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Kaj Binder aus Meerbusch rettet Lebensmittel vom Acker

Ehrenamt in Meerbusch : „Sattmacher“ belegt dritten Platz bei Bundes-Wettbewerb

Kaj Binder aus Osterath hat bei einem bundesweiten Wettbewerb den dritten Platz belegt. Prämiert wurde sein Projekt, bei dem er Lebensmittel vom Acker rettet und an Bedürftige spendet. Mittlerweile hat der Einzelkämpfer Mitstreiter.

Kaj Binder rettet Lebensmittel vom Acker und gibt sie an Bedürftige weiter. „Sattmacher“ nennt er seine Initiative. Als der Osterather sein Projekt in der Pandemie ins Leben rief, kam seine Idee gleich überall gut an. So gewann er prompt den Landeswettbewerb „Gesichter für ein gesundes Miteinander“ der Krankenkasse DAK und durfte daraufhin für Nordrhein-Westfalen bei der bundesweiten Wettbewerbsrunde antreten. Dort belegte er nun den dritten Platz. „Ich freue mich riesig darüber.“

Als die Tafeln wegen Corona Schwierigkeiten hatten, frische Lebensmittel in ausreichender Menge für Obdachlose und andere Bedürftige zu sammeln, bewegte das den 32-jährigen Binder. Er rettete liegen gebliebenes Gemüse von den Feldern und spendete es. „Zusätzlich habe ich selbst Gemüse für Bedürftige angebaut. Wir leben in einem reichen Land, wo so viele Menschen aber Hunger leiden müssen. Dies verschlimmerte sich durch Corona. Niemand soll hungern, jeder Mensch soll ein Recht auf warme Mahlzeiten haben, nicht hungern müssen“, sagt Kaj Binder zu seiner Motivation für das Projekt. Das Unternehmen Ackerhelden hat ihm in Büderich eine Fläche zur Verfügung gestellt.

Das Preisgeld in Höhe von
500 Euro soll vor allem dem Projekt zugute kommen. Binder möchte Kohlrabi, Spinat und Salat für den Anbau kaufen. Das Projekt Sattmacher soll künftig über einen Verein finanziert werden. Kosten für Notar und Amtsgericht werden ebenfalls vom Gewinn bestritten. Und Binder wird mit seinem Team anstoßen. Beim Start des Projekts im Februar 2020 war er noch Einzelkämpfer, nun hat er 13 Mitstreiter.

Ein Transporter gehört unter anderem zu den Plänen

Und er hat viele Pläne: „Wir könnten einen Transporter leasen, um ohne viel Aufwand größere Mengen zu befördern“, überlegt Kaj Binder. Und er will das Essen, das er rettet, auch selbst zubereiten. „Mir schwebt eine Art sozialer Foodtruck vor, der beispielsweise parallel zum Düsseldorfer Gutenacht-Bus gesundes Essen an Bedürftige ausgibt“, plant der 32-Jährige. Dazu soll mindestens ein weiterer Acker auf den Feldern zwischen Meerbusch und Düsseldorf kommen, auf dem Gemüse gezielt für die Spende angebaut wird.

Rund 400 Personen und Einzelprojekte haben sich an dem DAK-Wettbewerb beteiligt. Die Preisverleihung fand am Dienstagabend digital statt – gelobt wurde trotzdem: „Ernten statt wegwerfen und anbauen statt wegschauen. Mit diesem Engagement für Ernährung überzeugten die Sattmacher die Bundesjury“, sagte Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit, bei der Ehrung.