschutz, optimierte Ventilatoren, Halle) eingehalten würden, sondern „sich der Standort selbst möglichst gut eignet“.

Die Initiative gegen den Konverter freut sich derweil, dass drei weitere Politiker ihre Beteiligung an der Protestveranstaltung am Sonntag auf dem Kirchplatz in Osterath (Beginn 15 Uhr) zugesagt haben: der Bundestagsabgeordnete Siegmund Ehrmann (SPD), Landtagsabgeordneter Oliver Keymis (Grüne) und Walter Boestfleisch, der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende in Kaarst.