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In Meerbusch wird während des Lockdowns mehr Müll produziert.

Bürgermonitor Meerbusch : Wilder Restmüll an Recycling-Container

Mitarbeitern der Verwaltung ist das zuletzt immer häufiger aufgefallen. Ihre Vermutung: Viele Menschen sind im Lockdown zuhause und produzieren enstprechend mehr Abfall. Die Nachbarstädte haben ähnliche Probleme.

Dass rund um die Papier- und Altglascontainer am Roten Kreuz in Büderich an manchen Tagen leere Flaschen stehen und sich Kartons stapeln, daran hat sich Frank Wittke schon gewöhnt. „Im regelmäßigen Abstand sieht es dort aus wie im Schweinestall“, berichtet der Meerbuscher.

Zuletzt ist ihm aber aufgefallen, dass dort immer häufiger Haushaltsabfälle und Lebensmittel liegen. „Dosen mit Ravioli, Essensreste und Fertiggerichte beispielsweise“, sagt er. Wittke befürchtet: „Das zieht doch Ratten und Ungeziefer an.“ Außerdem lägen manchmal Pfand-Plastikflaschen neben den Containern. „So ein Verhalten finde ich ignorant. Über das Pfand würden sich Obdachlose freuen.“ Was den Meerbuscher ärgert: „Die Leute haben doch alle Mülltonnen zuhause. Warum benutzen sie die nicht?“ Nur weil ein paar Mitbürger sich so rücksichtslos verhalten würden, müssten das am Ende alle Meerbuscher ausbaden – nämlich über erhöhte Entsorgungsgebühren.

Mit seiner Beschwerde hat sich Frank Wittke auch an die Stadt Meerbusch gewandt. Dort nahm man sein Anliegen ernst: Innerhalb kurzer Zeit wurde der Containerstandort gereinigt. Zuletzt hatte die Stadt selbst mehrfach an die Bürger appelliert. Anfangs ging es dabei speziell um die erhöhten Mengen an Papier und Kartons, die neben den Containern abgestellt wurden. Besonders rund um Weihnachten sah es an vielen Standorten schlimm aus. Und das, obwohl alle Container kurz vor den Feiertagen noch einmal vom städtischen Baubetriebshof gereinigt worden waren, sogar an Heiligabend hatten die Mitarbeiter von Schönmackers besonders stark genutzte Behälter noch einmal geleert. „Wir haben die Bürger gebeten, ihre Kartons sachgerecht und platzsparend zu entsorgen“, sagt ein Sprecher. „Und wenn ein Container voll ist, sucht man vielleicht einen anderen auf oder entsorgt das Papier erst nach der nächsten Leerung.“

Standorte sind seltener
mit Kartons überfüllt

Nach den Feiertagen habe sich die Lage in Sachen Kartonagen etwas gebessert, berichtet ein Sprecher der Stadt. „Generell beobachten die Mitarbeiter der Entsorgungsfirma Schönmackers sowie der städtische Mitarbeiter Siggi Sauber seitdem, dass die Standorte seltener mit Kartons überfüllt sind.“

Was aber auch den Abfall-Profis stattdessen aufgefallen ist: Immer häufiger werden in jüngster Zeit Restmüll und Lebensmittel sowie verschmutzte Verpackungen von Lieferdiensten an den Containern entsorgt. Sie vermuten, das könnte der Tatsache geschuldet sein, dass sich im Lockdown viele Bürger zu Hause befinden, sich Essen liefern lassen, entsprechend viel Müll produzieren und die grauen Tonnen dann schnell zu klein sind.

Über das neue Problem hat sich nun auch die Leiterin der Stabsstelle Umwelt und Klimaschutz, Dana Frey, mit den Kollegen der anderen kreisangehörigen Städte ausgetauscht. Dabei hat sie erfahren, dass es dort ähnliche Probleme gibt. In diesem Zusammenhang macht die Stadt Meerbusch noch einmal darauf aufmerksam, dass es für den Fall, dass die eigene graue Tonne bereits voll ist, in den Bürgerbüros für gelegentliche Mehrmengen amtliche Abfallsäcke gibt. Sie fassen 70 Liter und kosten vier Euro. Wegen des aktuellen Lockdowns sind die Säcke derzeit allerdings nur im Bürgerbüro in Büderich erhältlich.