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Im Meerbusch können Spaziergänger Natur pur genießen

Serie Natur in Meerbusch : Ein Stück Urlaub mitten in der Stadt

„Der Meerbusch“ bei Büderich ist im Besitz der Familie von der Leyen und beliebt bei Spaziergängern und Radfahrern.

Meerbusch bezeichnet sich selbst als „Stadt im Grünen“. Felder, Wiesen und einige Waldstücke tragen zu diesem Eindruck bei. Ökologisch besonders bedeutsame Areale sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Besonders zu schützende Landschaftselemente wurden als Naturdenkmäler unter Schutz gestellt. Neben dem größten Naturschutzgebiet, der Ilvericher Altrheinschlinge, gibt es in Meerbusch drei weitere Gebiete, die in die höchste Schutzkategorie gehören: der Meerbusch (auch Meerer Busch), die Nierster Spey und die Buersbach.

Der Meerbusch ist ein 240 Hektar großes Waldstück, das zwischen der Meerbuscher Straße, der Villensiedlung Meererbusch und der Broicherseite liegt. Es befindet sich im Besitz der Familie von der Leyen, ist aber öffentlich zugänglich und wird daher von vielen Spaziergängern genutzt, auch wegen seiner zentralen Lage. Der Meerbusch ist von mehreren Wanderwegen durchzogen, die auch Hundebesitzer, Jogger und Radfahrer nutzen. Wichtig: Hunde sollten an der Leine geführt werden.

Kaum hat der Naturfreund den Wald betreten, ist er oder sie in einer Oase der Ruhe. Der Verkehrslärm bleibt hinter den Spaziergängern zurück. Man kann durchatmen. Vögel zwitschern, Sonnenstrahlen brechen durch das grüne Laub. Im Gebüsch raschelt es. Hase, Fuchs, Reh und Dachs haben im Meerbusch ihre natürliche Heimat, wenngleich Spaziergänger sie nur selten zu Gesicht bekommen. Für den Gesang sind Rotkehlchen, Buchfinken, Nachtigallen, Spechte und Zaunkönig, Tannen- und Kohlmeisen zuständig. Und über allem lauern die Greifvögel. Bussard, Habicht und Wanderfalke sind im Meerbusch heimisch.

Den Wald durchfließt der Mühlenbach, der eine alte Stromrinne des Rheins markiert. Er ist der ideale Lebensraum für Frösche und Amphibien, die gerne ihren Laich im sumpfigen Gelände ablegen. Frösche jeder Art, Erdkröten, Kammmolche und hin und wieder eine Blindschleiche kann man bei genauem Hinsehen entdecken.

Naturschutzgebiet darf begrenzt wirtschaftlich genutzt werden

Die Grundwasserstände sind in der feuchten Jahreszeit noch recht hoch, was neben den Fröschen und Lurchen auch bestimmte Baumarten wie die Erlen schätzen. Der Meerbusch ist ein Mischwald. Eine Tafel weist darauf hin, dass es hier Trauben-Kirschen-Erlen-Eschen-Wälder gibt, dazu Sternmieren-Stieleichen-Hainbuchen-Wälder und schließlich Eichen-Buchen-Wälder. Daneben gibt es aber auch Areale mit Nadelbäumen und solche, wo die Tannenbäume für das Weihnachtsfest gezogen ­werden.

Denn ein Naturschutzgebiet darf in bestimmtem Umfang auch wirtschaftlich genutzt werden. Das kann man an den gestapelten Baumstämmen sehen, die am Wegesrand aufgetürmt liegen. Kleinere Äste und einige umgefallene Bäume werden als Totholz liegen gelassen, um Kleinstlebewesen Nahrung zu bieten.

Demnächst will der Eigentümer des Waldes in einem Bereich des Meerbuschs einen Friedwald anlegen. Deshalb wird der Wanderparkplatz am Waldgebiet Meerer Busch an der Meerbuscher Straße zwischen Büderich und Bovert ab dem 13. Juli bis voraussichtlich zum 24. Juli gesperrt. Von der Sperrung des Parkplatzes betroffen ist auch der Zugang zum Wald für Radfahrer und Fußgänger. Sowohl der Parkplatz als auch die Zufahrt sollen erweitert werden, weil durch den Bestattungswald ein höheres Besucheraufkommen erwartet wird. Wer mit dem Auto kommt, kann seinen Wagen auch auf dem Wanderparkplatz an der Broicherseite abstellen.