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Kitsch und Kunst rund um Heilige Maria

Kitsch und Kunst rund um Heilige Maria

Ausstellung mit Marienbildnissen und Rosenkränzen im Alten Küsterhaus.

Büderich. „Sei gegrüßt, Maria.“ Unter diesem Titel präsentiert Inge Sternemann ab Samstag eine außergewöhnliche Ausstellung im Alten Küsterhaus in Büderich mit annähernd 300 Marienbildnissen und Rosenkränzen. „Es sind alles Leihgaben aus privater Hand. Das ist natürlich nicht immer ganz einfach, so viele Exponate aufzutreiben und dann auch ins Küsterhaus zu bekommen. Das funktioniert nur über viele Gespräche“, erzählt Sternemann.

Sie hat lange überlegt, wie sie die größtenteils aus Figuren bestehende Ausstellung konzipieren soll, und sich dann zumindest für das Erdgeschoss für eine Art chronologische Aneinanderreihung entschieden. Der Besucher bekommt dabei zunächst vor Augen geführt, wie Maria beim Konzil von Ephesos im Jahr 433 als Gottesgebärerin anerkannt wurde.

Von der Marienlehre der Verkündigung über Darstellungen der schwangeren Maria wird der Betrachter zu teils drastischen Umsetzungen der sieben Schmerzen Mariens geführt. Eine polnische Figur etwa zeigt die Mutter Gottes mit sieben Schwertern im Leib.

Die Flucht nach Ägypten wird ebenso wenig ausgespart wie die spätere Marienverehrung, bis die biblische Zeitreise vorerst am Treppenaufgang endet, wo eine spätgotische Madonna auf das hindeutet, was den kompletten Raum der oberen Etage einnimmt: Marienfiguren mit dem Jesuskind auf dem Arm in allen nur erdenklichen Darstellungsformen — von detailverliebt über naiv bis grob gestaltet und hergestellt aus Materialen wie Holz, Bronze, Stein, Porzellan oder Wachs. Es sind Figuren und Bilder aus Korea oder Simbabwe, eine Maria in einem hortus conclusus (geschlossener Garten) und sogar eine kleine Kopie aus der St. Mauritius-Kirche dabei.

„Vieles ist Kitsch, einiges Kunst, denn es sind ja auch Werke von Gisela Bretz, Karl Franke, Wilhelm Hable oder Ewald Mataré dabei. Doch um den Wert ging es mir gar nicht unbedingt. Ich wollte in erster Linie zeigen, dass es enorm viele verschiedene Ansätze bei der Umsetzung und dem Verständnis des Marienbildes im Verlauf der Zeit gab“, sagt Inge Sternemann.

“ Die Ausstellung (bis 29. Mai) im Alten Küsterhaus, Düsseldorfer Straße 6, wird am Samstag um 18.15 Uhr eröffnet. Es spricht Pfarrer Karl-Heinz Pütz. Öffnungszeiten: Fr und Sa 16-18 Uhr, So 11-13 Uhr.