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In Osterath sollen alle Meerbuscher ein neues Dach überm Kopf bekommen

Vereinsleben in Meerbusch : Osterather Verein gibt Kampf nicht auf

Unmittelbar nach der Gründung kam der erste Lockdown. Seitdem arbeitet die Initiative, die in Osterath ein Zuhause für alle Meerbuscher schaffen will, meist online. Im Haushaltsentwurf sind Planungskosten für das Projekt eingestellt.

Beim nächsten Mal gibt’s Sekt. Anfang März wird sich der Vorstand des Vereins „Bürgerzentrum Osterath“ wieder treffen. „Natürlich weiterhin nur per Videokonferenz“, betont Vorsitzende Bärbel Mosch. Aber weil der Verein am 4. März seit genau einem Jahr besteht, soll das – zumindest online – ein wenig gefeiert werden.

„Eine ordentliche Mitgliederversammlung hatten wir bislang noch immer nicht“ berichtet sie. „Aber das Gründungsprotokoll wurde rechtzeitig unterschrieben, und wir sind als Verein eingetragen.“ Doch unmittelbar nach der Gründung kam der erste Lockdown. Sämtliche Stadtfeste und Veranstaltungen, bei denen der Verein Öffentlichkeitsarbeit machen wollte, wurden abgesagt. Ebenso bereits geplante Treffen mit Architekten und Politikern.

Dennoch verfolgt der Verein, in dem vom Start weg mehr als 30 unterschiedlich große Meerbuscher Gruppen, Vereine, Initiativen und selbst einzelne Schützenzüge Mitglied sind, sein Ziel hartnäckig weiter: ein Bürgerzentrum in Osterath, offen für alle Meerbuscher. Ein Ort für Vereine, große und kleine Feste, für Sport und Versammlungen. Ein Ort, der auch moderne Räume für die Volkshochschule Meerbusch, das Bürgerbüro und die Stadtteilbibliothek Osterath bieten soll, eventuell sogar mit einem Bistro als Treffpunkt.

Die Stadt Meerbusch hatte bereits vor der Vereinsgründung signalisiert, dass sie bei dem Projekt dabei sein wollte. Auch die großen Fraktionen im Rat hatten ihre Unterstützung zugesagt und sogar schon Planungskosten in den Haushalt eingestellt. „Wir haben zwischenzeitlich aber gebangt, dass dieser Haushaltsansatz wegen der Corona-Krise wieder rausfliegt“, sagt Mosch. Umso erleichterter war der Vorstand, dass sich die Position „Bürgerzentrum“ auch im aktuellen Haushaltsentwurf mit 50 000 Euro Planungskosten wiederfindet. In der Sitzung des Stadtrats am 25. Februar soll der Haushalt 2021 verabschiedet werden.

Insgesamt sei die Pandemie dem neuen Verein jedoch „böse dazwischen gekommen“, sagt Mosch. „Wir wären jetzt schon sehr viel weiter.“ Aber einige organisatorische Dinge hätten sich auch trotz Corona erledigen lassen: So hat sich der Vorstand mittlerweile für ein Logo entschieden. „Es ist modern und gefällt allen gut“, sagt die Vorsitzende. „Da sind wir jetzt auf dem finalen Weg.“ Und auch regelmäßige Treffen des Vorstands, zu dem sieben Personen gehören, finden statt. In dieser Runde werden dann auch die Pläne für die Nach-Corona-Zeit besprochen.

„Wir haben etwa vor, uns mit Vertretern der Stadt und mit dem neuen Bürgermeister Christian Bommers zu treffen“, so Bärbel Mosch. Der wiederum ist für sie nur „der Christian“ und ein guter alter Bekannter. Denn Bommers war als Präsident des Heimat- und Schützenbundes Osterath von Beginn an auch Teil der Initiative für das Bürgerzentrum Osterath und hatte im Februar 2020 sogar die ersten Ergebnisse der einjährigen Beratung im Hauptausschuss den Politikern vorgestellt. „Dass er sieben Monate später zum Bürgermeister gewählt wurde, konnte ja damals keiner ahnen“, erinnert sich Bärbel Mosch und lacht. „Aber es ändert wohl nichts an dem Vorhaben.“

Standort und genaue Kosten stehen noch nicht fest

Schließlich war es bereits Bommers’ Vorgängerin Angelika Mielke-Westerlage gewesen, die die Idee eines Bürgerzentrums in Osterath initiiert und unterstützt hatte. Dennoch hieß es im vergangenen Frühjahr bei einem Treffen mit Claus Klein, Leiter Service Immobilien bei der Stadt Meerbusch, dass man die Kommunalwahl im September abwarten müsse, um in die konkrete Planung zu gehen.

Der Verein setzt nun darauf, dass Christian Bommers als neuer Bürgermeister das Projekt Bürgerzentrum Osterath weiterführt. Mosch: „Wir hoffen, dass der Haushalt verabschiedet wird und wir dann schon bald loslegen können.“ Denn weder der Standort noch die genauen Kosten für ein solches Bürgerzentrum stehen bislang fest. Mosch: „Dafür brauchen wir Experten, die diese Fragen beantworten können.“

Sicher ist nur, dass das neue Zentrum ein Zuhause für die verschiedensten Meerbuscher Gruppen sein soll. „Der Bridgeclub etwa braucht nur wenig Platz, aber gemütlich soll es sein“, so Mosch. „Bei einem Krönungsball muss hingegen mit rund 300 Gästen gerechnet werden.“ Ebenso viele Gäste werden bei einer Karnevalssitzung erwartet. „Und dort kommen möglicherweise noch fliegende Tanzmariechen hinzu, die ausreichen Deckenhöhe benötigen“, sagt Bärbel Mosch, die auch Vorsitzende der KG Fettnäpke ist. Bei ersten Abfragen unter allen Beteiligten kam heraus, dass mehr als tausend Belegungen pro Jahr sicher wären. „Und das nicht nur am Wochenende“, stellt Bärbel Mosch klar. „Auch an Werktagen ist der Bedarf da.“ Hintergrund: Spätestens seit dem Aus für das JuCa auf dem Gelände der Alten Seilerei in Osterath im März 2019 wurde deutlich, dass Meerbusch einen neuen Bürgersaal für Vereine, Politik und Privatleute braucht. Gemeinsam mit einer Agentur wurde abgesteckt, was die einzelnen Gruppen eigentlich brauchen. So entstand aus der anfänglichen „Initiative Bürgerzentrum Osterath“ der heutige „Verein Bürgerzentrum Osterath“.