Jungschützen aus Meerbusch polieren Ruhebänke

Meerbuscher beteiligen sich an bundesweiter Sozialaktion : 33 Bänke in drei Tagen in Schuss gebracht

Jungschützen aus Bösinghoven nahmen an bundesweiter 72-Stunden-Aktion des BDKJ teil.

Sich sozial zu engagieren, damit kann man nicht früh genug beginnen. „Daher wollten wir unbedingt an der zweiten bundesweiten 72-Stunden-Aktion des Bunds der deutschen katholischen Jugend teilnehmen“, erzählte die Bösinghovener Jungschützenmeisterin Nicole Krings.

Gut 40 Kinder, Jugendliche und Erwachsene waren ihrem Aufruf gefolgt und trafen sich Samstagmorgen in der „Preußenzentrale“, dem Bauernhof Strucken, zur Gruppeneinteilung und einem kleinen Frühstück. Väter im zünftigen Blaumann, Kinder in Gummistiefeln und Teenager, die noch schnell ihre Mails checkten, fanden sich bei schönem Sonnenschein zusammen, um den 33 Ruhebänken in Bösinghoven eine Auffrischung zu verpassen.

Die Gruppe hatte sich drei Bänke zur Sanierung vorgenommen

„Die Stadt hat die Bänke angeschafft, aber der Bürgerverein hat in einem Patenschaftsvertrag die Pflege übernommen“, so der Vorsitzende des Bürgervereins, Hubert Kräling. Normalerweise würden die Bänke nach und nach renoviert, aber sie nun alle gemeinsam auf Hochglanz zu bringen, sei eine gute Sache. Daher unterstützte der Bürgerverein die Sozialaktion und hatte ein Auge darauf, dass alles ordnungsgemäß vonstatten ging. „Wir freuen uns, wenn sich andere engagieren und etwas für das Dorfleben tun wollen“, sagte Kräling, während er in einer Dose mit Holzlasur rührte.

Die Aktiven wurden zunächst in Kleingruppen mit jeweils einem Erwachsenen eingeteilt und schwirrten dann im ganzen Dorf aus. Für jede Gruppe stand ein Eimer bereit, in dem sich Pinsel, Schmirgelpapier, Lappen und Schilder „Frisch gestrichen“ befanden. Außerdem hatten die Organisatoren vom BDKJ, Gundula Brychcy, Mareile Mevihsen und Johannes Minwegen, für Lunchpakete gesorgt, die von der Krefelder Gaststätte Gleumes gestiftet worden waren.

Die Drei sind seit Donnerstag im Einsatz, um die verschiedenen Projekte im Bistum Aachen zu besuchen und sich ein Bild vom Erfolg der Aktion zu machen. „Wir sind begeistert davon, wieviele Kinder und Jugendliche dem Glauben ‚Hand und Fuß‘ geben wollen“, sagten sie. Sie haben gesehen, wie in Seniorenheimen Waffeln gebacken wurden und Jugendliche bei der Tafel mithalfen. Andere engagierten sich bei Gartenbauprojekten ihrer Gemeinde oder bauten Insektenhotels wie die Mobile Jugendarbeit Meerbusch.

Im Grüngürtel am Bösinghovener Pfarrzentrum waren drei der Teams beschäftigt. Karl-Wilhelm Schmelzer zog mit seinen Töchtern Marie und Käthie sowie Schülerprinzessin Angelina Hamacher und Carlotta Culemann los. Er gab den Mädchen Tipps, wie sie die Sache angehen sollten. „Zunächst einmal müssen wir die Oberfläche abschmirgeln, um lose Farbe zu entfernen“, erklärte er. Und schon ging es los. „Puh, ich kann jetzt schon nicht mehr“, stöhnte Carlotta nach wenigen Minuten. Doch zu langes Pausieren war nicht drin, denn die Gruppe hatte sich insgesamt drei Bänke vorgenommen. Zum Glück war der Zustand der Bänke wegen der regelmäßigen Pflege ganz annehmbar, so dass die Mädels nach kurzer Zeit zum Farbtopf greifen konnten. „Das ist Dorfleben wie es im Buche steht“, bilanzierte Nicole Krings, die als Jungschützenmeisterin für die gemeinsamen Aktivitäten der Truppe zuständig ist. Die 27-Jährige ist bereits seit 20 Jahren bei den Bösinghovener Jungschützen, sogar als sie vier Jahre in Köln wohnte. Es zog sie immer wieder zurück ins Dorf, in dem der Zusammenhalt einfach größer sei als in der Stadt.

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