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In Meerbusch gibt es jetzt eine Anlage für den Trendsport Padel

Freizeit in Meerbusch : In Büderich wird jetzt gepadelt

In Büderich im Teremeer ist jetzt nach knapp vier Monaten Bauzeit die neue Padel-Anlage von Jan Güntner und Rens Bouwmans in Betrieb gegangen. Die Mischung aus Tennis und Squash bietet vor allem Anfängern schnelle Erfolge.

Rens Bouwmans jagt die gelbe Kugel mit viel Schwung über das hüfthohe Netz. Auf der anderen Seite prallt sie von der Glaswand zurück ins Feld und springt einmal auf, bevor Jan Güntner sie im hohen Bogen zurückspielt. Es entwickelt sich ein packender Ballwechsel, der erst nach mehr als 20 Kontakten beendet ist. „Normalerweise spielt man Zwei gegen Zwei, aber das ist aktuell wegen der Corona-Beschränkungen nicht erlaubt“, berichten Güntner und Bouwmans, die jetzt ihre neue Padel-Anlage im Teremeer in Büderich eröffnet haben.

Eigentlich sollte es zum Start ein feierliches Event geben, bei dem Weltklassespieler in einem Showkampf gegeneinander antreten, um den hierzulande noch weitgehend unbekannten Sport zu demonstrieren. Doch Corona macht das momentan nicht möglich. „Die offizielle Eröffnung holen wir aber nach, wenn wieder Zuschauer erlaubt sind“, kündigt Güntner an. Trotzdem ist das Duo, das gemeinsam beim TC Bovert Tennis spielt, froh, dass die Anlage mit den beiden nagelneuen Außenplätzen nun nach knapp vier Monaten Bauzeit fertig ist. „Wir hätten uns natürlich einen andere Zeit für unseren Start gewünscht, aber man kann es nicht ändern“, sagt Bouwmans. Padel ist die zurzeit am schnellsten wachsende Sportart weltweit. In vielen Teilen Südamerikas und Südeuropas ist die Mischung aus Squash und Tennis schon seit vielen Jahren äußert populär. In Spanien ist Padel beispielsweise mit mehr als vier Millionen aktiven Spielern und rund 15 000 Plätzen die zweitbeliebteste Sportart nach Fußball. Dieser Trend schwappt nun auch mehr und mehr nach Mittel- und Nordeuropa über.

Der Platz besteht aus Kunstrasen, der mit Quarzsand verstärkt wird

„Wir sind uns sicher, dass der Boom auch nicht vor Deutschland Halt machen wird“, sagt Bouwmans. Die Gründe dafür lägen auf der Hand. Anders als Tennis könne Padel fast jeder innerhalb weniger Stunden lernen. „Die Kräfte, die auf einen Tennisschläger einwirken, sind viel schwieriger zu kontrollieren als die auf das wesentlich kleinere Padelracket“, erklären Bouwmans und Güntner, die in Büderich selbst als Trainer bereitstehen, um Anfänger in den Trendsport einzuführen.

Beim Padel stehen sich immer zwei Doppel auf dem 20 mal zehn Meter großen Spielfeld gegenüber – aktuell sind somit nur Partien zwischen zwei Hausständen möglich. Gezählt wird wie beim Tennis. Der Court ist an den Grund- und Außenlinien durch vier Meter hohen Wände begrenzt, die in das Spiel mit eingebunden werden. Die Ballwechsel sind dadurch deutlich länger als beim Tennis. Sie sind erst dann beendet, wenn er Ball zweimal den Boden berührt oder ohne Bodenberührung gegen eine Glasscheibe fliegt. Neben Schlägerlänge, Courtgröße, Wänden und bestimmten Regeln gibt es weitere markante Unterschiede zum Tennis: Der Platz besteht aus Kunstrasen, der mit Quarzsand verstärkt wird. Zudem ist der Ball etwas weicher als beim „großen Bruder“. „Beim Padel ist weniger Kraft, sondern vielmehr Finesse, Taktik und Ballgefühl gefragt“, sagt Güntner. „Dadurch, dass ausschließlich im Doppel gespielt wird und breitere Leistungsklassen Spaß miteinander haben können, ist es darüber hinaus total gesellig“, ergänzt Bouwmans.