Kommunalwahl 13. September Entspannte Stimmung im Wahllokal

Büderich. · In den Wahllokalen galten am Sonntag Maskenpflicht und beschränkter Zutritt. Im Idealfall brachten die Wähler einen Stift mit. Ein Besuch in Büderich.

 Die Wahlhelferinnen Brigitte Andringer und Christine Wunder (r.) geben die Wahlzettel aus - in diesem Jahr mit Maske. 

Die Wahlhelferinnen Brigitte Andringer und Christine Wunder (r.) geben die Wahlzettel aus - in diesem Jahr mit Maske. 

Foto: Hans-Juergen Bauer (hjba)

Pünktlich um acht Uhr stand die erste Wählerin im Wahllokal 0041 am Laacher Weg in Büderich. Mit eigenem Stift und Maske, so wie es vorab empfohlen worden war. Ab zehn Uhr ging es dann fast ohne Unterbrechungen weiter, bis sich um 11.30 Uhr sogar eine Schlange von knapp 20 Personen vor der Tür des Familienzentrums Sonnengarten gebildet hatte.

„Hier in der Böhlersiedlung ist die Wahlbeteiligung normalerweise nicht so hoch. Aber die, die wählen, gehen traditionell persönlich ins Wahllokal“, erklärt Wahlvorsteher Jens Kox. Von 1567 Wahlberechtigten haben in seinem Bezirk nur 178 Briefwahl gemacht. „Die Quote ist in anderen Wahlbezirken viel höher“, sagt der 29-Jährige, der bereits mehr als fünf Wahlen als Wahlvorsteher erlebt hat. Dennoch ist diese Wahl auch für ihn eine besondere. „Wir dürfen maximal vier Personen reinlassen“, sagt er. Alle Türen sind zum Lüften geöffnet, denn getrennte Laufwege gibt es in dem kleinen Wahlraum nicht. „Außerdem wurden wir von der Stadt mit Stiften, Desinfektionsmittel, Handschuhen und Visieren ausgestattet.“ Sein Team, zu dem Brigitte Andringer und Christine Wunder gehören, hat sich jedoch gegen Visiere und für Masken entschieden. Kox: „Falls es Probleme mit der Maskenpflicht geben sollte, dachten wir, dass das eine
bessere Diskussionsgrundlage wäre.“

Die Hälfte macht ihr
Kreuzmit eigenem Stift

Aber die Stimmung ist entspannt an diesem Vormittag. Die Wähler warten draußen in der Sonne und bedanken sich für die Erklärungen der Wahlhelfer. Rund 50 Prozent der Wähler, schätzt Kox, haben ihren eigenen Stift dabei, die anderen desinfizieren sich die Hände, bevor sie sich einen Stift aus der bereitgestellten Schale nehmen. „Probleme mit den Regeln gab es bislang nicht.“ Sollte sich doch ein Wähler weigern, eine Maske anzuziehen, dürfte er sein Wahlrecht dennoch wahrnehmen. „Wir müssten aber danach das Wahllokal kurz räumen, um alles zu desinfizieren“, so Kox. „Erst dann dürften wir weitermachen.“ Bei größeren Streitereien ist er angehalten, die Polizei oder das Ordnungsamt zu rufen. Diese und andere Vorgaben haben die Wahlhelfer in einer Schulung gelernt.

Ilse und Mann Jürgen Niederdellmann sind mit dem Rad zum Wahllokal gekommen. „Trotz Corona stand eine Briefwahl für uns nicht zur Debatte“, sagt sie. „Für mich ist so ein Wahltag immer etwas ganz besonderes.“ Beide haben eigene Stifte dabei und tragen Masken. Dass sie ein paar Minuten im Freien in der Schlange warten müssen, ist für sie kein Problem. Allerdings macht Niederdellmann Wahlvorsteher Kox auf etwas anderes aufmerksam: Am Laternenpfahl unmittelbar vor dem Wahllokal hängt ein CDU-Plakat. Dort ist Wahlwerbung jedoch verboten — Kox verspricht, das Problem zu lösen. „Wenn sich die Schlange gleich aufgelöst hat, werde ich es entweder selbst entfernen oder im Wahlamt Bescheid geben.“

Um 13 Uhr kommt das Nachmittagsteam zum Wechsel, abends um 18 Uhr treffen sich dann alle sechs Wahlhelfer wieder zur Stimmauszählung. Um 20 Uhr, so hofft Kox, sind sie fertig. Die Wahlzettel werden dann in einem Karton gelagert; er selbst bringt den Alukoffer mit den Wahllisten ins Wahlamt.