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Kita Nepomuk: Stadt beschreitet neue Wege

Kita Nepomuk: Stadt beschreitet neue Wege

Die neue Kindertagesstätte Nepomuk schließt im Büdericher Norden eine Lücke.

Büderich. Es ist ein ungewöhnliches Gebäude, das auf dem bislang brach liegenden Grundstück für den neuen Kindergarten am Flehkamp im Norden von Büderich entsteht. Eine Dachfläche von 1160 Quadratmetern spricht für einen sehr breit angelegten Baukörper.

Und das hat einen Grund: „Alle Krippenplätze sollen im Erdgeschoss untergebracht werden, um lästiges Treppensteigen zu vermeiden“, erklärt Björn Czinczoll, Geschäftsführer des Bauherrn und künftigen Trägers Kinderzentren Kunterbunt beim Richtfest der Kita Nepomuk am Mittwoch.

Dass es sich dabei um einen Rundbau handelt, ist ebenfalls Teil des Konzepts. Von einem großen, offenen Bewegungsraum im Zentrum aus würden sich die fünf Gruppenräume für bis zu 100 Kinder blütenförmig nach außen ausdehnen, erklärt Czinczoll, für dessen gemeinnützige Gesellschaft das Projekt ein besonderes ist: „Es ist jetzt bereits unsere 50. Einrichtung in Deutschland, wir werden hier in Büderich die 700. Mitarbeiterin einstellen.“

Das überraschte auch Jugenddezernentin Angelika Mielke-Westerlage: „Als wir im vergangenen Jahr in die Verhandlungen eingetreten sind, hatte Kunterbunt erst 30 Kitas.“ Dass man auf das richtige Pferd gesetzt habe, zeige sich jetzt auch an dem raffinierten Raumprogramm und dem städtebaulichen Akzent, den das neue Haus setze.

Dennoch: „Es war ein steiniger Weg, und es galt eher, Brocken als Kiesel beiseitezuräumen“, sagt Mielke rückblickend. Dass Kunterbunt als Träger und Investor in die Bresche gesprungen sei, habe die Stadt von der Durchführung entbunden und den Haushalt entlastet, so dass die Stadt lediglich den gesetzlich vorgeschriebenen Anteil an den Betriebskosten zu zahlen habe.

Trotzdem wäre das Projekt ohne ein in Meerbusch bisher einmaliges Modell womöglich gescheitert. Als „Geschenk des Himmels“ bezeichnet Mielke das Engagement des Büdericher Unternehmens Protection One, das sich verpflichtete, für die kommenden fünf Jahre jeweils 50 000 Euro der Betriebskosten zu zahlen. „Ich habe heute noch Gänsehaut, wenn ich an das Angebot zurückdenke“, sagt Angelika Mielke. Der Anteil der Stadt reduziert sich damit auf 34 000 Euro im Jahr.