Kein Zuschuss für gesundes Essen in Grundschulen in Meerbusch

Politik : Politiker sind bei Essens-Zuschüssen uneins

SPD macht sich für Zuschuss für Caterer der Grundschulen stark. Mehrheit lehnt die Idee ab.

Grundschulen in Meerbusch sollen keinen Zuschuss der Stadt für gesundes Mittagessen erhalten. Das hat der Schulausschuss in seiner jüngsten Sitzung mit den Stimmen von CDU und UWG beschlossen.

Die SPD beantragte im Ausschuss, die Caterer der Meerbuscher Grundschulen mit 80 000 Euro im Jahr zu bezuschussen. Die weiterführenden Schulen in Meerbusch bekommen diesen Zuschuss bereits seit mehreren Jahren. Die SPD forderte deshalb, die Verhältnisse anzugleichen. Der Zuschuss würde den Grundschulen helfen, eine gesunde Mahlzeit zu ermögliche, argumentierte die SPD. Die CDU-Fraktion hält einen solchen Zuschuss nicht für notwendig. „Es gibt schon jetzt gesundes Essen an den Grundschulen“, sagt Petra Schoppe von der CDU-Fraktion im
Schulausschuss.

Die Entscheidung empört den Osterather Betreuungsverein

Natürlich könne immer etwas optimiert werden, aber auch bei Kontrollen durch Mitglieder des Schulausschusses sei man zu dem Schluss gekommen, dass das Essen an den Grundschulen durchweg gut sei. „Deswegen sehe ich für einen Zuschuss keine Notwendigkeit“, so Schoppe. Die SPD argumentierte, es gehe hier auch um den Gleichheitsgrundsatz. Dass die weiterführenden Schulen mehr Geld bekämen sei „unfair“, so Michael Billen von der SPD. „Wir begrüßen den Antrag“, unterstützte ihn Dario Dammer von den Grünen.

Ein Zuschuss für Grundschulen wurde schon im vergangenen Jahr im Schulausschuss diskutiert. Der Schulausschuss hatte die Entscheidung damals vertagt.

Die jetzt getroffene Entscheidung empört den Osterather Betreuungsverein (OBV), alleiniger Träger sämtlicher Offener Ganztagsgrundschulen in Meerbusch. „Der CDU ist die Schwarze Null offenbar wichtiger als eine gesunde Ernährung der Kinder“, sagt OBV-Vorstand Jürgen Eimer, der gleichzeitig Ratsherr der SPD in Meerbusch ist. Der OBV habe in diesem Jahr eigens einen Arbeitskreis „Gesunde Ernährung“ gebildet und dort diskutiert, wie man gesünderes Essen an Grundschulen anbieten kann. Man habe beispielsweise beschlossen, mit Landwirten aus Meerbusch zu kooperieren, um Produkte aus der Region anbieten zu können. Eimer betont, das Essen an den Meerbuscher Grundschulen sei nicht schlecht, es gehe aber auch darum, noch nachmittags gesunde Snacks anbieten zu können. „Das kann jetzt nicht so oft umgesetzt werden“, so Eimer.

Sieben Ausschussmitglieder stimmten für den Beschlussvorschlag der SPD, neun dagegen.